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Er will Bürgermeister von Rötz werden

Seit 1995 lebt der Zollbeamte Peter Wolf in Rötz. Nun möchte er dort für die CSU Bürgermeister der Stadt werden.
Von Elisabeth Angenvoort

Peter Wolf vor seinem Haus am Spitalplatz in Rötz, für ihn „der schönste Platz in der ganzen Stadt!“ Foto: E. Angenvoort
Peter Wolf vor seinem Haus am Spitalplatz in Rötz, für ihn „der schönste Platz in der ganzen Stadt!“ Foto: E. Angenvoort

Rötz.Seine Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten der CSU für Rötz durch Münzwurf ist schon jetzt legendär, doch Peter Wolf bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Am Morgen des Interviews ist er, wie jeden Tag, um fünf Uhr aufgestanden, um mit seiner Frau gemeinsam zu frühstücken, und das Bayerwald Echo zu lesen: „Das genieße ich“, sagt er, und an diesem morgendlichen Ritual wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Um sieben Uhr ging es am heutigen Samstag dann zum Festplatz, wo er bei den Vorbereitungen für das Rötzer Heimatfest hilft. „Jetzt ist die arbeitsreichste Zeit im Jahr“, sagt er. Als aktives Mitglied in mehreren Vereinen ist er in seiner Freizeit ständig unterwegs. Woher nimmt er die Energie und ist dabei auch noch immer guter Dinge?

Erfolgreich mit Bodenhaftung

Vergangenheit: Peter Wolf saniert derzeit ein Jahrhunderte altes Haus in Eigenarbeit und mit Hilfe regionaler Gewerke. Foto: E. Angenvoort
Vergangenheit: Peter Wolf saniert derzeit ein Jahrhunderte altes Haus in Eigenarbeit und mit Hilfe regionaler Gewerke. Foto: E. Angenvoort

Peter Wolf beschreibt sich selbst als ein „Sinnbild für Kontinuität“, bodenständig, zuverlässig, ehrlich. Er ist seit 35 Jahren verheiratet und seit 38 Jahren im Beamtendienst bei der Zollfahndung. Und er ist ein Familienmensch: vier Kinder haben seine Frau und er großgezogen, das jüngste der fünf Enkelkinder ist gerade zehn Wochen alt. Die Familie steht für Wolf an oberster Stelle. Derzeit saniert er „nebenbei“ ein seit 25 Jahren leerstehendes Gebäude. Daraus soll ein Mehrgenerationenhaus entstehen, in dem er gemeinsam mit seiner Frau, Kindern und Enkelkindern leben wird; im Areal des Spitalplatzes, dem für ihn „schönsten Platz in ganz Rötz“.

Politik

Münze bestimmt Bürgermeisterkandidat

Unerwartetes Ergebnis bei der Nominierung des Bürgermeisterkandidaten in Rötz: Nach zwei Durchgängen kam es zum Losverfahren.

Sollte Wolf Bürgermeister werden, dann möchte er damit auch posthum seine eigenen Eltern stolz machen. Diese haben ihm „vieles ermöglicht“, unter Bedingungen, die alles andere als leicht waren. „Erfolgreich sind für mich weniger die Sport- oder Showstars, sondern vielmehr Menschen, die etwas zum Menschenwohl beitragen, so wie meine Eltern“, sagt Wolf.

Passau, Bad Reichenhall, Rötz

Den in Passau gebürtigen Niederbayer verschlug es aus beruflichen Gründen zunächst nach Bad Reichenhall. Im Zuge der Grenzauflösung kam er 1995 nach Rötz, heute leitet er 25 Mitarbeiter und ist bundesweit in Einsätzen unterwegs. „Ich habe im Beruf viel erreicht“ sagt er, jetzt sei die Zeit für neue Ziele, er fühle sich voller Tatendrang und habe schon viel Zuspruch von Seiten der Bevölkerung für seine Kandidatur bekommen.

Gegenwart: Das Mitfahrbankerl steht erst seit kurzem in Rötz an der Hauptstraße. Gemeinsam kommt man leichter ans Ziel. Foto: E. Angenvoort
Gegenwart: Das Mitfahrbankerl steht erst seit kurzem in Rötz an der Hauptstraße. Gemeinsam kommt man leichter ans Ziel. Foto: E. Angenvoort

Was will er für Rötz erreichen, was sind seine Pläne? „Man kann als Bürgermeister schon Ziele haben“, erklärt Wolf, „aber hier geht es um ein Gemeinschaftsprojekt“, um das Miteinander von Bürgermeister und Bürgern. Abgesehen davon müsse er sich zunächst einen kompletten Überblick über die aktuelle Lage verschaffen, um konkrete Äußerungen dahingehend machen zu können, was notwendig zu tun sei. Eines jedoch sei klar: „Es wurde viel bewirkt unter Ludwig Reger. Rötz ist auf einem guten Weg, den man fortschreiten sollte“. In diesem Sinne möchte Wolf in erster Linie begonnene Projekte wie beispielsweise die Marktplatzerneuerung zu einem guten Ende führen. Schön wäre natürlich die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze oder eine Verbesserung der Internetanbindung.

„Das ist definitiv keine One-Man-Show.“

Peter Wolf, Bürgermeisterkandidat der CSU

„Rötz hat viel zu bieten“, ist Wolf überzeugt, gerade Familien können hier gut leben, und das soll auch die nächsten Jahrzehnte so bleiben. Diesbezüglich ist er guter Dinge: „Bei meiner Familie ist es mir gelungen“; so habe er die Hoffnung, dass auch viele andere junge Leute „hier bleiben“: „Bauland wird immer wieder ausgewiesen“. Ob es jemanden in der Politik gibt, der für ihn richtungsweisend ist? Wolf zögert: „Das müsse man, wenn überhaupt, dann auf Bayern beziehen“, sagt er. Seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Ministerpräsidenten habe sich als unberechtigt erwiesen, mittlerweile sei er „positiv überrascht von seinem Tun“. Markus Söder habe eine „sehr gute Entwicklung“ genommen.

Zukunft: Die Stadt Rötz soll auch für die kommenden Generationen lebenswert bleiben. Peter Wolf mit zwei seiner fünf Enkel. Foto: E. Angenvoort
Zukunft: Die Stadt Rötz soll auch für die kommenden Generationen lebenswert bleiben. Peter Wolf mit zwei seiner fünf Enkel. Foto: E. Angenvoort

Und gibt es Menschen, denen er lieber nicht begegnet wäre? Auch darauf hat Wolf eine eindeutige Antwort: „Wenn die weniger netten Leute in meinem Leben gefehlt hätten, wäre mein Erscheinungsbild gefälscht. Jeder hat seinen Beitrag zu meiner Entwicklung geleistet, und ich bin zufrieden damit, so wie ich jetzt bin“. Damit erübrigt sich die Frage nach persönlichen Schwächen: „Da sollen sich die Leute selbst ein Bild machen“, sagt er.

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