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Wahlkampfabschluss

Freie Wähler sind startklar

15 Bürgermeisterkandidaten und 23 Kandidatenlisten für Gemeinde- und Stadträte treten im Landkreis Cham an.
Von Alois Dachs

Die Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler mit Landratskandidat Julian Preidl (6. v. r.) und Kreisvorsitzendem Hans Kraus (4. v. r.). Die Blaskapelle Weißenreger sorgte für einen stimmungsvollen Abend.  Foto: Dachs
Die Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler mit Landratskandidat Julian Preidl (6. v. r.) und Kreisvorsitzendem Hans Kraus (4. v. r.). Die Blaskapelle Weißenreger sorgte für einen stimmungsvollen Abend. Foto: Dachs

Bad Kötzting.Ein starkes Signal für den Wahltag 15. März setzten die Freien Wähler und ihr junger Landratskandidat Julian Preidl am Donnerstagabend bei der gemeinsamen Abschlussveranstaltung für den Kommunalwahlkampf in der Jahnhalle in Bad Kötzting. Als zweitstärkste politische Kraft im Landkreis Cham und mit erfolgreichen Bürgermeistern und Kreisräten wollen die Bewerber um ein politisches Mandat eine transparente und ehrliche Politik gegen eingefahrene Floskeln setzen und damit eine zukunftsorientierte Entwicklung des Landkreises gestalten, wie alle Redner betonten.

Die Blaskapelle Weißenregen unter Leitung von Hans Ramsauer eröffnete mit dem Marsch „Gruß an Kötzting“ einen stimmungsvollen Politikabend. Ortsvorsitzender Robert Riedl war „überwältigt“ vom enormen Besucherandrang. Nach der Begrüßung der vielen Ehrengäste, Kandidaten und Zuhörer dankte Riedl allen, die sich um ein Amt bewerben. „Wir sind super aufgestellt“, war Riedl überzeugt und prognostizierte, dass sich am 15. März die Anzahl der Freie-Wähler-Bürgermeister im Landkreis verdoppeln werde.

Die Zukunft nicht versäumen

Landratskandidat Julian Preidl eröffnete seine Rede mit einem Dank an die vielen Unterstützer, vor allem an seinen „Mentor“ Markus Hofmann. Eines seiner Ziele sei, den Energiebedarf für den Landkreis vor Ort aus erneuerbaren Trägern wie Photovoltaik, Windkraft, Biomasse und Wasserkraft zu decken, so Preidl. Er gab zu bedenken, dass auf tschechischer Seite, nahe der Grenze, ein Windpark entstehen soll, während im Landkreis die Windenergie nicht genutzt werde.

Neue Mobilitätskonzepte hält Preidl ebenso für notwendig wie CNG-Tankstellen. Auch hier sollte der Landkreis Vorreiter sein. „Wir müssen wegkommen von der Symbolpolitik“, machte Preidl zum Thema Umwelt klar. Es werde nicht ohne Verzicht gehen, sondern Umweltschutz müsse gelebt werden und dazu seien schon Schüler zu erziehen.

Er nehme auch die Anliegen der Bauern sehr ernst, ebenso wie er junge Unternehmer unterstützen wolle, die mit neuen Ideen Zukunftsarbeitsplätze schaffen. Völlig unterschätzt werde seiner Meinung nach der Facharbeitermangel in vielen Branchen des Mittelstandes. Preidl kritisierte auch, dass sich CSU-Abgeordnete feiern lassen, wenn zwei Millionen Förderung für den Technologiecampus gewährt werden. Diese Förderung hätten die Mitarbeiter des Campus verdient, nicht Politiker, machte er klar.

Die Förderung junger Familien, Werbung junger Ärzte und ein sinnvoller ÖPNV sind dem Landratskandidaten weitere Anliegen. Bezüglich seiner Jugend gab Preidl zu bedenken, dass ein Manfred Zollner mit 24 einen Elektrobetrieb in Zandt gründete und heute weltweit über 10 000 Menschen beschäftige. „Die Bürger wollen ein Konzept für ihren Landkreis haben“, sagte Preidl, den der ganze Saal mit stehenden Ovationen feierte.

