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Für Wiedereröffnung gebüffelt

Die Further Gastronomiebetriebe wollen aus den Vorgaben im Hygienekonzept der Ministerien das Beste machen.
von Johann Gruber

  • David, Robin, Ella und Maja sind fast jede Woche in der Erlebniswelt Flederwisch auf Entdeckungsreise. Da freut sich Betreiber Rolf Schüler (l.) natürlich, dass die Familien von Armansperg und Eisenreich auch heuer wieder Jahreskarten erworben haben. Foto: Johann Gruber
  • Auf dem Further Stadtplatz gibt es etliche Einkehrmöglichkeiten. Neben dem Café Rathaus von Walter Braun (stehend) findet man dort beim VIP, Citi, Post, Limmer, Mokka, Portofina und Roma einen Platz zum Verweilen und zum Genießen. Foto: Johann Gruber
  • Auch Anita und Reinhold Amberger haben die Terrasse ihres Landhotels Waldesruh in Ränkam-Kühberg nach dem Studium der Vorgaben gestaltet und die Wegemarken für möglichst begegnungsfreie Wege für die Gäste angebracht. Foto: Johann Gruber

Furth im Wald.Das gesellschaftliche Leben in Bayern wird nach dem Coronaschock nun nach und nach wieder hochgefahren. Schon seit 11. Mai dürfen Geschäfte, Zoos, Bibliotheken und Museen in Bayern wieder öffnen und in Kitas und Schulen halten die Kinder schrittweise wieder Einzug.

Den Anfang einer ebenfalls schrittweisen Öffnung der Gastronomie durften am Montag die Biergärten, Wirtsgärten und Terrassen von Lokalen (Außengastronomie) mit einer auf 20 Uhr beschränkten Öffnungszeit machen. Weitere strenge Auflagen sind in den sieben Seiten umfassenden „Gemeinsamen Handlungsempfehlungen des Bayerische Staatsministeriums für Wirtschaft. Landesentwicklung und Energie und des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege zum Wiederhochfahren der gastgewerblichen Betriebe“ als „Hygienekonzept Gastronomie“ zusammengefasst.

Betriebe dürfen nur öffnen, wenn und soweit sie die geforderten Standards einhalten können, die über den Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2 des Bundesarbeitsministeriums für viele Bereiche verbindlich vorgegeben sind und durch die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) in entsprechende Branchenstandards für den Arbeitsschutz umgesetzt wurden.

Individuelle Konzepte erstellen

Jeder Unternehmer erstellt in seiner Verantwortung und mit seiner Expertise für seine Gastronomie ein individuelles betriebliches Konzept. Diese Struktur habe sich bewährt und werde sich auch in Corona-Zeiten bewähren, betonen die Ministerien. Die Hygieneleitlinien für die Gastronomie inklusive der hygienegerechten Ausstattung in puncto Betriebs- und der Personalhygiene dokumentierte Reinigungs- und Schulungsmaßnahmen sowie betriebliche Eigenkontrollen und Gefahrenanalyse nach HACCP-Grundsätzen waren bereits bisher grundlegende Voraussetzungen für die gastgewerblichen Betriebe, denen nun aufgrund der Corona-Epidemie eine aktuell nochmals erhöhte Verantwortung zur Vermeidung einer unkontrollierten Ausbreitung des Virus nach der Wiedereröffnung ihrer Betriebe zukommt.

Die Mitarbeiter in der Gastronomie dürfen nur dann Tätigkeiten mit Lebensmittelkontakt durchführen, wenn sie über den erforderlichen Infektionsschutz nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) und die Pflichten zur persönlichen Vorsorge belehrt wurden. Die Beschäftigten sind weiter regelmäßig intern zu unterweisen und verstärkt auf die Selbstbeobachtungs- und Mitteilungspflicht auf die bekannten Covid-19 Symptome zu schulen.

Oberstes Gebot sowohl für Beschäftigte als für auch Gäste ist, dass der Besuch von Gaststätten ausgeschlossen ist, wenn jemand Symptome einer akuten Atemwegserkrankung jeglicher Schwere oder von Fieber aufweist oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem von Covid-19 Betroffenen hatte.

