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Menschen

Er war die gute Seele des Krankenhauses

Dr. Hermann Ranz, ehemals Chefarzt in Waldmünchen, wäre morgen 95 Jahre alt geworden. Die Erinnerung an ihn ist geblieben.

Dr. Hermann Ranz (Mitte) war in Waldmünchen Chefarzt. Morgen wäre er 95 Jahre alt geworden. Foto: Spichtinger
Dr. Hermann Ranz (Mitte) war in Waldmünchen Chefarzt. Morgen wäre er 95 Jahre alt geworden. Foto: Spichtinger

Waldmünchen.20 Jahre lang war er in Waldmünchen tätig – und wer ihn gekannt hat, dem wird er unweigerlich nicht nur als überragender Arzt, sondern auch als großartiger Mensch mit feinem Charakter in Erinnerung bleiben. Die Rede ist von Dr. Hermann Ranz, ehemaliger Chefarzt des damaligen Kreiskrankenhaus Waldmünchen, und ab 1985 – nach der Schaffung einer Inneren Abteilung – Chefarzt der Chirurgie. Am 30. Oktober wäre er 95 Jahre alt geworden.

Geboren in der Nähe von Augsburg, besuchte er nach der Grundschule das Gymnasium in Dillingen. 1943 bis 1945 war er bei der Wehrmacht und 1946 begann er in München sein Studium. 1950 folgte das Staatsexamen mit Promotion. Anschließend sammelte er in verschiedenen Münchner Kliniken umfangreiches Wissen und Erfahrungen, vor allem auf den Gebieten Pathologie, Urologie und Röntgen. 1962 legte er das Examen als Facharzt für Chirurgie ab und im Jahr darauf entschloss der junge Arzt sich, in die Mission zu gehen. Die darauffolgenden sechs Jahre in Tansania waren nach seinen eigenen Worten die schönste und interessanteste Zeit für ihn. Knapp 260 Betten betreute er damals, zeitweise alleine. Nebenher war noch Dienst in Außenstationen zu versehen. Dr. Ranz empfand diese Jahre als zwar anstrengend, aber dennoch „phantastisch“. Das Schönste war wohl für ihn, dass er als Allround-Arzt tätig sein konnte. Generell war ihm die Breite der Medizin lieber als die Spezialisierung. In die Zeit in Afrika fiel auch seine Heirat mit Victoria, einer Berlinerin.

1969 ging es zurück nach Deutschland, am 3. Oktober trat Dr. Ranz seinen Dienst in Waldmünchen als Nachfolger von Dr. Michael Lechner an. Bis zum 10. Dezember 1989 dauerte sein Wirken in Waldmünchen, währenddessen er sich größter Wertschätzung und Beliebtheit erfreute. Er galt als Motor und gute Seele des Krankenhauses und erwarb sich schnell bis weit über die Grenzen des Landkreises hinaus den Ruf als erstklassiger Chirurg. Insbesondere für Hüftoperationen galt er als Kapazität. Das Wissen hierfür habe er sich, so wie er es auf seine bescheidene Art ausdrückte, über den in Waldmünchen geborenen Dr. Fritz Lechner angeeignet.

Jedoch auch hier gehörten nicht nur Operationen zum breiten Spektrum des Doktors. Er kümmerte sich um alles, was in einem kleinen Krankenhaus anfiel – auch um die Geburten, denn damals gab es noch echte Waldmünchner Kinder. Er stand rund um die Uhr zur Verfügung. Selbst spät nachts sah er oft noch nach Schwerkranken. Seine Korrektheit und seine Fürsorge für die ihm anvertrauten Patienten war legendär. Trotz seines anstrengenden Dienstes war der sonntägliche Gottesdienstbesuch für den Christen Dr. Ranz eine Selbstverständlichkeit. Er hatte grundsätzlich zu allen Menschen ein gutes Verhältnis. Darauf legte er großen Wert und es spielte dabei keine Rolle, ob es sich um Patienten, Mitarbeiter oder die Bevölkerung handelte. Er schuf eine Vertrauensbasis für die Menschen, die es ihm mit absoluter Offenheit dankten. (wzl)

Zur Person

  • Stationen:

    Nach seinem Examen 1962 arbeitete er sechs Jahre lang in Tansania, bevor er am 3. Oktober 1969 seinen Dienst in Waldmünchen antrat. Bis zum 10. Dezember 1989 wirkte er dort.

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