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Flabeg stellt Antrag auf Insolvenz

Das Management nennt Corona als eine Ursache. Die Löhne der 250 Mitarbeiter in Furth im Wald „sind drei Monate gesichert“.

Der Flabeg-Standort in Furth im Wald: Hier arbeiten rund 250 Beschäftigte. Foto: Archiv/Paleczek
Der Flabeg-Standort in Furth im Wald: Hier arbeiten rund 250 Beschäftigte. Foto: Archiv/Paleczek

Furth im Wald.Die Corona-Krise schlägt auf die Region durch: Die Verantwortlichen „des Premium-Herstellers für Gläser und Spiegel des Automobilzulieferers Flabeg“ haben für die deutschen Gesellschaften Flabeg Automotive Holding GmbH mit Sitz in Nürnberg (rund 25 Beschäftigte) und Flabeg Deutschland GmbH in Furth im Wald (rund 250 Mitarbeiter) je einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht Nürnberg hat den Rechtsanwalt Volker Böhm von der Sozietät Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das teilte das Unternehmen am frühen Dienstagabend mit.

Ein „ausgezeichneter Ruf“

Böhm mache sich derzeit ein Bild der Lage. Er werde in den kommenden Wochen die zur Verfügung stehenden Sanierungs-Optionen prüfen, um das Unternehmen wieder marktgerecht aufzustellen. „Flabeg gehört zu den Technologieführern in seinem Segment und genießt bei Kunden und Partnern einen ausgezeichneten Ruf“, betonte Böhm. „Zudem produziert Flabeg Produkte, die auch in Zeiten der E-Mobilität weiterhin benötigt werden.“

Der Geschäftsbetrieb wird während des vorläufigen Verfahrens in vollem Umfang fortgeführt. Alle Aufträge werden weiter ausgeführt, Neuaufträge unverändert angenommen. Das gelte auch für die Tätigkeit der ausländischen Flabeg-Gesellschaften, die keinen Insolvenzantrag gestellt hätten. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

„Mit dem derzeitigen, durch Corona-Viren verursachten globalen Krisenszenario konnte jedoch keiner rechnen.“

Andreas Katzer, CEO der Flabeg Automotive Holding

Flabeg habe in den vergangenen Jahren einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in die Entwicklung und Produktion von Gläsern für den Fahrzeuginnenraum (Displaygläser, Head-Up-Display-Komponenten) investiert, „um seine Markt- und Technologieführerschaft auszubauen“. Die Absatzkrise in der Automobilbranche im Herbst 2019 habe allerdings auch bei Flabeg zu Umsatzeinbußen geführt. Die durch den Covid-19-Lockdown verursachten massiven Umsatzeinbrüche hätten dann nicht aufgefangen werden können.

Wirtschaft

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„Unsere Produkte sind gefragt, unsere jüngsten Investitionen waren die richtige Entscheidung“, sagte Andreas Katzer, CEO der Flabeg Automotive Holding. „Mit dem derzeitigen, durch Corona-Viren verursachten globalen Krisenszenario konnte jedoch keiner rechnen.“ Ziel sei es, das Unternehmen durch eine Sanierung in der Insolvenz für die Zeit nach Corona aufzustellen.

„In vielen Bereichen führend“

„Wir sind in vielen Bereichen der Bearbeitung von High-Tech-Gläsern und -Spiegeln führend und werden das auch nach Corona sein“, ist Katzer überzeugt. Für die Phase der Neuaufstellung, teilt Flabeg mit, sei mit Alfred Hagebusch von der Sanierungs-Kanzlei Wellensiek einer der renommiertesten deutschen Restrukturierungsexperten in die Geschäftsführung eingetreten.

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