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Ausblick

Flair statt Verkehr: Bad Kötzting 2025

Weniger Straße, mehr Platz für Radler und Fußgänger: Projektgruppe „Barrieren abbauen“ skizziert neugestaltetes Stadtzentrum
Roman Hiendlmaier

Einen ersten Blick auf die mögliche Gestaltung der neuen Gehringstraße gibt eine Skizze in der neuen Broschüre. Foto: Roman Hiendlmaier
Einen ersten Blick auf die mögliche Gestaltung der neuen Gehringstraße gibt eine Skizze in der neuen Broschüre. Foto: Roman Hiendlmaier

Bad Kötzting.Wenn es bisher Barrieren gegeben hätte, wie denn das künftige Zentrum von Bad Kötzting aussehen soll – am Donnerstag wurden sie massiv abgebaut, bei der Vorstellung der neuen Broschüre über den Ist-Zustand und die künftigen Pläne der Stadt mit ihrer guten Stube.

„Hin zu einer Innenstadt, die stärker auf Aufenthaltsqualität, auf Fußgänger und Radfahrer ausgerichtet ist, und in der Durchgangs- und Parkplatz-Suchverkehr möglichst zurückgedrängt werden,“ drückte Bürgermeister Markus Hofmann das Ziel aus. Über besagte Aufenthaltsqualität soll dann auch die Belebung des Stadtzentrums über neue Wohnungen, Handel und Gewerbe erfolgen.

„Die Broschüre ist das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit vieler engagierter Interessensgruppen, bei denen wir uns auf diesem Weg auch einmal bedanken wollen,“ sagte Architekt Hans Haslsteiner, der mit seiner Kollegin Ursula von Massow das Projekt auf lokaler Ebene betreut.

Alle an einem Strang

Vom Stadtrat bis zum Seniorenbeauftragten, vom Sozialverband bis zum Einzelhandelsverband sandten die Interessensgruppen Vertreter in die Projektgruppe, die sich in Wort und Tat der Bestandsaufnahme widmete und sich an die Problemlösung machte.

Großer Wurf: Applaus für die neue Broschüre der Projektleiter gab’s von allen Fraktionen und Interessensvertretern. Foto: Roman Hiendlmaier
Großer Wurf: Applaus für die neue Broschüre der Projektleiter gab’s von allen Fraktionen und Interessensvertretern. Foto: Roman Hiendlmaier

Rückblick: 2016 hatte der VdK beim neuen Bürgermeister einen neuen Anlauf gestartet, die jahrelang aufgestauten Probleme durch Mängel und Schwachstellen in der Infrastruktur zu beseitigen. Mit Blick auf das Ziel der Stadt, der Gesundheitsstandort der Region zu werden, fielen die VdK-Anregungen auf fruchtbaren Boden. Die Stadt stellte sich der Mammutaufgabe. 2017 wurde die Arbeitsgemeinschaft Freiraum-Architekten aus Regensburg und die Bad Kötztinger Architekten Haslsteiner/von Massow damit beauftragt, ein Leitkonzept zum Abbau der Barrieren zu erstellen, das nun auch Basis für die Neugestaltung des Zentrums wird.

Auch wenn die Neugestaltung in der Broschüre nur skizziert wurde, es sind die ersten Fingerzeige für das neue Stadtzentrum, in dem breite Gehwege das Tempo der Autos bremsen, bei dem ebene, geschnitten Platten das Pflaster durchziehen, abgesenkte Bordsteine und kontrastreiche Oberflächen nicht nur Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten Orientierung und Bewegung erleichtern. In vier Skizzen zeigt Hans Haslsteiner die Marktstraße und die Gehringstraße im neuen Flair.

Vorher: Löchrig, schief, mit schmalen Gehstreifen - aktuell meiden Fußgänger die Gehringstraße und SUV-Fahrer sehen sich bestätigt. Die Priorität liegt eindeutig auf Durchfahrt und Parkgelegenheit.
Vorher: Löchrig, schief, mit schmalen Gehstreifen - aktuell meiden Fußgänger die Gehringstraße und SUV-Fahrer sehen sich bestätigt. Die Priorität liegt eindeutig auf Durchfahrt und Parkgelegenheit.

Bei der Präsentation am Donnerstag waren die Beteiligten vom 51-Seiten-Werk der Bad Kötztinger und Regensburger Architekten schwer beeindruckt, wie sich ihre Vertreter ausdrückten. „Ein großes Kompliment an die Autoren“, verteilten etwa Stadtmarketing-Vereinsvorsitzende und CSU-Ortsvorsitzende Carola Höcherl-Neubauer sowie UWG-Stadtrat Günther Hofmann. Dem Applaus schlossen sich auch Peter Schödlbauer als Vertreter des Einzelhandels sowie Annemarie Mühlbauer und Erna Schneider für VdK und Seniorenbeirat an, die zudem auf weitere Einigkeit auch bei der Umsetzung hofften.

Nachher: Breite, gerade, kontrastfarbene Gehwege, ein schmales Fahrbahnband – die Prioritäten haben sich zugunsten von Fußgängern und Radfahrern verschoben. So könnte die Gehringstraße 2022 aussehen.
Nachher: Breite, gerade, kontrastfarbene Gehwege, ein schmales Fahrbahnband – die Prioritäten haben sich zugunsten von Fußgängern und Radfahrern verschoben. So könnte die Gehringstraße 2022 aussehen.

Dem Wunsch konnten auch Hofmann und Haslsteiner nur zustimmen. Die Broschüre „Barrieren abbauen“ sei ein deutlicher Hinweis auf den Fahrplan zur Umsetzung des Umbaus, so der Bürgermeister.

Der wird mit dem neuen Parkhaus in der Gehringstraße beginnen: „Das wird der Startschuss“, sagte der Bürgermeister, der sich am Donnerstag jedoch zurückhielt, den bisher anvisierten Termin 2021 für diesen Startschuss zu bekräftigen.

Nach dem Abriss des alten Parkhauses und des daneben angekauften Hauses – rund 300 Quadratmeter mehr Platz zur Gestaltung – wird die im Heft als „Bewegungsabenteuer“ bezeichnete Gehringstraße erneuert und über die Metzstraße die Modernisierung des Stadtzentrums begonnen.

Wo umgebaut wird

Gehringstraße, Marktplatz/Torstraße, Herrenstraße, Bahnhofstraße, Holzapfelstraße und TCM-Klinik heißen die von den Architekten definierten Bereiche, die in Abstimmung mit der Städtebauförderung Schritt für Schritt umgebaut werden sollen. Als Zeitrahmen für den Umbau wurde bei bisherigen Präsentationen „Mitte, Ende des nächsten Jahrzehnts“ bei einem Kostenrahmen im zweistelligen Millionenbereich genannt.

Details der in Kooperation mit der Städtebauförderung der Regierung der Oberpfalz entstandenen Broschüre werden die Verantwortlichen bei den kommenden Bürgerversammlungen vorstellen, wo auch Exemplare verteilt werden. Möglich ist auch der Download auf der Homepage der Stadt sowie die Abholung im Rathaus. Dessen Eingang soll im Frühjahr barrierefrei umgebaut werden.

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