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Politik

Es war still im Klassenzimmer

Der EU-Abgeordnete Ismail Ertug erzählte an der FOS in Cham nicht zuletzt von den Anschlägen in Brüssel.

Die Schüler hatten viele Fragen an Ismail Ertug. Foto: May
Die Schüler hatten viele Fragen an Ismail Ertug. Foto: May

Cham.Mit dem Besuch des EU-Abgeordneten Ismail Ertug an der Fachoberschule ist die im März abgehaltene Studienfahrt nach Straßburg abgerundet worden. Ein Treffen mit dem Sozialdemokraten war damals vor Ort geplant gewesen, jedoch befand sich der Abgeordnete des Europaparlaments zu dieser Zeit in Brüssel. Umso mehr freuten sich die Schüler, dass Ertug jetzt die Zeit fand, einen kleinen Vortrag an ihrer Schule zu halten.

Nach einer Kurzvorstellung richtete sich der Parlamentarier an die Schüler. Fragen zu Institutionen, dem Aufbau der EU und ihren Mitgliedsstaaten konnten die jungen Leute präzise beantworten. Ertug erklärte Abläufe, beschrieb Fraktionen und erzählte interessante Dinge aus seinem Alltag. Für gewöhnlich befindet sich der Abgeordnete drei Wochen im Monat in Brüssel und eine Woche in Straßburg. Dies hänge damit zusammen, dass zwölf Tagungen im Jahr in Straßburg vorgeschrieben sind. Montags fahre er mit dem Auto von Kümmersbruck zum Münchner Flughafen, steige in den Flieger nach Brüssel und sei sofort in das politische Geschehen eingespannt.

Ob Mitarbeiterbesprechungen, Ausschuss-Tagungen oder Lobbyistentreffen: Die Tage sind prall gefüllt. Aktions- oder Gruppensitzungen gehören ebenfalls zu seinem Alltag. Der Amberger hat elf Bundestagswahlkreise abzudecken, sieht dies aber nicht als Belastung an. Eine besondere Rolle wurde ihm als Mitglied des Untersuchungsausschusses im Abgasskandal zuteil.

Die Schüler machten zahlreich von der Gelegenheit Gebrauch, Fragen an den Politiker zu richten. Während ein Schüler sich für die Haltung Ertugs zur Cannabis-Legalisierung interessierte, tauchte im nächsten Atemzug eine Frage zur Glyphosatproblematik auf. Die Frage nach der Legalisierung sei eine nationale Angelegenheit und nicht Kompetenz der EU. Beim Glyphosat erklärte der ehemalige Amberger Stadtrat, dass Politik nicht immer rational sei. Nach eigener Auffassung müsse das Mittel eigentlich verboten werden, jedoch sieht der 42-Jährige auch den Interessenkonflikt betroffener Landwirte.

Thematisiert wurden ferner die extremistischen Strömungen in Europa und Deutschland. Ertug sieht hier die Ursache im Versprechen einfacher Lösungen für die Menschen. Zudem sei die EU seit zwei Jahrzehnten im Krisenmodus. Besonders wichtig sei es, die Volksparteien wieder zu stärken.

Nicht nur als die Frage nach dem Befinden des Politikers nach den Terroranschlägen von Brüssel am 22. März 2016 gestellt wurde, war es sehr ruhig im Klassenzimmer. Genauso still war es, als der Parlamentarier das Innehalten aller Abgeordneten am Terrortag schilderte. Er ermutigte die Schüler, aktiv zu werden. Es sei wichtig, zur Wahl zu gehen und Zukunft mitzugestalten. (cia)

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