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Freunde über Grenzen hinweg

Gemeinsam mit seinem Amtskollegen aus Domažlice hat Bürgermeister Sandro Bauer die Ausstellung im Landestormuseum eröffnet.
Von Julia Stoiber

Die beiden Bürgermeisterkollegen schnitten gemeinsam das Eröffnungsband durch.
Die beiden Bürgermeisterkollegen schnitten gemeinsam das Eröffnungsband durch. Foto: Julia Stoiber

Furth im Wald.Um Punkt 10 Uhr ertönten am Freitagmorgen die Klänge der Businen des Spielmannszuges Grenzfähnlein am Further Stadtturm. Anlass war die offizielle Eröffnung der Ausstellung „Grenzerfahrungen“ im Landestormuseum. Bürgermeister Sandro Bauer begrüßte dazu die Vertreter der Partnergemeinde Domažlice sowie Pfarrer Rosner, Kaplan Schmid, Kulturreferent Heinz Winklmüller, Werner Perlinger und Steffi Macharowsky und bedankte sich bei den Businenbläsern. „Freundschaft zwischen den Völkern, Friede und Gemeinschaft ist unser Glaube, der keine Grenzen kennt“, zitierte Bauer als Einstieg in seine Eröffnungsrede.

Freiheit und Frieden

Mit diesen Worten hatte sich bereits im Jahr 1964 eine Delegation aus der Partnerstadt in das Goldene Buch der Stadt Furth im Wald eingetragen, erklärte Bauer. Damals habe man sich nichts sehnlicher als Freiheit und Frieden zwischen den Völkern gewünscht. Der Wunsch, dass aus einem Grenzraum ein Begegnungsraum entsteht, schien zu dieser Zeit unmöglich.

Bis vor kurzem sei die Freundschaft und Partnerschaft zwischen diesen beiden Völkern eine Selbstverständlichkeit gewesen. Doch die Corona-Pandemie habe uns vor ein paar Wochen gezeigt, wie schnell sich dies auf einen Schlag ändern könne, sagte Bauer. „Deshalb freut es uns jetzt umso mehr, dass Gäste aus der Partnerstadt zur Eröffnung der Ausstellung Grenzerfahrungen gekommen sind.“ Mit diesem Projekt wolle die Stadt Furth im Wald die Zeit ab den Hussitenkriegen bis jetzt emotional erlebbar zu machen. Bauer betonte, dass es sowohl verbindende als auch trennende Grenzerfahrungen gegeben habe. „Nur, wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten, sagte bereits August Bebel.“

Kaplan Daniel Schmid und der evangelische Pfarrer Bernd Rosner übernahmen die Segnung.
Kaplan Daniel Schmid und der evangelische Pfarrer Bernd Rosner übernahmen die Segnung. Foto: Julia Stoiber

Neben dem Eintrag ins Goldene Buch verwies er auf den ehemaligen Bürgermeister Reinhold Macho, der als Pionier der deutsch-tschechischen Freundschaft gilt, da er unter anderem im Jahr 1990 die Städtepartnerschaft mit Domazlice schloss. Am Ende seiner Rede bedankte sich Sandro Bauer bei allen 16 Unternehmen und Institutionen, die zu diesem Projekt beigetragen und viel Herzblut hineingesteckt hätten. Im Anschluss daran folgten Grußworte des Bürgermeisterkollegen Zdenek Novak aus Domažlice. Dieser stellte zunächst die beiden Worte „Begegnung“ und „Nachbarschaft“ in den Raum. Er erklärte, es gebe vielerlei Arten von Begegnung, etwa eine Freundschaftsbegegnung, eine, die geplant oder auch nicht geplant sei oder auch eine Begegnung aus Leidenschaft. Genauso gebe es verschiedene Formen von Nachbarschaften, sagte Novak. Denn Nachbarn könnten sich lieben oder hassen.

„Seit vielen Jahrhunderten leben die beiden Länder als Nachbarn. Es gab die verschiedenen Formen, doch in den letzten 30 Jahren erneuerte man die Beziehungen und begann, feste Freundschaften zu bilden“, sagte der tscheschische Bürgermeister. „Dann kam Corona und die Grenzen wurden geschlossen, doch die Freundschaftsgrenze blieb bestehen.“ Der Bürgermeister der Partnerstadt wünscht sich, dass viele Besucher ins Landestormuseum kommen und diese Ausstellung bewundern. Zu guter Letzt griff Novak das Zitat des Further Bürgermeisters nochmals auf: „Nur, wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“

Businenklänge zum Abschluss

Nach der Lesung folgte die Segnung des Museums mit Weihwasser. Außerdem beteten die Gäste gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Bernd Rosner und Kaplan Daniel Schmid das Vater unser. Nachdem Bürgermeister Sandro Bauer und sein Kollegen Zdenek Novak das Eröffnungsband offziell durchgeschnitten hatten, ertönten zum Abschluss noch einmal die Businen des Spielmannszuges. (fsj)

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