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Drachenstich

Furth hat ein neues Ritterpaar

Laura Lehminger und Matthias Schweitzer sind heuer die Hauptdarsteller beim ältesten deutschen Volksschauspiel.
Von Wolfgang Baumgartner

Die Vorstellung des Ritterpaares 2018: Bürgermeister Sandro Bauer, Drachenstich-Organisationsleiterin Lisa Kager, die Schwester des Ritters, Christina Schweitzer, Inspizient Heinz Winklmüller, die Eltern des Ritters Marion und Rudolf Schweitzer, Ritter Matthias Schweitzer, die Ritterin Laura Lehminger mit ihrem Vater Gerhard und der Mutter Renate sowie den Brüdern Florian und Sebastian Lehminger (v.r.).  Foto: wb
Die Vorstellung des Ritterpaares 2018: Bürgermeister Sandro Bauer, Drachenstich-Organisationsleiterin Lisa Kager, die Schwester des Ritters, Christina Schweitzer, Inspizient Heinz Winklmüller, die Eltern des Ritters Marion und Rudolf Schweitzer, Ritter Matthias Schweitzer, die Ritterin Laura Lehminger mit ihrem Vater Gerhard und der Mutter Renate sowie den Brüdern Florian und Sebastian Lehminger (v.r.). Foto: wb

Furth im Wald.Sie sind beide 23 Jahre alt, außerordentlich sympathisch und schon von Kindesbeinen an eng mit dem Drachenstich verbunden: Die Rede ist von Laura Lehminger und Matthias Schweitzer, die am Freitagabend das „Ja-Wort“ zur Übernahme der Hauptrollen beim ältesten deutschen Volksschauspiel, dem Drachenstich gaben.

Es war kurz vor 19 Uhr, als Bürgermeister Sandro Bauer mit einem prächtigen Blumenstrauß das Haus mit der Nr. 22 in der Von-Müller-Straße betrat. Zusammen mit der Drachenstich-Organisationsleiterin Lisa Kager galt es, die entscheidenden Weichen für das Drachenstich-Festspiel 2018 zu stellen; die Besetzung der Hauptrollen. Es gehört inzwischen zur Tradition, dass einen Abend vor dem Drachenball die offizielle Anfrage beim Ritterpaar und deren Eltern erfolgt.

Erlebnis für das Leben

Und kaum hatte der Rathauschef die Frage ausgesprochen, da schallte ihm schon ein lautes und freudestrahlendes „Ja, ich will“ entgegen. Laura Lehminger und Matthias Schweitzer sind überglücklich, heuer beim Drachenstich im Mittelpunkt stehen zu dürfen. Bürgermeister und Drachenstich-Organisationsleiterin freuten sich über das „sympathische, schneidige Paar“, das außerordentlich eng mit dem ältesten deutschen Volksschauspiel verbunden ist.

Drachenball in Furth im Wald

„Ab sofort seit ihr die Repräsentanten der Stadt“, betonte der Bürgermeister. Dies sei eine außerordentlich schöne, aber auch verantwortungsvolle Aufgabe. „Ich bin mir ganz sicher, dass ihr beide das hervorragend meistert“, zeigte sich Sandro Bauer zuversichtlich und freute sich „unbandig“, über das „Ja“ von Laura und Matthias. Der Drachenstich sei ein Erlebnis für das ganze Leben und werde die beiden Hauptdarsteller auch prägen. „Es wird eine superschöne Zeit!“ Sein Dank galt auch den Familien, die gefordert seien, wenn es darum geht, den beiden jungen Menschen Rückhalt und Hilfe zu geben.

Das Ritterpaar 2018

  • Die Ritterin:

    Laura Lehminger wurde am 1. Juli 1994 in Furth im Wald geboren und wohnt in der Von-Müller-Straße. Bis 2013 besuchte Laura die Schule, zuletzt die Fachoberschule Cham und schloss dort mit dem Abitur ab. In einem Orientierungsjahr an verschiedenen Theatern in Bayern hat sie als Regieassistentin hinter die Kulissen geschaut und Einblick in den professionellen Theaterbetrieb erhalten. Den Serienalltag erfuhr sie bei der Film- und Fernsehproduktion des BR „Dahoam is Dahoam!“

  • Beruf

    Seit Herbst studiert sie in München Sonderpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität und hat schon den Abschluss Bachelor of Science erhalten. Nun ist ihr großer Wunsch, die Rolle der „Ritterin“ verkörpern zu dürfen, in Erfüllung gegangen. Laura wirkte mehrere Jahre beim Kinderdrachenstich mit und stieg ab 2006 beim Festspiel als Prinzessin im Vorspiel ein. Dann wechselte sie zur Schranne.

