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Arrach/Kolmstein

Erinnerung an Pfarrer Erhard Kammermayer

Der Priester ist vor zehn Jahren verstorben. Gottesdienstbesucher in der Wallfahrtskirche Kolmstein gedachten dem beliebten Geistlichen.
Regina Pfeffer

Für alle unvergesslich: Pfarrer Erhard Kammermayer  Foto: Regina Pfeffer
Für alle unvergesslich: Pfarrer Erhard Kammermayer Foto: Regina Pfeffer

Arrach.„Von guten Mächten treu und still umgeben“ – dieser Tatsache bewusst waren sich viele Gottesdienstbesucher, die in der Wallfahrtskirche Kolmstein zusammengekommen waren, um Pfarrer Erhard Kammermayer zu gedenken. Anlass war der zehnte Jahrestag seines Todes. Im Alter von 79 Jahren war er nach längerer Krankheit am 25. August 2009 verschieden. Das Eingangslied der Formation mit Gabriele Huber und Helga Vogl, Markus Hofmann und Christina Meindl ließ viele Erinnerungen aufkommen. 27 Jahre lang, bis zu seinem Ruhestand 1998, war Kammermayer Seelsorger in Chamerau.

Die Eucharistiefeier leitete Pfarrer Dr. Cyprian Anyanwu. „An seinem Leben durften viele teilhaben: Weiße und Schwarze, in Deutschland bzw. Regensburg, in Chamerau und Südafrika“, so der Pfarrer. Am 28. April 1930 in Regensburg geboren, wuchs Erhard Kammermayer mit fünf Geschwistern auf. Mit vier Jahren verlor er seinen Vater, der Direktor der bischöflichen Brauerei war. Am 29. Juni 1956 wurde er zum Priester geweiht. Zwei Jahre später ging er nach Afrika (Diözese Pretoria) in die Mission am Kap, wo er zwölf Jahre verbrachte. Zwischen 1958 und 1970 hat der Oberpfälzer als Missionar eine Pfarrei so groß wie Bayern betreut, die Zahl der Katholiken von vier auf 12 000 vermehrt und sieben Millionen Mark für die Armen gesammelt. Er taufte 7800 Menschen, durch seine Mitwirkung entstanden 34 Missionsstationen und fünf Kliniken.

Gesundheitlich stark angeschlagen kam er 1970 nach Deutschland zurück. Nachdem er sich erholt hatte, wurde er zur Unterstützung des damaligen Pfarrers nach Chamerau geschickt. Da dieser bald starb, übernahm Pfarrer Kammermayer die Pfarrei und betreute sie bis zu seiner Pensionierung 1998. Auch in seinem Ruhestand, den er in Rimbach verbrachte, war er sehr aktiv. Er organisierte Reisen nach Afrika und hielt Vorträge über das Leben dort. Er sammelte Spenden, um etwas gegen die Not dort unternehmen zu können.

Zu seinem 75. Geburtstag im April 2005 und seinem 50. Priesterjubiläum 2006 erwiesen ihm viele Gratulanten die Ehre. Damals sagte er: „Wenn ihr mich einmal begrabt, dann wäre es für mich das schönste Kompliment, wenn einer an meinem Grab sagen könnte: Dieser Pfarrer war für uns wie ein Kirchturm, wie ein Fingerzeig nach oben, damit wir den Himmel nicht vergessen, der uns Mut gemacht hat und nicht Angst“. Unzählige Menschen fanden Kraft durch den Geistlichen. Pfarrer Anyanwu erinnerte an Kammermayers unvergessliche Geste, lächelnd und mit erhobenem rechtem Daumen: „1:0 für Jesus!“.

Zum Abschluss dankte Pfarrer Anyanwu allen Mitwirkenden und Helfern. „Unser Erhard Kammermayer ist nun sicher bewegt und froh, dass wir ihn nicht vergessen haben. Er bestellt uns einen schönen Gruß vom lieben Gott. Möge ihm der Herrgott vergelten, was er uns Gutes getan hat.“ (krp)

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