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Wirtschaft

Firma Vögel steht für Unternehmenskultur

200 Gäste kamen zum Oktoberfest des Stamsrieder Betriebs. Jürgen Kilger verdeutlichte, was den Mittelstand ausmacht.
Jakob Moro

Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zum Oktoberfest der Firma Vögel. Foto: Moro
Zahlreiche Gäste folgten der Einladung zum Oktoberfest der Firma Vögel. Foto: Moro

Stamsried.Das gehört bei der Firma Vögel zur Tradition: Im Herbst wird eine der Produktionshallen geräumt und Oktoberfest gefeiert. Die Gästeliste war am Samstag lang. Fast 200 Gäste kamen. Geschäftsführerin Barbara Bucher begrüßte insbesondere den Bundestagsabgeordneten a. D. Klaus Hofbauer, Vize-Bürgermeister Michael Winkler mit Markträten, die „Schwarzen Männer“ vom Kaminkehrer- und Schornsteinfegerhandwerk, Kreishandwerksmeister Georg Braun, Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger von der Handwerkskammer und Andi Stögmüller von der Landkreismusikschule.

Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger sagte: „Seit 58 Jahren gibt es die Ernst Vögel GmbH. Im Jahr 1961 in München gegründet, dann 1972 nach Stamsried umgesiedelt, hat sich der Betrieb nach und nach vergrößert.“ 1972 erfolgte die Übergabe in die zweite Generation an Hildegard und Ernst Vögel. Und heuer war ebenfalls ein sehr entscheidendes Jahr für den Betrieb. Seit kurzem wird die Ernst Vögel GmbH nun komplett von der dritten Generation geführt. Die Nachfolge des Betriebes ist mehr als gesichert. Mittlerweile arbeiten hier 42 Mitarbeiter. Seit Gründung wurden hier über 100 Lehrlinge ausgebildet. Kilger: „Man merkt: Ihre Auszubildenden und Ihre Mitarbeiter liegen Ihnen am Herzen.“

Die überdurchschnittlich lange Betriebszugehörigkeit sei es, was es in der ausgeprägten Form nur bei mittelständischen Unternehmen wie der Ernst Vögel GmbH gebe. „Der Mittelstand ist das Erfolgsmodell in Deutschland“, so Kilger. 99 Prozent aller Unternehmen seien Mittelständler. Sie erwirtschafteten mehr als die Hälfte der Wertschöpfung, stellten 60 Prozent aller Arbeitsplätze und 82 Prozent der Ausbildungsplätze. Was die mittelständischen Unternehmen verbinde, sei ihre besondere Unternehmenskultur.

Eigentum und Leitung lägen in einer Hand und damit auch Verantwortung und Risiko. Dieses System habe einen großen Vorteil: Entscheidungen könnten kurzfristig gefällt werden, das garantiere eine hohe Flexibilität auf dem Markt.

Flexibilität mache Betriebe auch widerstandsfähig. Im Mittelstand setze man auf Kontinuität und Langfristigkeit. Hier kenne man den Kollegen mit Namen, seine Familie, seine Sorgen und Nöte. „Es menschelt quasi im Mittelstand – und das ist etwas Wunderbares, der Mensch im Mittelpunkt, das macht den Unterschied zu anonymen Großkonzernen.

Mittelständische Handwerker stünden mit ihrem Namen für ihre Arbeit. Wenn Mitarbeiter zehn, 20 Jahre oder länger Seite an Seite tagtäglich in einem Betrieb zusammenarbeiteten, entstehe ein starkes Wir-Gefühl. Mitarbeiter seien das wertvollste Gut eines Unternehmens und das wichtigste Erfolgskapital. Loyalität, Treue und Leistungsbereitschaft seien keine Selbstverständlichkeit.

Jede Firma könne stolz sein und sich glücklich schätzen, treue Mitarbeiter in ihren Reihen zu haben. Jürgen Kilger: „Ich danke namens der Handwerkskammer allen für die Leistungen und den Einsatz, den Sie in Ihren Berufsjahren investiert haben. Glückliche Menschen gehen in ihrer Arbeit auf, aber niemals unter. Genau dies wünsche ich Ihnen.“

Das Fest klang mit einer Mitgliederehrung, Betriebsführungen, Kaffee und Kuchen und einem liebevollen Gastgeschenk aus. Damit keiner hungrig nach Hause fahren musste, gab es am Abend eine Brotzeit. (rjm)

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