MyMz
Anzeige

Bandschutz

Feuerwehrübung in extremer Einödlage

Ein Stall mit 40 Rindern steht in Vorderwaldeck in Flammen. Im Ernstfall hätten die Lamer Feuerwehren das Szenario im Griff.

Die Lamer Einsatzkräfte waren zum Schutz des Wohnhauses der Familie Winter auf dem Vorderwaldeck postiert.Foto: kli
Die Lamer Einsatzkräfte waren zum Schutz des Wohnhauses der Familie Winter auf dem Vorderwaldeck postiert.Foto: kli

Lam. „Solche Lagen fordern hinsichtlich des hohen Material- und Personalaufwands für die Löschwasserförderung heraus,“ brachte KBI Andreas Bergbauer die Erschwernis bei der Gemeinschaftsübung auf den Punkt. Am Freitagabend waren die Feuerwehren des KBM-Bereichs und der Nachbarn aus Neukirchen b. Hl. Blut und Atzlern dazu angetreten. Entsprechend der Lage hatte die ausrichtende Wehr aus Lam dann auch drei Förderstrecken geplant. Der KBI, der KBM und Bürgermeister Paul Roßberger waren aufmerksame Beobachter des Übungsgeschehens.

Als Einsatzleiter stand der neue 3. Kommandant Michael Neumeier in der Verantwortung. Die Führungskräfte bedankten sich unisono bei den Feuerwehrkameraden, dass sie so zahlreich – knapp 150 an der Zahl – zur Gemeinschaftsübung an dem sehr anspruchsvollen Objekt erschienen waren. Anerkennung galt ebenso der Familie Winter, die das Gelände für die großangelegte Übung zur Verfügung stellte.

„Brand in Stall“ angenommen

„Die FFW Lam hat angeboten, die Gebäudlichkeiten auf der Einöde zu beüben“, so KBM Josef Pritzl. Nach den Worten von Kommandant Matthias Roider wollten die Lamer Floriansjüngern schon seit einiger Zeit auf den Weilern wieder Übungen abzuhalten, weil dies länger nicht mehr der Fall gewesen war. 3. Kommandant Michael Neumeier, der den Ablauf mit Unterstützung seiner Amtskollegen ausgearbeitet hatte, ließ den Übungsverlauf zusammen mit den drei Abschnittsleitern Revue passieren.

Die Feuerwehren Haibühl und Arrach verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf die Maschinenhalle. Foto: kli
Die Feuerwehren Haibühl und Arrach verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf die Maschinenhalle. Foto: kli

Angenommen wurde der Brand der Stallung mit 40 Rindern, zu dessen Bekämpfung eine zweite Drehleiter eingesetzt würde. Deshalb habe man von vorneherein die Feuerwehren Neukirchen b. hl. Blut und Atzlern hinzugezogen.

„Alle wasserführenden Fahrzeuge ab 2000 Liter ließen wir möglichst nahe an das Anwesen heranfahren und die Brandbekämpfung von allen Seiten eröffnen“, schilderte Neumeier. Die Strahlrohre wurden aus drei Förderleitungen gespeist. Auf der Gebäude-Frontseite, also bei der Zufahrt zum Objekt, herrschte Platzmangel, so dass der Fuhrpark gut eingeteilt werden musste, worum sich der Abschnittsleiter für Brandbekämpfung, Christian Bergmann, kümmerte.

Im Innenhof positionierten sich die Lamer Kräfte inclusive Drehleiter, die das Wohnhaus der Familie Winter schützten. Die Kräfte aus Lohberg bezogen an der Scheune oberhalb Stellung und bauten dort eine Widerstandslinie auf. Die gleiche Aufgabe übernahmen Haibühl und Arrach für die Maschinenhalle. Sie wurden von der Neukirchner Drehleiter unterstützt. Als Vorteil erwies sich, dass man um die Gebäudlichkeiten herumfahren könne.

„Wir hatten insgesamt zwei Drehleitern mit Wenderöhre, drei B- und sechs C--Rohre im Einsatz und förderten rund 3000 Liter pro Minute“, berichtete Bergmann. Im Bedarfsfall hätte man noch bis zu zwei weitere B-Rohre einsetzen können.

Mit Förderleitung eins waren die Lamer Fahrzeuge gespeist worden. Abschnittsleiter war der Thürnsteiner Kommandant Konrad Kellner, der es als größte Herausforderung sah, die Saugstelle überhaupt zu finden. Thürnstein habe angesaugt. In der Strecke seien Engelshütt und Haibühl integriert gewesen. Die drei Pumpen in der Leitung seien ausreichend. Der Höhenunterschied betrage 25 Meter auf 520 Meter Länge. Nach 20 Minuten sei das Wasser vor Ort gewesen.

Drei Förderleitungen gebaut

Die 500 Meter lange Förderleitung zwei versorgte den Arracher Fuhrpark. Abschnittsleiter Armin Stahl war hier vom Weiher zum Objekt mit Arrach und Ansdorf/Simpering. Das Wasser kam fast zeitgleich nach 20 Minuten an. Die anspruchsvollste Leitung mit 1200 Meter Länge versorgte die Kräfte aus Lohberg und die Neukirchner Drehleiter. Es wurde am Bach in Hinterwaldeck angesaugt. In der Strecke waren Hohenwarth und Atzlern eingebunden. KBI Andreas Bergbauer dankte der FFW Lam für die Ausrichtung. Im Ernstfall würde der Schlauchwagenzug mitalarmiert, so der KBI.

Die FFW Lohberg baute eine Widerstandslinie zwischen der Stallung und der dahinterliegenden Scheune auf. Foto: kli
Die FFW Lohberg baute eine Widerstandslinie zwischen der Stallung und der dahinterliegenden Scheune auf. Foto: kli

„In Summe kann man von einer sehr gelungenen Übung sprechen. Es wurde strukturiert vorgegangen“, bestätigte Bergbauer. Dass den Einsatzfahrzeugen bei der Anfahrt ein Holzlaster entgegengekommen sei, wäre absolut realitätsnah.

Bürgermeister Paul Roßberger zollte gleichfalls ein Vergelts Gott an alle Beteiligten. Die Vorgehensweise auf Einöden müsse selbstverständlich geübt werden. „Der Zusammenhalt ist ein Aushängeschild für unsere Region. Wir können stolz auf unsere Feuerwehren sein“, so der Bürgermeister.

KBM Josef Pritzl meinte, die gelungene Übung sei nur eine Momentaufnahme. Falls der Brandfall untertags an einem Werktag auftrete, sei man nicht zu 100 Prozent aufgestellt und könne keine drei Leitungen aufbauen. „Dann schaut es mit der Wasserförderung um einiges schlechter aus“, gab Josef Pritzl zu bedenken, der es den Hauseigentümern ans Herz legte, sich darüber Gedanken zu machen. (kli)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht