mz_logo

Region Cham
Freitag, 20. April 2018 26° 2

Leben

Es werden dringend Hebammen gesucht

Die Sana Kliniken und der Landkreis Cham wollen gemeinsam, Geburtshelferinnen finden. Besonders Rückkehrerinnen sind gefragt.

Hebammen-Bedarf gibt es vor allem bei der Geburtsvor- und nachsorge. Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Cham.Der Landkreis Cham und die an den Sana Kliniken des Landkreises Cham tätigen Hebammen ziehen nach Mitteilung des Landratsamtes Cham an einem Strang, wenn es um die Begleitung der werdenden und jungen Mütter in der Region geht. Die Stellen im Kreißsaal des Chamer Krankenhauses seien derzeit besetzt. Bedarf geben es aber bei der Geburtsvor- und nachsorge. Franz Löffler kündigt deshalb unterstützende Maßnahmen an: „Die Versorgung der Schwangeren und Mütter mit qualifizierten Hebammen ist uns jede Anstrengung wert, geht es doch dabei um die Zukunft unserer Landkreisbevölkerung und einen zentralen Aspekt der Versorgung unserer ländlichen Region.“ In einem ersten Schritt würden Berufsrückkehrerinnen gesucht. Mit speziell darauf abgestimmten Stellenanzeigen und durch weitere Aktionen wolle man diese Gruppe gezielt ansprechen. Die Initiative werde von der Projektgruppe der Gesundheitsregion Plus des Landkreises koordiniert.

Die Projektgruppe bestehe aus Hebammen, dem Leiter des Gesundheitsamtes, der Koordinierungsstelle „Frühe Kindheit“ am Landratsamt Cham, Vertretern der Landkreisverwaltung und der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Cham.

Landrat Franz Löffler und Mitglieder der Projektgruppe Hebammenversorgung der Gesundheitsregion plus im Landkreis Cham präsentieren die Stellenanzeige. Foto: Landratsamt

Als ersten Schritt wolle man sich dabei gleich zu Beginn darum kümmern, Berufsrückkehrerinnen zu gewinnen. „Laut Umfrageergebnissen beträgt die Verweildauer von Hebammen im Beruf im Durchschnitt nur 3,5 Jahre“, sagt Andrea Bemerl, Hebamme am Chamer Krankenhaus. „Dies ist eine sehr erstaunliche Zahl, gerade vor dem Hintergrund der drei Jahre dauernden Ausbildung“, sagt Dr. Albert Eisenreich, Leiter des Gesundheitsamtes, und fährt fort „es müssten also einige Hebammen wahrscheinlich sogar im Landkreis Cham vorhanden sein, die vielleicht wegen Schwangerschaft oder aus anderen Gründen ihre Tätigkeit aufgegeben haben“.

„Möglicherweise hat auch die frühere ungünstige Situation bei der teuren Berufshaftpflicht dazu beigetragen, was aber seit circa zwei Jahren durch eine teilweise Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung heute kein großes Problem mehr ist“, erläutert Andrea Bemerl.

Peter Fleckenstein, der Leiter der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Plus, ergänzt: „Aus meinem persönlichen Umfeld ist mir bekannt, dass zum Teil auch die Arbeitszeiten eine Rolle spielen, die sich manchmal schwer mit dem Familienleben vereinbaren lassen“. Auch hier gebe es aber neue Ansätze, erläutert Bettina von Armansperg, ebenfalls Hebamme am Chamer Krankenhaus: „Bei uns gibt es verschiedene Arbeitszeit- und Teilzeit-Modelle, die viele Kombinationen zulassen und uns die Arbeit erleichtern.“

Landrat Löffler habe darüber hinaus zugesagt, dass der Landkreis rückkehrinteressierte Hebammen beim Besuch eines eventuellen Wiedereinsteigerkurses unter bestimmten Voraussetzungen auch finanziell unterstützen wird. Interessierte „Wiedereinsteigerinnen“ können sich schon jetzt gerne bei den Chamer Hebammen (Andrea Bemerl, Tel. (0 99 71) 76 05 98, melden.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht