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Finger weg von fremden Bildern

Bilderklau im Netz scheint für viele Nutzer ein Kavaliersdelikt. Doch die Konsequenzen können schwerwiegend sein.
Birgit Zwicknagel

Verwenden und verteilen Sie niemals Bilder/Fotos von anderen Menschen (oder Agenturen), ohne diese ausdrücklich um Erlaubnis gefragt oder die Lizenz erworben zu haben. Foto: Armin Weigel/dpa
Verwenden und verteilen Sie niemals Bilder/Fotos von anderen Menschen (oder Agenturen), ohne diese ausdrücklich um Erlaubnis gefragt oder die Lizenz erworben zu haben. Foto: Armin Weigel/dpa

Cham.Ein wahrhaftiger Dauerbrenner bei den „Mäusen“ sind Anrufe rund um den Bilderklau. Es scheint inzwischen als ganz normal angesehen zu werden, Bilder und Fotos wahllos mit „Bild speichern unter…“ aus dem Netz zu kopieren und für eigene Zwecke zu verwenden.

Urheberrecht ist ein Fremdwort geworden. Ärgerlich vor allem für diejenigen, die das Bild/Foto gemacht haben, ja es vielleicht sogar kostenpflichtig anbieten! Und wer aus einer sog. Bildagentur ein Bild klaut, statt es legal zu kaufen, der muss auf jeden Fall mit Konsequenzen rechnen! Selbst wenn man in einer Bildagentur die Lizenz erwirbt (bei Fotolia beispielsweise), muss man immer noch darauf achten, worauf sich diese Lizenz beschränkt. Nicht jedes Bild darf kommerziell genutzt werden! Doch auch im privaten Bereich finden wir diese Persönlichkeitsverletzungen. Da werden Fotos von Schülern, Lehrern und Mitmenschen sorglos in sozialen Netzwerken verteilt, ohne vorher die Zustimmung der abgebildeten Personen eingeholt zu haben. Auch Quellen wie Google sind eigentlich immer ein Tabu, um das Bild als Bannerfoto auf Facebook hochzuladen. Prinzipiell gilt also immer: Verwenden und verteilen Sie niemals Bilder/Fotos von anderen Menschen (oder Agenturen), ohne diese ausdrücklich um Erlaubnis gefragt oder die Lizenz erworben zu haben.

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Birgit Zwicknagel schreibt einmal im Monat für unsere Zeitung. Foto: Archiv/Hladik
Birgit Zwicknagel schreibt einmal im Monat für unsere Zeitung. Foto: Archiv/Hladik

Selbst wenn keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten sind, ist es allein schon eine Sache des Anstands zu fragen. Und im Streitfall muss man nachweisen, dass man das Nutzungsrecht am Bild hatte. Aber was ist denn eigentlich mit „Bildnis“ gemeint? Ein Bildnis ist laut Onlinelexikon jedwede erkennbare Wiedergabe einer Person, also auch Zeichnungen, Karikaturen, Fotomontagen usw. Übrigens gilt das Ganze auch für Logos, die sich auf dem Bild befinden. Sogar selbstfotografierte Kunstwerke (z.B. Gemälde) können davon betroffen sein.

Wird nun von einem selbst ungefragt ein Foto im Netz verbreitet, dann muss man sich unbedingt dagegen wehren. Man hat einen sog. Anspruch auf Unterlassung. Die Bilder müssen also umgehend wieder aus dem Netz entfernt werden. Außerdem hat man ein Recht darauf, dass einem diese Fotos ausgehändigt werden. Auf der Seite computermäuseverein.de findet man als Hilfe für so einen Fall sogar einen Link zu einem Musterschreiben.

Birgit Zwicknagel hält in Schulen regelmäßig Vorträge über Gefahren im Internet. Einmal im Monat macht Birgit Zwicknagel vom Verein die Computermäuse im Bayerwald-Echo auf ein Problem im Netz aufmerksam und schildert, wie sich Jugendliche und Eltern vor unerwünschten Zu- oder Übergriffen schützen können. Eine Hilfe und eine Broschüre zum Thema gibt es unter www.clever-ins-netz.de

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