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Feuerwehr stellt sich enormer Hitze

Etwa 60 Atemschutzgeräteträger aus den Wehren des Landkreises probten in einem Brandübungscontainer für den Ernstfall.

Nach dem Anzünden der Spanplatten übten die Feuerwehrleute im Container für den Ernstfall. Foto: fer
Nach dem Anzünden der Spanplatten übten die Feuerwehrleute im Container für den Ernstfall. Foto: fer

FURTH IM WALD.Dem Feuer aus dem Weg gehen und es aus sicherer Entfernung mit adäquater Schutzkleidung bekämpfen. Das gilt grundsätzlich auch für die Feuerwehrleute. Wenn es allerdings bei einem Brand um die Rettung von Menschen geht, oder eine notwendige und mit vertretbarem Risiko mögliche Brandbekämpfung im sogenannten Innenangriff in Frage kommt, dann kommen sie zum Einsatz: die Atemschutzgerätträger.

Durch das Atemschutzgerät, in der Regel ein sogenannter Pressluftatmer, können sich Feuerwehrleute auch in nicht atembarer Umgebungsluft sicher bewegen. Seit den 90er Jahren ist auch die Feuerwehrschutzkleidung für Brandeinsätze sicherer geworden. Die mehrlagigen Einsatzjacken und -hosen aus schwer entflammbaren Stoffen mit nur in einer Richtung wasserdampfdurchlässigen Membranen und Flammschutzhauben, die auch den Ohren- und Halsbereich vor Hitze schützen, bewahren die Atemschutzgerätträger weitgehend vor größeren Schäden, auch wenn sie kurzzeitig – zum Beispiel bei einer Rauchgasdurchzündung – einer Stichflamme mit hohen Temperaturen ausgesetzt sind.

Fundierte Ausbildung ist wichtig

Damit das enorme Hilfspotenzial durch Atemschutzgeräte erschlossen werden kann, gleichzeitig aber auch die Gefahren der Einsatzstellen berücksichtigt werden, sind eine fundierte Ausbildung in einem Lehrgang für Atemschutzgerätträger unumgänglich. Voraussetzung für die Teilnahme sind die erfolgreich absolvierte Grundausbildung zum Truppmann und der Nachweis der von der Berufsgenossenschaft geforderten körperlichen Voraussetzungen durch ein ärztliches Zeugnis.

Der Atemschutz ist bei den Feuerwehren ein wichtiger und übungsaufwendiger Bereich. Damit die Einsatzkräfte für den Ernstfall besser gewappnet sind, hat das Bayerische Innenministerium 2015 für 1,2 Millionen Euro einen feststoffbetriebenen Brandübungscontainer finanziert, der in Kooperation mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern betrieben und von der Firma Dräger durchgeführt wird. Durch die Befeuerung mit Holz entsteht darin die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung. Kürzlich stand der Brandübungscontainer in der Dr.-Georg-Schäfer-Straße auf dem Gelände der Spedition Fischer, das Firmenchef Anton Fischer zur Verfügung gestellt hat. Christian Scheuer, Kreisbrandmeister Atemschutz/ Gefahrgut und Kommandant der Further Feuerwehr, und seinem Team oblag die Organisation für alle fünf Kreisbrandinspektionen. 64 Atemschutzgerätträger aus dem Landkreis, davon sieben Frauen, konnten in acht Gruppen mit je acht Teilnehmern am Brandschutztraining teilnehmen. Es begann jeweils mit einer eineinhalbstündigen theoretischen Einführung im Unterrichtsraum der bei der Feuerwehr Furth im Wald angesiedelten Kreisatemschutz-Ausbildungsstätte durch einen von der Werkfeuerwehr ZF Friedrichshafen AG Schweinfurt abgestellten Ausbilder.

Gefahren richtig einschätzen

Danach ging es zum Brandübungscontainer, in dem durch die Befeuerung mit Holz in kurzer Zeit Rauchgasdurchzündungen herbeigeführt werden konnten. Die Feuerwehrleute verspürten darin zum größten Teil erstmals die die enorme Hitze bei einem sogenannten „Flash over“ mit Temperaturen von 800 bis 10 00o Grad in der durchzündenden Rauchschicht an der Decke des Containers. Nur ganz unten war die Hitze noch so erträglich, dass sie reihum mit einem Strahlrohr nacheinander einen Löschangriff vortragen konnten. Alle Teilnehmer bestätigten, dass die Übungseinheit eindrucksvoll aufgezeigt hat, wie Brandverläufe erkannt und Gefahrensituationen richtig eingeschätzt werden können. (fer)

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