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Sicherheit

Feuerwehr-Großübung in Waldmünchen

100 Feuerwehrler aus Bayern und Böhmen übten gemeinsam auf deutschem Boden. Ein Brand im Bauhof wurde angenommen.
Von Benny Schlegl

Den Atemschutzträgern von deutschen und tschechischen Wehren werden Anweisungen erteilt. Fotos: Benny Schlegl
Den Atemschutzträgern von deutschen und tschechischen Wehren werden Anweisungen erteilt. Fotos: Benny Schlegl

Waldmünchen.Die Zusammenarbeit der Feuerwehren diesseits und jenseits der Grenze funktioniert schon seit vielen Jahren und wurde gerade in den vergangenen zwei Jahren noch intensiviert. Einmal mehr bewiesen dies die Einsatzkräfte bei der routinemäßigen jährlichen gemeinsamen Übung, in diesem Jahr auf deutschem Boden. Übungsobjekt waren Bauhof und Wertstoffhof Waldmünchen. Die Feuerwehr aus Klentsch stellte selbst auch Atemschutzgeräteträger und übernahm zusammen mit Waldmünchen die Personenrettung.

Schon viel wurde berichtet über gemeinsame Übungen und Einsätze der tschechischen und deutschen Feuerwehren. Eine Sache wird dabei besonders deutlich: Die Grenze zwischen beiden Ländern verschwindet im Feuerwehrwesen zunehmend – eigentlich ist sie schon gar nicht mehr da. Einmal mehr wurde dies bei der jährlichen grenzüberschreitenden Übung eindrucksvoll ersichtlich.

Das Einsatzszenario

Von den beteiligten Wehren wurden insgesamt zwei lange Schlauchleitungen verlegt. Fotos: Benny Schlegl
Von den beteiligten Wehren wurden insgesamt zwei lange Schlauchleitungen verlegt. Fotos: Benny Schlegl

Nach der gemeinsamen Einweisung am Grenzübergang setzte KBI Norbert Auerbeck die Feuerwehren um 18 Uhr in Bewegung. Die Bürgermeister Markus Ackermann und Ludwig Prögler sowie Fachberater für Chemie, Dr. Thomas Scheubeck, waren als Beobachter hinzugestoßen. Folgendes Einsatzszenario wurde angenommen: „Brand eines Fahrzeuges im Bauhof, eine Person unter dem Fahrzeug eingeklemmt. Der Brand droht auf den Wertstoffhof überzugreifen“. Für die Löschwasserversorgung wurden durch die eintreffenden Wehren zwei Förderleitungen aufgebaut. Für die Wasserentnahme an der ersten Leitung mit einer Gesamtlänge von 360 Metern zeigte sich die Feuerwehr Hocha verantwortlich, anschließend bauten die Wehren aus Chodov und Tiefenbach weiter. Für die zweite Leitung saugte die FFW Schäferei das Wasser aus einem Bach, dieses wurde dann über eine Gesamtlänge von 480 Metern von den Feuerwehren Höll, Untergrafenried und Pec weitergeleitet. Die Arbeiten wurden von den Kreisbrandmeistern überwacht.

Rettung

Ein Blick ins Herz der Chamer Feuerwehr

Die Wehr ist bei Unfällen vor Ort. Durch ihre Ausrüstung können die Ehrenamtlichen in allen Situationen Leben retten.

Im Bauhof von Waldmünchen war aufgrund starker Rauchentwicklung wenig Sicht. Fotos: Benny Schlegl
Im Bauhof von Waldmünchen war aufgrund starker Rauchentwicklung wenig Sicht. Fotos: Benny Schlegl

Direkt am „Einsatzort“ übernahmen die Feuerwehren Waldmünchen und Klentsch die Brandbekämpfung und die Personenrettung. Hierzu war schwerer Atemschutz notwendig, für welchen beiden Wehren die Trupps stellten. Die Koordinierung erfolgte vom Mehrzweckfahrzeug Waldmünchen aus. Parallel zum Atemschutzeinsatz brachte die FFW Waldmünchen auch die Drehleiter in Position, um eine Brandbekämpfung von außen zu starten. Die vermisste bzw. eingeklemmte Person wurde zügig gefunden und von den Trupps beider Nationen gerettet.

Nachdem das Übungsobjekt direkt an eine stark befahrene Straße grenzt, war eine Sperrung des Straßenabschnitts erforderlich. Dies wurde von den Kräften aus Tiefenbach und Waldmünchen übernommen. Gegen 19 Uhr konnten die Führungskräfte das Ende der gemeinsamen Übung verkünden.

Grenzüberschreitende Feuerwehrübung

  • Teilnehmer

    An der Veranstaltung beteiligen sich traditionell die Feuerwehren Hocha, Höll, Schäferei-Kümmersmühle, Tiefenbach, Untergrafenried und Waldmünchen, auf tschechischer Seite Hasici Klenci pod Cerchovem, Chodov, Pec pod Cerchovem.

  • Übungsobjekt

    KBI Norbert Auerbeck und KBM Andreas Bierl wählten den Bauhof und den Wertstoffhof zwischen Waldmünchen und Hocha.

Im Bauhof Waldmünchen suchten die Atemschutzträger nach der vermissten Person und fanden diese in einem Schacht. Fotos: Benny Schlegl
Im Bauhof Waldmünchen suchten die Atemschutzträger nach der vermissten Person und fanden diese in einem Schacht. Fotos: Benny Schlegl

Bei der abschließenden Besprechung hoben alle die reibungslose Arbeit der beteiligten Wehren hervor. KBI Norbert Auerbeck stellte fest: „Wir können uns gut auf einander verlassen. Vergangene Einsätze haben gezeigt, dass wir auch im Atemschutz zusammenarbeiten müssen. Und das war ein Schwerpunkt dieser Übung.“ Auch die Kommunikation habe mit Hilfe der beiden Dolmetscher Jarek Etzl und Katharina Haßfurter bestens geklappt, ebenso die Zusammenarbeit der Atemschutztrupps, die sich größtenteils mit Handzeichen verständigten. Auerbeck sagte, er freue sich schon auf die Übung im kommenden Jahr auf tschechischer Seite.

Dankbar für das Miteinander

Die beiden Bürgermeister zeigten sich stolz über die gezeigte Leistung ihrer Einsatzkräfte und lobten die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. „Die gegenseitige Hilfe gehört zu einem gemeinsamen Europa. Ich bin froh und dankbar über das bayerisch-böhmische Miteinander“, so Bürgermeister Markus Ackermann, der betonte, dass sich hier nicht nur Feuerwehrler treffen, sondern Freunde.

Als Dank gab es im Gerätehaus Waldmünchen für die rund 100 beteiligten Kräfte eine Brotzeit, bei der die Freundschaft zwischen den Wehren nicht zu kurz kam. Jedoch mussten dann doch einige Waldmünchner Einsatzkräfte zum Brand einer Industriehalle in Roding, der bis weit nach Mitternacht andauerte.

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