MyMz
Anzeige

Familien-Beziehung in der Krise stärken

Die Corona-Ausgangsbeschränkungen sorgen bei vielen Familien für mehr Stress und Konflikte. Die Beratungsstelle gibt Tipps.

Gerade bei Paaren mit Kindern ist die momentane Situation oft eine Belastungsprobe.  SymbolFoto: Christin Klose/dpa
Gerade bei Paaren mit Kindern ist die momentane Situation oft eine Belastungsprobe. SymbolFoto: Christin Klose/dpa

Cham.Viele Paare befinden sich durch Corona in einem Ausnahmezustand. Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Cham gibt deshalb hilfreiche Ratschläge zur Konfliktbewältigung. Denn einige Beziehungen werden nun auf die Probe gestellt. Beispielhaft zeigt sich das an Mia und Luis (die Namen wurden geändert). Sie sind beide Mitte vierzig und haben zwei Kinder. Ihre 15-jährige Tochter habe vor Kurzem gesagt, dass es unerträglich sei, wie viel die Eltern täglich streiten. Daraufhin haben Mia und Luis beschlossen, sich Unterstützung zu holen und haben sich an die Beratungsstelle gewandt.

Vor der Corona-Krise, so berichtet das Paar, seien sie ein gut eingespieltes Team gewesen. Beide bezeichnen sich als sehr aktiv und beruflich engagiert. Ihr Alltag und das harmonische Familienleben habe sich durch die Einschränkungen jedoch grundsätzlich verändert. Beide arbeiten nun im Homeoffice und auch die Kinder sind oft stundenlang mit ihren Schulaufgaben beschäftigt und fordern Unterstützung ihrer Eltern ein. Besonders Luis leidet unter der ständigen Unordnung und den Konflikten. „Ich brauche einfach mehr Ruhe. Ich halte diese Familie manchmal nicht mehr aus“, sagt er. Mia fühlt sich dadurch ständig unter Druck gesetzt und kritisiert.

Leben

Familien-Tipps für den Corona-Alltag

Wegen der Corona-Krise steht das Alltagsleben vieler Kopf. Die Beratungsstelle in Cham gibt Halt in einer ungewissen Zeit.

Konflikte durch intensive Nähe

Wie Mia und Luis geht es derzeit vielen Paaren. Die völlig neuen Lebensumstände und die intensive Nähe in den eigenen vier Wänden können zu einem enormen Stress führen und die Partnerschaft an die Grenze ihrer Belastbarkeit bringen. Dabei kann es gerade in diesen Krisenzeiten gut sein, sich klarzumachen, was die eigene Partnerschaft stark macht und auf lange Sicht erhält. Denn in einer Welt, in der sich alles grundlegend verändert, kann eine stabile Beziehung ein wichtiger Halt sein. Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern hat deshalb Anregungen zusammengestellt, die dabei helfen, Konflikte in der Partnerschaft zu reduzieren, um mit dem Partner wieder in eine gute Balance zu kommen.

Ein wichtiger Tipp: Bei sich selbst anfangen! Zunächst sollte sich jeder einmal selbst fragen, was man für eine zugewandte und wohlwollende Beziehung beitragen könne. Wenn es gelingt, nicht nur auf die eigenen Bedürfnisse zu schauen, sondern auch Wünsche und Nöte des Partners miteinzubeziehen, ist viel gewonnen. Ein kleiner erster Schritt kann sein, dem Partner in den nächsten 20 Minuten eine ernst gemeinte, wohlwollende Bemerkung zu sagen.

Ausgangsbeschränkung

10 Tipps fürs Daheimbleiben

Pinsel oder Kochlöffel schwingen: Wir haben zehn Anregungen, was Sie zu Hause trotz Ausgangsbeschränkungen machen können.

Auch wenn es im Stress und Streit schwerfällt, nicht ständig zu kritisieren und auf vermeintlichen Fehlern herumzureiten, ist es hilfreich, in Konfliktsituationen Zuneigung zu zeigen. Ein kleiner erster Schritt: Schreiben Sie auf zwei Notizzetteln jeweils eine liebevolle Verhaltensweise Ihres Partners.

Während einer Auseinandersetzung kann es ratsam sein, den „Pause-knopf“ zu drücken, den Streit beiseitezuschieben und zuerst etwas miteinander zu tun, das beiden guttut. Denn schöne Erlebnisse bauen Ärger ab und manche Uneinigkeit erledigt sich so von alleine. Das kann heißen, die Lieblingsserie anzuschauen, ein Brettspiel herauszukramen oder gemeinsam zu essen. Ein erster Schritt: Folgen Sie beim nächsten Streit nicht Ihrem ersten Impuls, der den Streit verschärft. Halten Sie stattdessen kurz inne und versuchen Sie, Ihren Partner für eine gemeinsame Aktivität zu gewinnen.

Beratungsstelle

  • Öffnungszeiten:

    Die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern ist täglich von 8 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr telefonisch unter der Nummer (0 99 71) 7 99 74 erreichbar. Für große Sorgen und Nöte gibt es eine Corona-Sprechstunde täglich von 13 bis 14 Uhr.

  • Online:

    Aktuelle Informationen finden Sie auch auf der Homepage www.beratungsstelle-cham.de.

Bewusst miteinander sprechen

Ist die Stimmung seit längerem angespannt und festgefahren, ist es oft schwer, auf den anderen zuzugehen. Um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, empfehlen Paartherapeuten, sich Zeit füreinander zu nehmen und ein gemeinsames Gespräch zu führen. Damit das Gespräch positiv verläuft, ist es wichtig, dass beide Partner eine wertschätzende und offene Haltung dem anderen gegenüber einnehmen. Nehmen Sie sich für ein gemeinsames Gespräch eine ungestörte Stunde am Wochenende Zeit. Ein erster kleiner Schritt: Versuchen Sie, offen über aktuelle Belastungen zu sprechen. Hören Sie aufmerksam zu und unterbrechen Sie sich nicht. Rückmeldung fangen Sie an mit: „Was ich verstanden habe, ist, dass du dir wünschst ...“

Tipps

Spielerisch durch die Corona-Krise

Abwechslung gegen den Lagerkoller ist gefragter denn je. Wir haben 10 Spiele-Vorschläge für schöne Abende daheim für Sie.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht