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Landwirtschaft

Extremes Wetter macht den Bauern Sorgen

Behörden informieren Landwirte über Neuerungen.

Pflanzenschutzberater Thomas Mayer ging auf die Zulassungs- und Auflagensituation von Pflanzenschutzwirkstoffen in der Landwirtschaft ein.  Foto: Alt Wolfgang
Pflanzenschutzberater Thomas Mayer ging auf die Zulassungs- und Auflagensituation von Pflanzenschutzwirkstoffen in der Landwirtschaft ein. Foto: Alt Wolfgang

Cham.Zum Acker- und Pflanzenbautag 2020 hatten das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Cham sowie der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VlF) Cham am Donnerstag ins Hotel am Regenbogen eingeladen. Heribert Semmler, Behördenleiter des AELF Cham begrüßte die Anwesenden und führte in die Themen der drei Referenten des Tages ein.

Zu Beginn befasste sich Theresia Addokwei vom Fachzentrum Pflanzenbau in Regensburg mit den Themen Trends bei Extremwetterereignissen, Mehrgefahrenversicherungen sowie Sorten- und Anbauhinweise bei Sommergetreide und Mais. Der Rückblick auf 2019 zeige eine Fortsetzung bei Extremwetterereignissen, so Addokwei.

Beispielhaft dafür stehe ein deutlicher Anstieg bei den Hitzetagen (über 30 Grad Celsius) im Juni 2019. Damit einher gehe auch eine Zunahme der Tage ohne Niederschläge. Für Landwirte stellt sich bezüglich Extremwetterlagen die Frage, ob eine eigene Mehrgefahrenversicherung – soweit Schäden versicherbar sind – abgeschlossen werden soll. Wenn Schäden versicherbar sind, kommen in Zukunft Staatliche Beihilfen im Wesentlichen nicht mehr in Frage.

Aktuell empfohlene Sorten im Braugerstenanbau sind Avalon, RGT Planet, Accordine und Solist. Auf Hafer eingehend, erwähnte Addokwei die aktuell hohe Nachfrage nach Schälhafer zur Verwendung im Lebensmittelsektor.

Wird mehr Unabhängigkeit von Zukaufs-Futtereiweiß angestrebt, kann der Sojaanbau interessant sein. Die für Sojabohnen relativ früh reifen Sorten ES Comandor und Merlin eignen sich auch für den Anbau im Landkreis Cham. Zur Sortenauswahl bei der wichtigsten Sommerfrucht, Mais, stellte Addokwei die Sorten aus dem frühen Sortiment in den Vordergrund. Sowohl bei der Ertragsleistung, wie auch bei der Futterqualität bietet diese Sortengruppe die größte Sicherheit für den Anbau im Landkreis Cham.

Sebastian Betz, Pflanzenbauberater beim Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Oberpfalz, befasste sich in seinen Ausführungen mit Erkenntnissen zu veränderten Saatabständen und Einsatz von Mikrogranulaten im Maisanbau: Demnach bringe besonders die neuartige Ablage im sogenannten Dreiecksverband Vorteile wie etwa bessere Standraumverteilung und schnellere Bodenbedeckung. Auch das Thema Mikrogranulate biete bei Stresssituationen Vorteile für das Pflanzenwachstum.

Eingangs seiner Ausführungen stellte Thomas Mayer, Pflanzenschutzexperte vom Fachzentrum Pflanzenbau am AELF Regensburg fest, dass es auch in Zukunft Pflanzenschutz geben muss, wenn man auf landwirtschaftlichen Flächen wirtschaftlich Lebens- und Futtermittel erzeugen will. Denn Schädlinge, Krankheiten und Konkurrenzpflanzen bei landwirtschaftlichen Kulturen werden nicht weniger.

Auf die Krankheitssituation bei Getreide im Jahr 2019 eingehend sprach Mayer von einem eher schwachen Befallsjahr. Demzufolge waren die ökonomischen Vorteile von Bekämpfungsmaßnahmen eher knapp. Zudem wird die Zulassungssituation bei vielen Pflanzenschutzmitteln immer kritischer. Aufgrund höherer Anforderungen im Rahmen der Wirkstoffgenehmigung auf europäischer Ebene werden in den nächsten Jahren wichtige und in der Praxis eingeführte Wirkstoffe und damit Pflanzenschutzpräparate wegfallen, so der Pflanzenschutzexperte aus Regensburg. Dies erhöht auch das Resistenzrisiko.

Am Ende seiner Ausführungen erläuterte Mayer die Befallssituation bei Maisschädlingen. „Der Westliche Maiswurzelbohrer ist im Landkreis Cham angekommen und ist zum Teil schon etabliert“, so Pflanzenschutzberater Mayer. Hier ist die geordnete Fruchtfolge mit maximal 67 Prozent besser noch 33 Prozent Mais-Fruchtfolgeanteil auf der Fläche die beste Möglichkeit zur Bekämpfung dieses Maisschädlings.

Auf die Maisbeizung eingehend gab Mayer noch die wichtige Information bekannt, dass Maissaatgut, das mit dem Mittel Mesurol gebeizt ist, bis 3. April ausgesät werden kann.

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