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Natur

Freude über den kleinen Hirschkäfer

30 Teilnehmer beim Biodiversitätscamp am Latschensee

Camp-Teilnehmer nehmen am Latschensee gerade eine Libelle unter die Lupe – eine Hufeisen-Azurjungfer. Foto:: Gregor Wolf
Camp-Teilnehmer nehmen am Latschensee gerade eine Libelle unter die Lupe – eine Hufeisen-Azurjungfer. Foto:: Gregor Wolf

Zwiesel.Insgesamt neun Tage lang sind 30 Teilnehmer im Alter von zwölf bis 27 Jahren im kompletten Schutzgebiet rund um den Latschensee im Nationalpark Bayerischer Wald auf Erkundungstour. Ihr Ziel: Möglichst viele spannende Arten finden. Organisiert wird das Camp vom Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung. Finanzielle Unterstützung kam vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Organisatorische Hilfe bot der Nationalpark, der die Gruppe zum Beispiel im Wildniscamp einquartierte. „Mein Highlight war bislang ein kleiner Hirschkäfer, der Rindenschröter“, sagt Jakob Jilg aus Eberswalde. Gefunden hat er das Urwaldrelikt im Hans-Watzlik-Hain. „Unter der Rinde einer toten Weißtanne“, wie er ergänzt. „Es ist total spannend, wie viele Arten sich in der Wildnis tummeln“, findet auch Clara Bultmann aus Oldenburg. Fasziniert sei sie vor allem von der hohen Anzahl an Tieren, Pflanzen und Pilzen, die große Mengen Totholz zum Überleben benötigen. Begleitet wird die Gruppe von Jonas Hagge, selbst lange Jahre Vereinsmitglied und Nationalparkmitarbeiter im Bereich Biodiversitätsforschung. „Viele der Teilnehmer haben schon in jungen Jahren eine richtig gute Artenkenntnis“, lobt Hagge. Genau deswegen habe man sich auch entschlossen die Gruppe zu unterstützen. Neben dem Artensterben, das allein schon alarmierend genug sei, gebe es nämlich derzeit in der Gesellschaft auch einen Verlust an Artenkenntnis. Neben Totholzkäfern, Fledermäusen und seltenen Moorarten hatte sich die Gruppe auch auf die Suche nach dem im Nationalpark seit langem verschollenen Gartenschläfer gemacht. Das kleine Nagetier haben die jungen Artenkenner zwar noch nicht entdeckt, dafür kam ihnen eine lebende Schlingnatter unter. Dies war erst der zweite bestätigte Nachweis dieser ungiftigen Schlangenart für das Gebiet des Nationalparks.

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