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Erinnerungsort im Wald

Vor 70 Jahren starb Dr. Otto Menzinger. Er war 30 Jahre Pfarrer in Rimbach. An seiner Todesstelle steht ein Gedenkstein.
Siegfried Volkner

Der Gedenkstein, den die Pfarrei Rimbach für Otto Menzinger errichtet hat Foto: Siegfried Volkner
Der Gedenkstein, den die Pfarrei Rimbach für Otto Menzinger errichtet hat Foto: Siegfried Volkner

Rimbach.Am kommenden Mittwoch jährt sich zum 70. Mal der Todestag von Dr. Otto Menzinger, dem Bischöflich geistlichen Rat, der 30 Jahre als Pfarrer in Rimbach wirkte. Er war damals auf dem Heimweg durch den Wald einem Herzschlag erlegen, nachdem er am Morgen noch in Oberdörfl einen Gottesdienst gehalten hatte. An seiner Sterbestelle erinnert ein Gedenkstein an den beliebten Seelsorger, der vor allem auch als Initiator für die Lichtenegger Spiele gilt.

„Hier in der Einsamkeit des Bergwaldes gab der Hochw.H,geistl.Rat Dr. Otto Menzinger, 30 Jahre Pfarrer in Rimbach infolge eines Herzschlages am 29. 4. 1950 seine Seele seinem Schöpfer u. Herrn zurück“. Diese Inschrift steht auf dem Stein, den die Pfarrei Rimbach an der Stelle errichtet hat, an dem der Pfarrer verstorben war. Auch wenn die Schar der Gläubigen, die Menzinger persönlich kannten, immer kleiner wird, ist sein Nam in Pfarrei und Gemeinde tief verwurzelt.

Im August 1920 wurde er zum Pfarrer von Rimbach bestellt. Es war seine erste und auch letzte Pfarrstelle. Denn nach seinem 30-jährigen Wirken verstarb er im Alter von knapp 75 Jahren dort, wo er sich immer gerne aufhielt: in der Natur. Menzinger war weit über die Grenzen seiner Pfarrei hinweg geachtet und geschätzt und war als guter Prediger bekannt, der oft auch zu besonderen Anlässen als Festprediger bestellt wurde. Zudem hatte er sich als Schriftsteller einen Namen gemacht.

Doch nicht nur das: Er war auch der geistige Urheber und Dichter der Festspiele auf Burg Lichtenegg. Zusammen mit dem Ehepaar Bernhard und Elfriede Notz hat Menzinger die Spiele initiiert und damit Pfarrei und Gemeinde ein Vermächtnis hinterlassen, das im Lichtenegger Bund und den Burgfestspielen weiter lebt. Aus seiner Feder stammt der Zyklus „Lichtenegg“ (1947), „Hadumoth“ (1949) und „Siegmund von Sattelbogen“ (1950). In seinem letzten Werk, dessen Aufführung er nicht mehr erlebt hat, hat er wohl in einer visionären Schau seinen eigenen Tod vorauserzählt. So wie Siegmund von Sattelbogen im hohen Bergwald zu Tode kam, fand man auch Menzinger am 29. April 1950 tot im Hochwald bei Grafenried.

In Rimbach fand Menzinger auch seine letzte Ruhestätte im Priestergrab an der Außenmauer der Pfarrkirche. Im Zuge der Kirchenerweiterung in den 70er Jahren wurde das Priestergrab in den Friedhof verlegt. Die Grabplatte wurde restauriert und ist jetzt im alten Teil der Pfarrkirche neben dem Aufgang zur Empore angebracht. (kvo)

Dr. Otto Menzinger

  • Leben:

    Otto Menzinger wurde am 31. Mai 1875 in Straubing geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Metten studierte er an der theologischen Hochschule in Regensburg und promovierte in Freiburg im Breisgau zum Doktor.

  • Wirken:

    Weitere Stationen seines Lebensweges waren Tätigkeiten am Kooperator in St. Peter in Straubing und als Expositus in Johannisbrunn bei Vilsbiburg.

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