„Bad Kötzting ist in den vergangenen sechs Jahren mit den Freien Wählern bestens gefahren“, sagte Bürgermeister Markus Hofmann, und der ganze Landkreis haben von deren zukunftsorientierter und bürgernaher Politik profitiert. Die fünf FW-Kreisräte setzen sich auch für eine optimale Krankenhausversorgung ein, begrüßten einen machbaren ersten Abschnitt der Zellertalstraße und den Wegfall der Regenbrücke bei der Regentalstraße.

Wenn Waldmünchen und Bad Kötzting nun auch Gründerzentren bekommen sollten, „sagen wir natürlich nicht Nein“, machte Hofmann deutlich. „Wir haben klare und erreichbare Ziele gesetzt“, so der Bürgermeister, der auch anmerkte, es sei traurig, „wenn versucht wird, mit einem religiösen Brauchtum in den Wahlkampf zu ziehen“, wie bei der „Weltkulturerbe-Diskussion“ geschehen. „Wir stehen nicht schlecht da“, merkte Hofmann zum Landkreis an, „aber wir können noch viel besser werden“, ist er von den Ideen Julian Preidls überzeugt.

Frei denken und handeln

Der Chamer Bürgermeisterkandidat Christian Plötz stellte die Ziele der Kreistagsliste Freie Wähler von Stadt und Land (FWSL) für den Altlandkreis Cham, mit Rötz, Waldmünchen und Furth im Wald vor, die mit Freie Wähler Bayern (FW) im Altlandkreis Kötzting und der Freie Christliche Wählergemeinschaft Sammlung der Mitte (FCWG) für den ehemaligen Landkreis Roding mit der Gemeinde Schorndorf eine Fraktionsgemeinschaft im Kreistag bilden wird. Rund 20 Wahlveranstaltungen in Cham und Umgebung habe er bestritten, so Plötz.

Sehr kämpferisch vertrat Alexandra Riedl die von Max Schmaderer geführte FCWG-Liste. Wie ihr Vorredner nannte sie schnelles Internet und zuverlässige Handynetze als wichtige Voraussetzung, um Betriebe und junge Familien im Landkreis zu halten. Der öffentliche Personen-Nahverkehr brauche eine neue, zeitgemäße Planung und ein einheitliches Tarifkonzept für den ganzen Landkreis. Riedl kritisierte auch, das Rodinger Krankenhaus sei „absichtlich ausgeblutet“ worden und eine Ersatzlösung noch nicht in Sicht.

„Im Landkreis Cham sind wir eine Macht“, erklärte Kreisvorsitzender Hans Kraus. Die Freien Wähler hätten sich in den vergangenen 15 Wochen gut verkauft. Sie wollten aber nicht „ernten“ wie die CSU, sondern „säen“, um später eine gut Ernte einzufahren. „Junge Menschen erklären uns Eltern die Jetztzeit“, merkte Kraus zur Kandidatur von Julian Preidl an. Sie hätten die Gegenwartskompetenz, gute Ideen und viel Energie. Preidl habe in diesen 15 Wahlkampfwochen so viele Ideen entwickelt, „wir haben ihn wirklich bremsen müssen“, sagte Kraus. Die Freien Wähler hätten sich in vielfältiger Weise in der Landkreispolitik eingebracht, so der Kreisvorsitzende, und nannte als Beispiel die vier Module, die in Cham zur attraktivsten Berufsschule Bayerns gewachsen seien.

Kommunales

  • Bürgermeisterkandidaten:

    In 15 Gemeinden des Landkreises Cham stellen die Freien Wähler am 15. März Bürgermeisterkandidatinnen oder -kandidaten, darunter in den Städten Cham, Bad Kötzting, Waldmünchen, Rötz, Roding, Furth im Wald und in den Gemeinden Lam, Arrach, Schorndorf, Stamsried, Pemfling, Walderbach und Michelsneukirchen.

  • Gemeinderäte:

    In 23 Städten und Gemeinden haben die Freien Kandidatenlisten, in einigen sogar mehrere Listen, deren Bewerber nach erfolgreicher Wahl eine gemeinsame Fraktion bilden könnten. (kal)

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