MyMz
Anzeige

Natur

Freude über Rodinger Jungstörche

Mindestens drei Junge sollen im Nest sein. Gefahr gehe vom Feuerwerk des Rodinger Volksfests aus, befürchten Experten.

Mindestens drei junge Störche sollen im Nest sein. Foto: Jakob Moro
Mindestens drei junge Störche sollen im Nest sein. Foto: Jakob Moro

Roding.Majestätisch ziehen Störche Kreise über den Himmel, auch über Roding und lassen sich da und dort auf feuchten Wiesen nieder. Es scheint ihnen gut gehen in Roding, so gut, dass sie seit Jahren kommen und im vergangenen Jahr ein besonderes Familienglück hatten: Mitte Mai 2018 rankten drei Schnäbel von Jungstörchen aus dem Nest, die alle überlebten und das Nest nach dem Rodinger Volksfest Anfang Juli verließen.

Drei Junge sollen auch dieses Jahr wieder im Nest sein, so „Storchenbetreuer“ Herbert Biendl, der täglich von seiner Wohnung aus die Störche beobachtet und unseren Berichterstatter informierte. Störche brüten in der Regel um die 33 Tage. Männchen und Weibchen wechseln sich beim Brüten ab. Während der Brutzeit konnte man beobachten, wie das Nest weiter in Stand gesetzt und ausgepolstert wurde. Es war immer wieder ein Schauspiel mit anzusehen, wenn die Brutablösung kam und sich die Störche begrüßten.

Gefahr für Störche durch Feuerwerk

Jetzt freuen sich alle Freunde der Störche, dass die Jungen überleben. Eine große Gefahr gehe vom Feuerwerk des Rodinger Volksfests beim Städtetreffen aus, sagt Storchenbetreuer Biendl. Es wird in unmittelbarer Nähe abgeschossen. „Ich sehe beim Feuerwerk nie auf die Raketen, sondern aufs Storchennest“, so Biendl. Beim ersten Schlag des Feuerwerks seien die beiden Altstörche weg. Wann und ob sie wiederkommen sei ungewiss. „Die Jungstörche können erfrieren oder sie erschrecken und hüpfen aus dem Nest.“

Roding

Die Rodinger Weißstörche brüten bereits

Viel früher als sonst sind in diesem Jahr die Rodinger Störche auf ihrem Nest am alten Landratsamt angekommen.

Im Netz kamen zu diesem Thema Fragen auf. Erschrecken sich die Störche dann auch, wenn es blitzt und donnert? Kurz zusammengefasst: Blitz und Donner kennt der Storch, Raketen und Böller nicht. Während der Brut- und Setzzeit ist deshalb von Feuerwerken im Umkreis von 1000 Metern um das Nest abzuraten, heißt es dazu auf der Internetseite Storchennest Fohrde.

Horststandort seit den 50er Jahren

In der Fachliteratur wird Roding als Horststandort erstmals 1952 und 1953 erwähnt. Die ersten Nestbauversuche der Rodinger Störche erfolgten auf dem Kamin der Brauerei Brantl und dem Dach der ehemaligen Baywa Lagerhauses. Schließlich errichteten die Störche ihren Horst auf dem Kamin des ehemaligen Landratsamtes. Der damalige Rodinger Landrat Dr. Kiener ließ den Kamin storchengerecht umbauen und eine Horstunterlage anbringen. Im Laufe der Zeit mussten die morsch gewordenen hölzernen Horstunterlagen immer wieder abgetragen und erneuert werden. 1987 wurde von der Unteren Naturschutzbehörde mit Hilfe des Bund Naturschutz in Bayern e.V. letztmals ein geflochtener Weidenkorb als Horstunterlage angebracht. Im Oktober 1994 tauschte die Naturschutzbehörde mit Unterstützung der Rodinger Feuerwehr und deren Drehleiter den inzwischen durchgebrochenen Weidenkorb gegen eine dauerhafte Metallkonstruktion aus. (rjm)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht