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Friseure in ganz neuem Licht

Ab Montag herrscht Hochbetrieb in den Salons. Was Kunden alles an Neuerungen erwartet, erklärt Friseurmeisterin Bianca Bachl.
Von Roman Hiendlmaier

Spieglein, Spieglein: Ob mit Mundschutzmaske oder Visier, ab Montag wird‘s nicht nur für Kunden von Bianca Bachl und Veronika Müller ungewohnt. Foto: Hiendlmaier
Spieglein, Spieglein: Ob mit Mundschutzmaske oder Visier, ab Montag wird‘s nicht nur für Kunden von Bianca Bachl und Veronika Müller ungewohnt. Foto: Hiendlmaier

Bad Kötzting.Der eigentliche Stress beginnt zwar erst am Montag, wenn die ersten Kunden in den „Friseur am Pfingstreiter“ strömen, Inhaberin Bianca Bachl und ihre Auszubildende Veronika Müller hatten jedoch auch bei geschlossener Ladentür gut zu tun: „Wir haben uns nahezu die ganze Schließungsphase Gedanken gemacht, wie’s weitergeht und wissen nun doch nur teilweise, was uns erwartet“, sagt die Inhaberin.

Ab Montag um 7 Uhr geht’s wieder los und die Hygiene-Vorgaben sind hart, sagt die Friseurmeisterin – für Kunden wie Betriebe.

Ohne Maske geht nichts

Seit 23. März haben Bayerns Friseurgeschäfte geschlossen. Sechs Wochen, nach denen jede(r) es kaum erwarten kann, wieder auf einem der Stühle Platz zu nehmen, die man so oft „als neuer Mensch“ wieder verlässt.

Bianca Bachl und ihre Kolleg(inn)en erwarten demnach einen Ansturm, sobald die Salontüren wieder geöffnet werden. Die Terminbücher sind randvoll, „worüber wir uns nach Wochen ohne Einkommen natürlich freuen“, sagt Bianca Bachl. „Ich muss aber gleich hinzufügen, dass ab Montag einiges anders als zuvor sein wird.“

Für die Glücklichen, die am Montag oder Anfang der Woche einen Termin ergattert haben, warten nicht nur der obligatorische Mund-Nasen-Schutz und beim Betreten die Händedesinfektion. Außerdem wird ihre Ankunftszeit notiert, ebenso beim Verlassen. „Damit nicht zu viele Kunden im Salon sind“, erklärt Bianca Bachl.

Bartpflege gibt es nicht

Wichtig vor allem für Herren: Haarschnitte werden nur noch am gewaschenen Haar ausgeführt. Augenbrauen färben, zupfen oder Bartpflege gibt’s vorerst auch nicht mehr. Die Wartezone wurde abgeschafft, das gilt auch für Getränke und Zeitschriften. „Wir haben WLan - zumindest ein kleiner Zeitverbleib.“

Die von Bianca Bachl genannte Gebotsliste sei aber nur die, die den Kunden unmittelbar betreffe. Die Friseure haben weitere Auflagen: „Wir arbeiten permanent mit Maske und Handschuhen, müssen nach jedem Kunden unsere Arbeitsmittel und den Stuhl desinfizieren, der Umhang kommt in die Wäsche.“ Um ausreichenden Abstand zwischen den Kunden zu schaffen, hat Bianca Bachl mobile Trennwände zwischen den Stühlen platziert.

Erst einprägen, dann eintreten: Die Eingangstür zum Friseur am Pfingstreiter ist voller Ge- und Verbote, die Inhaberin Bianca Bachl ihren Kunden zur Kenntnisnahme aufgehängt hat. Foto: Hiendlmaier
Erst einprägen, dann eintreten: Die Eingangstür zum Friseur am Pfingstreiter ist voller Ge- und Verbote, die Inhaberin Bianca Bachl ihren Kunden zur Kenntnisnahme aufgehängt hat. Foto: Hiendlmaier

Dem Corona-Dilemma aus hoher Nachfrage und hohen Auflagen versucht jeder Betrieb individuell beizukommen. Beim „Friseur am Pfingstreiter“ heißt das ab Montag: Einen spontanen Besuch ohne Termin wird es vorerst nicht mehr geben. Den Frisörinnen unbekannte Kundinnen werden vor dem Termin zu einem Besuch gebeten, um den Style besprechen und den Aufwand abschätzen zu können.

Angesichts dieses zeitlichen und teils auch finanziellen Mehraufwands bittet die Unternehmerin die Kundschaft, nicht böse zu sein, wenn die Frisöre die Belastungen durch höhere Preise zu kompensieren versuchen. Beim „Friseur am Pfingstreiter“ sind es beispielsweise drei Euro Hygienepauschale.

Tipps für Kunden

  • Lesen und Trinken

    : Wenn’s wahrscheinlich länger dauert: Lesestoff und Getränk mitnehmen. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) empfiehlt, nicht im Salon zu konsumieren. Es ist zwar nicht verboten, aber Trinken bedeutet, die Atemschutzmaske abnehmen zu müssen.

  • Kinder:

    Aktuell sind die Betriebe angehalten, keine Termine für Kinder unter zwölf Jahren zu vereinbaren. Ob in ein paar Wochen Eltern beim Friseurbesuch ihrer Kinder im Salon sein dürfen, sollen die Betriebe im Einzelfall entscheiden. (rh)

Und selbst wenn nach den erwartete langen Arbeitstagen der Feierabend erreicht ist, sind die Auflagen noch nicht beendet: „Wir müssen nach der Arbeit noch im Betrieb unsere Arbeitskleidung gegen die Kleidung für die Freizeit am Abend tauschen und diese natürlich auch gleich waschen.“

Bleibt die Wertschätzung?

Zwischen den Terminannahmen bleibt aktuell auch ein wenig Zeit, um über die aktuelle Situation hinaus zu denken: „Ich frage mich, welche Veränderungen wieder aufgehoben werden und welche bleiben. Ich hoffe, dass die Wertschätzung, die uns momentan entgegengebracht wird, länger anhält, als der aktuelle Run auf Termine.“

Darüber entscheiden wird auch die Qualität, die Bianca Bachl und ihre Kollegen in den nächsten Wochen abliefern werden. „Bei uns bleibt Qualität vor Quantität als Devise“, sagt die Unternehmerin. Dafür wurde in den vergangenen Wochen mit Azubi Veronika Müller geübt, dafür wurde das Vorgespräch für unbekannte Kunden eingeführt.

Eine gute Nachricht hat die Friseurin schon vor dem Stichtag Montag: „Was die Frisuren angeht, wurden bisher keine Einschränkungen gemacht.“ Das gelte auch und sogar für Hochzeitsfrisuren...

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