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Forstwirtschaft

Finanzspritze gegen die Käferplage

Unter bestimmten Bedingungen bekommen Waldbesitzer einen Zuschuss beim Verkauf von Käferholz, erfuhr die WBV Bad Kötzting.
Von Alois Dachs

Im Holzlager der WBV Bad Kötzting sollen künftig - 500 Meter von Fichten entfernt - Käferbäume gelagert werden. Foto: Alois Dachs
Im Holzlager der WBV Bad Kötzting sollen künftig - 500 Meter von Fichten entfernt - Käferbäume gelagert werden. Foto: Alois Dachs

Bad Kötzting.Ein kleiner Käfer macht großen Ärger! Seit den heißen Frühlings- und Frühsommer-Temperaturen wütet der Buchdrucker in den Fichtenbeständen. Die Waldbesitzer sind gezwungen, Tausende Festmeter Holz zu schlagen, für das ein miserabler Preis (rund 30 bis 35 Euro pro Festmeter) bezahlt wird. Nun soll eine erweiterte Förderkulisse einen Zuschuss von zwölf Euro pro Festmeter - unter bestimmten Voraussetzungen - möglich machen.

Forstdirektor Dr. Arthur Bauer und Revierförster Hans Geiger erläuterten der Vorstandschaft der WBV am Mittwochmorgen, wie Waldbesitzer in den Genuss dieser zusätzlichen Förderung kommen können. Um eine Lagerung von Käferholz 500 Meter entfernt von Fichtenbeständen zu ermöglichen, sollen Stämme künftig am Lagerplatz der WBV Bad Kötzting an der Straße Arndorf-Grub zwischengelagert werden können.

Fallen sollen Käfer locken

Entlang der Kaitersbergflanke sollen außerdem an sieben Standorten Käferfallen aufgestellt werden, um im wöchentlichen Turnus kontrollieren zu können, ob Buchdrucker oder Kupferstecher in den Bestand einfliegen. Die Käferfallen locken mit Pheromonen, so dass die Schädlinge gezählt und dann vernichtet werden können, wenn sie auf dem Schwärmflug sind. „Jeder Käfer muss hier an sieben Fallen vorbei“, sagt Dr. Arthur Bauer, dadurch sollte ein Monitoring möglich sein.

Die Förderung von zwölf Euro pro Festmeter kann auch beantragt werden, wenn frisch vom Buchdrucker befallenes Holz per Hand, oder mit einer Maschine, geschält wird. WBV-Geschäftsführer Georg Mühlbauer gab dazu aber zu bedenken, dass Sägewerke geschältes Holz ungern kaufen, weil es zu schnell austrocknet.

„Ich habe jeden Tag mindestens zehn Anrufe, wo sich Waldbesitzer über Nachbarn beschweren“

Revierförster Hans Geiger

Mit zehn Euro pro Schüttraummeter wird gefördert, wer Äste und Gipfelholz für den Eigenbedarf (nicht zum Verkauf) häckseln lässt. Weil hier gelegentlich die Bagatellgrenze von 250 Euro Fördergeld im Einzelfall nicht erreicht wird, rät die Waldbesitzervereinigung, die Antragstellung über die Geschäftsstelle abzuwickeln. Die beiden Geschäftsführer werden inzwischen durch Max Lankes verstärkt.

Förderkriterien

  • Schälen:

    Wer frisch vom Borkenkäfer befallene Fichten schält, oder schälen lässt, bekommt den Zuschuss.

  • Lagerung:

    Wenn befallene Bäume mindestens 500 Meter vom nächsten Fichtenbestand gelagert werden, gibt es das Geld.

  • Häckseln:

    Wer Gipfelholz für den Eigenbedarf (nicht zum Verkauf) häckseln lässt, wird bezuschusst.

Revierförster Hans Geiger und Dr. Arthur Bauer ist das größte Anliegen, dass Käferholz so schnell wie möglich aufgearbeitet wird. Inzwischen führe auch zu Feindschaften zwischen „Waldnachbarn“, wenn einer bereits im Winter sein Schneebruchholz aufarbeitete, während andere bis heute nicht daran denken, die mittlerweile häufig vom Borkenkäfer befallenen Fichtengipfel und Bruchstämme aus dem Wald zu holen.

„Ich habe jeden Tag mindestens zehn Anrufe, wo sich Waldbesitzer über Nachbarn beschweren“, sagt Geiger. Er meint, statt nach dem Förster zu rufen, sollten die Waldbesitzer miteinander reden und sich eventuell gegenseitig helfen, wenn einer alleine nicht in der Lage ist, sein Schadholz zeitgerecht aufzuarbeiten.

Ersatzvornahme droht

Bei rund 2000 Waldbesitzern in seinem Dienstbereich hätten vielleicht erst die Hälfte das Schneebruch- und Käferholz aufgearbeitet, schätzt der Revierförster. Der Leiter der Forstverwaltung, Dr. Arthur Bauer, sieht in der kostenpflichtigen Androhung einer „Ersatzvornahme“ durchaus ein Mittel, Waldbesitzer zum Handeln zu zwingen. Vermisst wird von den Waldbesitzern trotz der Rekordförderung in Bayern eine Unterstützung aus der Politik.

Niemand kümmere sich darum, weltweit den Holzabsatz in Schwung zu bringen. Großsäger können praktisch Stammholz zu beliebigen Preisen kaufen, weil europaweit ein riesiges Überangebot existiert. Walter Pielmeier regte angesichts der Absatzprobleme an, Holz zu häckseln und zur Stromerzeugung zu verwenden. Dies sei umso wichtiger, als nach Schließung einer Fertigungsstraße der UPM auch eine geringere Nachfrage der Papierindustrie drohe.

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