  • Der Ritter „Udo“:

    Matthias Schweitzer wurde am 17. April 1994 in Furth im Wald geboren und wohnt im Milanweg. Im Jahr 2010 verließ Matthias die Realschule und begann eine Schreinerlehre in Furth. Nach einem Jahr wechselte er zu einer Schreinerei in Arrach. Dort bekam er Einblicke in den sehr gehobenen und exklusiven Innenausbau von Schiffen und Flugzeugen. Im Sommer 2016 legte er die Meisterprüfung ab. Bekannt wurde Matthias mit Brillengestellen aus Holz und später mit den handgefertigten Gürtelschließen. Mittlerweile entwickelte sich sein Betrieb zu einer Schreinerei mit verschiedensten Tätigkeiten.

  • Drachenstich:

    Bereits seit seinem fünften Lebensjahr wirkt der diesjährige „Ritter“ beim Drachenstich mit, anfangs beim Volk als Kind, danach zwei Jahre lang als Kopf des Drachen im Vorspiel. Über die „Legende“ kam er zum Sattelbogner-Gefolge und seit 2009 gehört er der Schaukampfgruppe im Drachenstich an, wo er bei Stunts und Fechtszenen glänzen kann.

„Auf Euch kommen wunderschöne Zeiten zu, aber auch Stress und Hektik“, betonte Lisa Kager, die ihren Kollegen Karl-Heinz Späth entschuldigte. Die Organisationsleiterin bot „rund um die Uhr“ ihre Hilfe und Unterstützung an. Mit dem Überreichen der Geschenke – eine Kette mit Lilie für die Ritterin und einen Gutschein für eine Krone für den Festzug sowie einen Anhänger mit Schwert und einen Gutschein für ein Schwert – „dass der Matthias schon hat“ — besiegelte Lisa Kager den Pakt und Bürgermeister Sandro Bauer überreichte an die strahlende Ritterin und die Mütter des Paares je einen prächtigen Blumenstrauß. Inspizient Heinz Winkelmüller hatte für das Ritterpaar die Textbücher mitgebracht und bot ebenfalls seine Unterstützung an.

Laura und Matthias freuen sich riesig auf den Drachenstich 2018.   Foto: wb
Laura und Matthias freuen sich riesig auf den Drachenstich 2018. Foto: wb

„I‘ gfrei mi wahnsinnig!“ bedankte sich Laura für die vielen guten Wünsche und hofft ebenso wie Matthias auf unfallfreie Festspiele, bei herrlichem Wetter und keine Verletzungen bei den Schwertkämpfen. Bis zu ihrem 18. Lebensjahr war es ein absoluter Herzenswunsch, einmal Ritterin zu werden. Dann rückten die berufliche Zukunft und das Studium diese Wünsche etwas in den Hintergrund.

Das Feuer entflammte

Doch als Mitte Dezember Regisseur Alexander Etzel Ragusa telefonisch anfragte, „entflammte sofort wieder das Drachenstich-Feuer!“ Ähnlich verhielt es sich bei Matthias. Sein bisheriges starkes Engagement beim Drachenstich überdeckte den „Ritterwunsch“ etwas. Als aber sein bester Freund Simon im vergangenen Jahr Ritter war, da „juckte“ es den heute 23-Jährigen doch gewaltig. Am 10. Januar, um 19.12 Uhr rief der Regisseur bei Matthias an und erklärte ihm, dass er heuer etwas früher mit den Drachenstich-Proben beginnen müsse: Nämlich als Ritter! 18 Minuten später klingelte bei Laura das Telefon. Als sich der Regisseur bei ihr meldete und „die frohe Botschaft“ mitteilte, war die Freude riesengroß.

Matthias befolgte sofort den Rat von Alexander Etzel Ragusa und begann mit dem Reitunterricht bei Willi Späth. Fünf bis sechs Mal in der Woche sitzt er im Sattel und trainiert. Auf den Stich freut sich der 23-jährige Schreinermeister und Gründer der Firma WOOD ART ganz besonders. „Ich werde mich am meisten freuen, wenn der Ritter auf der Tafel zu mir läuft und mich in den Arm nimmt, dann weiß ich, dass alles geklappt hat“, verrät die Ritterin. Sie wird trotz Drachenstich ihr Studium für Sozialpädagogik weitermachen. Matthias arbeitet die noch vorhandenen Aufträge seiner Firma ab und wird dann nebenbei in der Schreinerei Köppl in Seugenhof arbeiten.

„Der Köppl Franz steht 100 Prozent hinter meinem Drachenstich-Engagement“, sagt der 23-Jährige und nimmt seine „Ritterin“ in den Arm!

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