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Freie Wähler schießen gegen CSU

Bad Kötztings Freien Wähler um Bürgermeister Markus Hofmann widmen sich in Wettzell den Forderungen der Opposition.
Von Roman Hiendlmaier

Im Mittelpunkt: Geschlossen hinter sich wusste Bürgermeister Markus Hofmann seine Liste bei seinem Wahlauftritt in Wellzell.  Foto: hiendlmaier
Im Mittelpunkt: Geschlossen hinter sich wusste Bürgermeister Markus Hofmann seine Liste bei seinem Wahlauftritt in Wellzell. Foto: hiendlmaier

Bad Kötzting. Ein Polizist und ein Professor, eine Konstrukteurin und eine Kosmetikerin – als „bunte, lebenserfahrene Truppe“, so Stadträtin Sylvia Ebner-Fuchs, präsentierten die Freien Wähler ihre Stadtratsliste in Wettzell. Die im Gasthaus Graf fast vollzählig präsente Liste weise eine große Spanne auf: von Vizebürgermeister Wolfgang Pilz mit 42 Jahren Stadtratserfahrung bis zum 25-jährigen Stadtrats- und Landratskandidaten Julian Preidl. Letzterer stellte sich und seine Ziele vor.

Realisierbar und finanzierbar

Sie alle eint die Wertschätzung und die Unterstützung für Bürgermeister Markus Hofmann. Der sei ein kompetenter, fleißiger und akribischer Arbeiter mit einem Plan für Bad Kötztings Zukunft, so FW-Fraktionsvorsitzender Robert Riedl. Statt „Luftnummern“ wie der Sieben-Punkte-Wahlkampfplan der CSU, seien Hofmanns Arbeit und Ziele sinnvoll, realisierbar und finanzierbar.

Dass Markus Hofmanns nach seiner ersten Amtszeit Erfolge vorweisen kann, berichtete Wolfgang Pilz. Er begann vor Ort in Wettzell, wo der Friedhof saniert wurde und gleiches für den Dorf-Backofen geplant ist. Aktuell liefen Verhandlungen über ein neues, kommunales Baugebiet, so Pilz. In Sachen Verkehrsbelastung berichtete der Bürgermeister vom Ortstermin vergangene Woche, der „keine außergewöhnliche Belastung“ ergeben habe. Um das Tempo zu reduzieren, sollen „Smileys“ aufgestellt werden.

Landratskandidat Julian Preidl stellte seine Ziele vor.  Foto: hiendlmaier
Landratskandidat Julian Preidl stellte seine Ziele vor. Foto: hiendlmaier

Der Bürgermeister sah diesen Ortstermin als Paradebeispiel, dass die Stadt Anliegen der Bürger ernst nehme und bei allem Augenmerk auf Zukunftsstrategien und Großprojekte Probleme vor Ort nicht kleinrede. Die ihm zugesprochene, strukturierte und akribische Arbeitsweise, sei vom Start weg nötig gewesen. Binnen Wochen mussten im Rathaus für den Bau von Sinocur und Kanal die Weichen gestellt werden, um Zuschüsse nicht zu verpassen, ohne die die Projekte nicht hätten realisiert werden können – weil zuvor im Rathaus jahrelang geschlampt wurde, so Hofmann. Die Millionen Euro an Stabilisierungshilfe seien mit viel Arbeit und teils unpopulären Maßnahmen verbunden – deshalb wurde vor seiner Amtszeit davor zurückgeschreckt.

Im Wahlkampfmodus: FW-Fraktionschef Robert Riedl  Foto: rh
Im Wahlkampfmodus: FW-Fraktionschef Robert Riedl Foto: rh

Nun stehe die Stadt an der Schwelle zur Neugestaltung: Straßensanierungen, Kurparkausbau, alter Friedhof, Innenstadt/Parkhaus lauten die Schlagworte – und die CSU fordere ein Verkehrsleitsystem, schüttelte er den Kopf. Das sei bereits Teil des Verkehrsgutachtens, das im Zuge des Parkhaus-Neubaus erstellt wurde. Das Gutachten werde im März vorgestellt.

Forderungen bereits erfüllt

Unverständlich sei auch die Forderung nach Energiesparmaßnahmen: „Im Stadtrat haben wir einen Energiecoach beauftragt, der für uns die Potenziale aufdeckt – warum muss man das noch fordern?“ Dito nach einer zukunftssicheren Wasserversorgung, wenn ein Hydrogeologe bereits seine Arbeit mache. Zur Forderung nach Kita- und Kindergartenplätzen sagte Hofmann, dass trotz einer Anmeldeflut, die Stadt und Landratsamt nicht vorhersehen konnten, im Haus der Begegnung und der heuer aufgestockten Arche Noah der Bedarfsplan erfüllt werde – sogar mit einer zusätzlichen Kindergartengruppe. Gegenüber dem CSU-Vorschlag eines Waldkindergartens am Ludwigsberg sei er skeptisch: zu nahe am Funkmasten. Markus Hofmann schloss mit einer Kritik an Forderungen, von denen die Opposition wisse, wie schwer sie zu erfüllen sind. Beeindruckt hätte ihn, wenn die CSU verkaufsbereite Grundstückseigner genannt hätte, statt Bau- und Gewerbegebiete zu fordern. Auch werde das Mantra, die Stadt sei gegen den Ausbau der Staatsstraße nach Grafenwiesen nicht wahrer, wenn man es ständig wiederhole. „Wir sind hier kein Hindernis,“ so Robert Riedl, „wenngleich ich den Ausbau wohl nicht mehr erleben werde.“

Das Tempo-Thema

  • Dauer:

    Tempo-Messungen in Wettzell ergeben seit 2013 eine unauffällige Quote von neun Prozent.

  • Frequenz:

    2015 wurden 3400 Fahrzeuge/Tag gezählt, 6,6 Prozent Lkw. Bayern-Durchschnitt: 3800

  • Angebot:

    Die Polizei biete von sich aus an, vor Ort freiwillige Schulweghelfer auszubilden.

Sehr wohl dagegen die Ideen, die der Bürgermeister für die Stadt als „sinnvoll, realisierbar und finanzierbar“ ansieht: In einer „Zukunftswerkstatt“ sollen Jugendliche ihre Ideen und Visionen den Verantwortlichen nennen. Außerdem will er den Bedarf für ein „Senioren-Taxi“ aus und in die Ortsteile prüfen lassen. Und der „City-Manager“, der sich um Außendarstellung und Vermarktung der Stadt kümmern soll, bleibe auf der Agenda.

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