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Kommentar

Falsche Ruhe vor dem Sturm

Ein Kommentar von Michael Gruber

Der Wert von abstrakter Kunst liegt ja immer im Auge des Betrachters und Ästhetik ist eine Frage des Geschmacks. Am Kunstmarkt geht so ein Original, das Helmut Sturm während seines Wirkens in der Gruppe SPUR geschaffen hat, schon einmal für bis zu 130000 Euro über den Tisch. Sturm hat mit seinen Ideen ein Stück Kunstgeschichte geschrieben – er zählt heute ganz offiziell zur deutschen Avantgarde der Nachkriegszeit. Und noch was zählt zur Geschichte von Helmut Sturm: Er ist ein gebürtiger Further.

Umso schwerer ist es zu verstehen, warum seine Farben und Motive bisher noch keinen festen Platz in der Stadt gefunden haben und kaum Originale zu sehen sind, die letztlich ja auch als Leihgabe verfügbar sind. Der 2008 in Pullach bei München gestorbene Maler hat es als Teil des Künstlerkollektivs in das SPUR-Museum in Cham geschafft – immerhin.

Der Großteil seiner Originale ist aber im Fundus von Kunstliebhabern in ganz Deutschland verteilt und liegt in prominenten Händen. Henri Nannen, Gründer und inzwischen verstorbener Chefredakteur der Zeitschrift Stern zum Beispiel hinterließ eine der größten Sturm-Sammlungen, die heute in der Kunsthalle Emden in Ostfriesland ausgestellt sind.

Und in Furth im Wald? Muss Helmut Sturm sein Dasein in einem Keller am Stadtplatz fristen. Wenn die Welt zur Landesgartenschau in die Stadt kommt, hat der Mann durchaus eine „Beletage“ in der Drachenstadt verdient. Ganz egal, wo die sich am Ende befindet.

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