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Region Cham
Montag, 23. April 2018 25° 3

Flurbereinigung

Für eine wertgleiche Abfindung

Als erster Mosaikstein im Flurneuordnungsverfahren Rötz startet heute die Wertermittlung in der Flur .
Von Georg Sturm

  • Zehn Mustergründe aus der Reichsbodenschätzung von 1937 wurde für die Bewertung geöffnet und in Augenschein genommen. Fotos: Sturm
  • Die Probe wurde mit dem Bohrstock gezogen und wird nun begutachtet.

Rötz.Seit Mai 2016 ist das Flurneuordnungsverfahren Rötz mit rund 440 Hektar angeordnet. Nach zahlreichen Vorarbeiten – Wahl der Vorstandschaft, Erarbeitung eines Wegekonzeptes – beginnen am heutigen Montag mit der Wertermittlung die ersten Arbeiten in der Flur.

Erste theoretische Einblicke hatte Technischer Amtsrat Georg Schamberger vor einigen Tagen interessierten Teilnehmern des Verfahrens gegeben. Ins Detail ging es nun in einer zweitägigen Vorstandssitzung. Dazu kamen neben den Vorstandsmitgliedern auch für die Wertermittlung erforderliche Schätzer im Fürstenkasten zusammen, um zunächst in der Theorie und später in der Praxis die heute beginnende Wertermittlung vorzubereiten.

Routiniers und Neulinge

Diese Wertermittlung ist notwendig, um die Teilnehmer mit Land von gleichem Wert abfinden zu können. Dazu muss allerdings zunächst der Wert der alten Grundstücke ermittelt werden. Die Ergebnisse der Wertermittlung werden benötigt für die Berechnung wertgleicher Landabfindung, Festlegung der von den Teilnehmern aufzubringenden Flurbereinigungskosten, Ermittlung des Landabzuges, Wahrung von Rechten Dritter sowie Landverzichtserklärungen (gegen Geld).

Für die Wertermittlung wird der fünfköpfige Vorstand um drei landwirtschaftliche Sachverständige erweitert. Dies sind Klaus Schießl aus Fuhrn, Hans Maier aus Rottendorf sowie Josef Höcherl aus Rackenthal. Für Schätzer, die die entsprechende Qualifikation besitzen, gibt es beim Amt für ländliche Entwicklung eine entsprechende Liste. Da aufgrund fehlenden Nachwuchses die für heuer eingeplante Wertermittlung fast gescheitert wäre, werden in Rötz vier in Flurbereinigungsverfahren Erfahrene entsprechend geschult, um künftig – zum Teil bereits in den letzten Wochen des bis Ende April geplanten Wertermittlungsverfahrens Rötz– als Schätzer zur Verfügung zu stehen. Es sind dies Josef Gmach aus Elsing und Christian Lommer, die bisher bereits als Schätzer fürs Finanzamt tätig sind, sowie Helmut Windmaißer aus Schönthal und Max Rohrmüller aus Thurau.

Sie wurden von der Vorsitzenden ,Baurätin Teresa Meyer und Technischem Amtsrat Georg Schamberger, willkommen geheißen, eingewiesen und entsprechend vereidigt.

Bürgermeister Ludwig Reger freute sich, dass das Flurneuordnungsverfahren Rötz nun mit der Wertermittlung Fahrt aufnimmt. Er zeigte sich überzeugt, dass diese aufgrund der erfahrenen Kräfte „sauber abgearbeitet wird“. Schließlich sollen am Ende auch die letzten Kritiker feststellen können, das Flurneuordnungsverfahren Rötz war eine „super Sache“. Ein Dankeschön sagte er den Neuen, die für „Nachwuchs“ der fürs Verfahren erforderlichen Sachverständigen sorgen. Reger wünschte allen in der Wertermittlung Eingebundenen „gute Arbeit und eine glückliche Hand zum Wohle der Grundstücksbesitzer“.

Nach der Theorie ging es für Schätzer und Vorstandschaft hinaus in die Flur. Als Grundlage für die Auswahl der Mustergründe wurden verschiedene im Verfahrensgebiet vorkommende Bodenarten der Reichsbodenschätzung aus dem Jahr 1937 – bei Acker neun, bei Grünland fünf Bodenarten –herangezogen. Für die zehn festgelegten Punkte lagen entsprechende Bewertungen aus dieser Zeit vor. Dazu wurden die Mustergründe geöffnet und die Bewertung von damals mit heute verglichen.

Drei Trupps sind unterwegs

Auf dieser Grundlage entstanden die Eckdaten für die heute beginnende Wertermittlung. Dabei wurden auch wertbeeinflussende Faktoren – Zu – und Abschläge zum Bodenwert – festgelegt. In den nächsten Wochen sind nun drei Trupps mit je einem Schätzer, einem Vorstandsmitglied bzw. stellvertretendem Vorstandsmitglied, Vertretern des Amtes für ländliche Entwicklung sowie Helfern im Verfahrensgebiet unterwegs. Im Abstand von 30 Metern werden im gesamten Verfahrensgebiet Proben entnommen. Dazu muss der Bohrstock mindestens 70 Zentimeter eingeschlagen werden, um den Bodenquerschnitt entnehmen zu können. Die Punkte werden digital per GPS ermittelt und mit den Ergebnissen in einer Karte festgehalten.

Die Bewertungen werden registriert und sie bilden die Grundlagen für die Ermittlung der Wertverhältniszahlen der einzelnen Grundstücke. Diese sind die Grundlage für den rechnerischen Nachweis der Wertgleichheit zwischen Einlage und Abfindung eines Besitzstandes. Sie setzt Größe und Wert einer Fläche zueinander in Beziehung.

Wie Georg Schamberger informierte, wird es einige Zeit dauern, bis die Ergebnisse der Wertermittlung vorliegen und im Rahmen einer Teilnehmerversammlung vorgestellt werden können. Erst dann seien eventuelle Einwendungen möglich.

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