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Kirche

Feste sind gelebtes Brauchtum

Gastgeber für den Dekanatstag im Dekanat Kötzting war diesmal die Pfarrei Miltach. Höhepunkt war der Gottesdienst am Abend.
Von Christian Röhrl

Der Gottesdienst am Abend mit acht Priestern und Diakon Martin Peintinger war der Höhepunkt. Foto: kcr
Der Gottesdienst am Abend mit acht Priestern und Diakon Martin Peintinger war der Höhepunkt. Foto: kcr

Miltach.Bereits am Nachmittag fanden sich die Priester und pastoralen Mitarbeiter zu Gesprächen im Pfarrheim „St. Martin“ ein. Um 17 Uhr folgte eine Vesper; zum Abendgottesdienst waren auch die Pfarrgemeinderäte, die Kirchenverwaltungsmitglieder und die Pfarrangehörigen der Pfarreiengemeinschaft Blaibach-Miltach eingeladen. Als Prediger stelle Dekan Herbert Mader die gelebten Bräuche und Traditionen der Pfarrgemeinden des Dekanates in den Vordergrund.

Mit festlichem Orgelspiel von Organist Thomas Raab zogen acht Priester und Diakon Martin Peintinger am Donnerstagabend in die St. Martinskirche in Miltach mit Dekan Herbert Mader zum Altar. Der Stadtpfarrer begrüßte alle Kirchenbesucher, die Mitbrüder, pastoralen Mitarbeiter, die Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen aus den Pfarreien des Dekanates Kötzting.

Der Prediger, Dekan Herbert Mader, stellte die Frage: „Sind die kirchlichen Feste und Bräuche in unserer Region noch das, was sie sein sollten? Sind es reine Feiern nach Kalender und wie viel Routine hat sich eingeschlichen?“ Bezugnehmend auf die Lesung meinte der Priester: „Mose durchbricht das alltägliche Geschäft, und der Durchbruch eröffnet Neues, schafft Begegnung, erweitert den Horizont und führt zu einem neuen Auftrag.“ Die Feste und Bräuche wollen keine routinemäßigen Wiederholungen sein.

Stellenwert des Glaubens

All das, was Christen feiern, soll den Alltagstrott durchbrechen und einen aufbrechen lassen zu neuen Zielen. Die Feste seien auch Orte der Begegnung und damit heilige Orte. Feste und Bräuche sollen so gefeiert werden, dass das Feuer des brennenden Dornbusches lodert und Gottes Gegenwart gefeiert wird. Die Verweltlichung der Feste trage eher dazu bei, dass dieses Feuer erstickt und ausgelöscht wird, weil vieles andere im Vordergrund steht. „Ich ermutige dazu, zu schauen, welchen Inhalt man transportieren will, und welchen Stellenwert dabei der Glaube spielt.“ Über welche Konventionen, über wie viel Routine und oft nicht mehr Christliches der Feierkultur müsse man hinausgehen, um die Gegenwart Gottes erfahren zu können. Dann wären Weihnachten, Ostern und alle anderen kirchlichen Feste, wie Pfingstritt, Martini-Ritt, nicht immer das Gleiche, sondern jährlich neu der aufflammende Dornbusch, der sagt: „Ich bin bei euch“.

Beim Gottesdienst wurde namentlich der verstorbenen Priester der Pfarreien des Dekanats gedacht. In das Abschlusslied „Wer glaubt, ist nie allein“ stimmten alle Kirchenbesucher ein.

Als Dekan beglückwünschte Pfarrer Herbert Mader seine drei Mitbrüder Augustin Sperl aus Blaibach und Georg Englmeier aus Neukirchen für jeweils 40 Jahre priesterlichen Dienst. Silbernes Priesterjubiläum kann demnächst Pfarrer Peter Chettaniyil aus Grafenwiesen feiern.

Verabschieden musste der Dekan Kaplan Florian Rain, er kommt als Kaplan nach Amberg. Rain habe seinen priesterlichen Dienst verantwortungsbewusst und zuverlässig ausgeübt. Besonders bei der Feier von Gottesdiensten und der Spendung von Sakramenten, als Offiziator beim Pfingstritt, sei sein aufgeschlossenes Wesen bekanntgeworden. Er habe sich in Kötzting in die Gesellschaft eingebracht und sei sehr geschätzt. Herbert Mader wünschte dem Scheidenden für seine weitere Kaplanstelle Gottes Segen. Er überreichte ihm und den drei Jubilaren im Namen des Dekanats Geschenke.

300 Jahre Martiniritt

Im Anschluss an die Eucharistiefeier fanden sich die Pfarrgemeinderäte und weitere kirchliche Mitarbeiter im Pfarrsaal ein, wo die Zuhörer ein recht interessanter Bildervortrag von Erwin Vogl erwartete. In diesem Jahr kann die Pfarrei Miltach auf 300 Jahre Martiniritt zurückblicken. Für Vogl eine gute Gelegenheit, mit Fotos auf die lange Tradition in der Regentalgemeinde zu schauen. Viele farbige und schwarz-weiße Aufnahmen belegten die lange christliche Tradition und die tiefe Verbundenheit des Ortes zu seinem Schutzpatron, den Heiligen Martin.

Am Ende der Präsentation ging Dekan Mader auf die bevorstehende Reform der Pfarreiengemeinschaften und die Zusammenlegung der Dekanate ein und beschrieb so die künftige seelsorgerische Ausrichtung der Diözese. Ein wichtiger Termin für das Dekanat Kötzting ist der 9. November, an dem Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in Miltach beim Gottesdienst und beim anschließenden Martiniritt anwesend sein wird. (kcr)

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