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Gesundheit

Fasten: Warum Entschlacken Unsinn ist

Sana-Chefarzt Dr. Egbert Frick aus Cham klärt über den Mythos vom Entgiften auf und zeigt, wie eine dauerhafte Diät gelingt.

Doch die Idee, den Körper durch Fasten und massenhafte Flüssigkeitszufuhr entschlacken zu müssen, ist ein Märchen, so Dr. Egbert Frick. Foto: dpa
Doch die Idee, den Körper durch Fasten und massenhafte Flüssigkeitszufuhr entschlacken zu müssen, ist ein Märchen, so Dr. Egbert Frick. Foto: dpa

Cham.Für ein ausgewogenes Frühstück fehlt am Morgen oftmals die Zeit. Mittags folgt die schnelle Currywurst von der Imbissbude um die Ecke und im Anschluss hilft ein Schokoriegel gegen das nahende Nachmittagstief. Was essen wir den ganzen Tag für ungesunde Speisen. Hinzu kommt die vielfach sitzende Tätigkeit im Büro sowie auf dem Arbeitsweg.

Warum nicht die bevorstehende Fastenzeit nutzen, um den eigenen Körper endlich einmal wieder von Altlasten zu befreien? Tatsächlich versprechen verschiedene Methoden Befreiung von überflüssigen Belastungen, indem sie den Körper einer Art Grundreinigung unterziehen. Dr. Egbert Frick, Chefarzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie an den Sana Kliniken des Landkreises Cham, widerspricht dem Mythos einmaliger Entschlackungskuren. Und er erklärt, wie eine langfristige Ernährungsumstellung gelingen kann.

Die Fastenzeit hat begonnen. Viele nutzen die folgenden Wochen bis zum Osterfest für eine radikale Entgiftungskur. Doch die Idee, den Körper durch Fasten und massenhafte Flüssigkeitszufuhr entschlacken zu müssen, ist ein Märchen. Wissenschaftliche Belege für die Existenz von Schlacken im Körper gibt es nicht. „Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind Giftstoffe und sonstige schädliche Ablagerungen, die sich im Körper ansammeln und die mit entgiftenden Stoffen ausgeschwemmt werden müssen, ein Mythos“, erläutert Dr. Frick.

„Schlacken oder andere vermeintliche Gifte müssen wir nicht per Fastenkur loswerden. Der Körper erledigt das selbstständig.“

Dr. Egbert Frick

„Der Körper erledigt diese Art Entgiftung selbstständig, indem er die Stoffwechselprodukte vor allem über den Darm und die Niere ausscheidet.“ Der Darm ist kein Ofenrohr, an dessen Wänden die Essenreste festkleben, die regelmäßig gekehrt werden müssen, so wie es etwa der Schornsteinfeger macht. „Vielmehr ist der Darm immer aktiv und in Bewegung, selbst wenn wir schlafen.“ „Schlacken oder andere vermeintliche Gifte müssen wir nicht per Fastenkur loswerden“, so der Internist. „Sogenannte Detox-Anwendungen, wie spezielle Getränke, Pulver oder gar Entgiftungspflaster sind teuer und nützen nur dem Verkäufer.“

Dauerhafte Ernährungsumstellung wirkungsvoller als Radikalkur zur Fastenzeit. „Für unseren Stoffwechsel belastend sind vor allem Fastfood, Fertigprodukte und Essen aus der Konserve.“ Sie enthalten oft zu viel Zucker, Fette sowie Zusatzstoffe und kaum Ballaststoffe. „Das führt nicht nur zu Übergewicht, sondern belastet unseren Körper wie eine bakterielle Infektion, wie neueste Studien zeigen“, erklärt Dr. Frick. Menschen, die langfristig abnehmen wollen, kommen mit einer Radikalkur zur Fastenzeit kaum ans Ziel. Ganz im Gegenteil: Nach starkem Fasten setzt oft der Jo-Jo-Effekt ein. Denn beim Fasten schaltet der Körper auf ein Notprogramm, vermindert seinen Grundumsatz. Nach dem Fasten will der Körper den Speicher wieder auffüllen. Das führt oft zum Jo-Jo-Effekt.

Lesen Sie hier: Sind Plätzchen und Co schädlich? Dr. Frick, Chefarzt der Chamer Sana Kliniken, erklärt, wie hohe Blutfettwerte dem Körper schaden.

Wer abspecken will, muss seine Ernährung dauerhaft umstellen und vor allem möglichst wenig industriell hergestellte Lebensmittel auf dem Speiseplan haben. Denn hier finden sich oftmals versteckte Fette oder Zucker – auch in Produkten, in denen man es nicht unbedingt vermutet.

„Nutzen Sie die Fastenzeit als Startpunkt, sich bewusster mit Ihrer Gesundheit und vor allem Ihrer Ernährungsweise auseinanderzusetzen“, rät der Mediziner. Entscheidend ist es, dabei vor allem ehrlich zu sich selbst zu sein und sich kleine Ziele zu setzen, die sich in den Alltag integrieren lassen und zum eigenen Leben passen. Sonst siegt schnell wieder „der innere Schweinehund“, so Dr. Egbert Frick, von den Sana Kliniken des Landkreises Cham.

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