Schon vor dem Betreten der Gaststätte haben Besucher eine Mund-Nasen-Bedeckung anzulegen, die erst am Tisch abgenommen werden darf.

Für Toilettengänge oder zum Verlassen der Gaststätte ist diese wieder zu tragen. Für Gäste und Mitarbeiter werden ausreichend Waschgelegenheiten, Flüssigseifenspender, Einmalhandtücher und gegebenenfalls Händedesinfektionsmittel bereitgestellt. In allen Räumen einschließlich der sanitären Einrichtungen sowie auf Fluren, Gängen, Treppen und im Außenbereich gilt für Gäste und Personal die strikte Einhaltung der Abstandsregel von 1,5 Metern zwischen Personen, die nicht zu einem Haushalt gehören.

Die Zahl der maximal zulässigen Gäste wird für jeden Betrieb nach den gegebenen Rahmenbedingungen individuell festgelegt. Um eine Kontaktpersonenermittlung im Fall eines nachträglich identifizierten Covid-19 Falles unter Gästen oder Personal zu ermöglichen, ist eine Gästeliste mit Angabe von Namen, Telefonnummern und Zeitraum des Aufenthalts zu führen. Die Laufwege der Gäste sollen nach den örtlichen Möglichkeiten geplant und so ausgeschildert werden, dass es zu möglichst wenigen Begegnungsmöglichkeiten kommt.

Ab dem 25. Mai dürfen dann unter denselben strengen Hygieneregeln auch Speiselokale wieder öffnen und bis 22 Uhr betrieben werden, während in der Außengastronomie weiter um 20 Uhr Schluss sein muss.

Die Further Gastronomen zeigten in Gesprächen mit unserem Medienhaus viel Verständnis für die aufwändigen Infektionsschutzmaßnahmen und investierten für deren Organisation viel Zeit und Geld. Etliche Restaurants und Gasthöfe boten in den zurückliegenden Wochen der Schließung ihrer Lokale Essen zum Abholen an. Sie freuen sich über die gezeigte Solidarität mit der heimischen Gastronomie und freuen sich schon, dass bald wieder mehr Gäste persönlich bedient werden können.

Nicht nachvollziehbar ist für die Betreiber jedoch, dass bei der Außenga-stronomie um 20 Uhr Schluss sein muss, während im Gasthaus oder Restaurant bis 22 Uhr bewirtet werden darf. Sie meinen, dass es doch viel besser sei, die Gäste, die lieber draußen in der frischen Luft sitzen bleiben wollen, dort sitzen zu lassen, als sie um 20 Uhr ins Gebäude zu bitten, in dem sich der Wirt dann per Lüftungskonzept darum kümmern muss, dass die gute Luft von draußen weiter zu den Gästen reinkommt.

Warum außen nur bis 20 Uhr?

Die Gastronomen befürchten sogar, dass eine Reihe von Gästen, die nicht schon um 17 Uhr Feierabend hat, wegen der Beschränkung auf 20 Uhr ganz auf den Lokalbesuch verzichten wird. Die Betreiber sehen dies als unnötige Hindernisse für eine Branche, die sowieso weit überdurchschnittlich unter Einbußen durch die Corona-Pandemie leidet.

Hotels und andere touristische Angebote wie Ferienwohnungen oder Campingplätze hoffen, dass Ministerpräsident Söder den von ihm verkündeten „Bayern-Plan“ umsetzt und sie ab 30. Mai wieder öffnen dürfen.

Hygienekonzept

  • Abstand:

    In allen Räumen einschließlich der sanitären Einrichtungen sowie auf Fluren, Gängen, Treppen und im Außenbereich gilt für Gäste und Personal die strikte Einhaltung der Abstandsregel von 1,5 Metern zwischen Personen, die nicht zu einem Haushalt gehören.

  • Gästezahl:

    Die Zahl der maximal zulässigen Gäste wird für jeden Betrieb nach den gegebenen Rahmenbedingungen individuell festgelegt.

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