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Tourismus

Furth hat nun einen „echten Drachen“

Im Wildgarten gibt es nun ein Saurier-Skelett als besonderen Bezug zur Drachenstadt. Die Anlage hat auch in den Wintermonaten durchaus ihre Reize.
VON FRED WUTZ

  • 12 Meter lang und 480 Kilo schwer ist das Saurier-Skelett im Further Wildgarten. Uli Stöckerl (l.) und seine Helfer haben es beim Aufbau so platziert, dass es aussieht, als wäre der Tyrannosaurus Rex nach einem Sturz verendet und liegen geblieben.Fotos: Stöckerl, Fred Wutz
  • Dutzende von Fischen sind in der Unterwasser-Station gut zu beobachten.
  • Skurril: Wie die eine Knochen einer Hand hängen die Äste in der Birke.
  • Das „Mammut“ soll bitte beim Grasen in Ruhe gelassen werden.
  • Im Further Wildgarten bleibt buchstäblich die Zeit stehen.
  • Weil der Bewuchs zurückging, sind viele Metall-Skulpturen frei zu sehen.
  • Im Gebüsch steht ein (Blech-)Elefant.

Furth im Wald.Es ist zwar ruhig im Further Wildgarten – ein paar Gäste kommen aber jeden Tag. „Freilich ist mehr los, wenn es warm ist, aber ich freue mich über 10 Euro Eintrittsgeld am Tag –auch wenn es im Sommer besser läuft – weil die Besuche zeigen, dass Interesse an der Natur und der Anlage da ist.“ Uli Stöckerl ist aktuell dabei, Reparatur- und Aufräumarbeiten im Wildgarten an der Daberger Straße durchzuführen. Großen Druck verspürt er dabei nicht, wie er sagt, „denn in der kalten Zeit darf es schon etwas langsamer gehen.“

Nicht nur im Sommer reizvoll

Der Further Wildgarten hat in der Tat auch während der Winter-Monate seine Reize, die besonders in der schneefreien Zeit ins Auge fallen. Ein besonderes Erlebnis ist zweifellos ein Besuch in der Unterwasser-Beobachtungsstation, weil das Wasser in dem großen Teich ausgesprochen klar ist und somit die ungestörte Beobachtung von Fischen und anderen Wasserlebewesen erlaubt.

Aber auch im sonstigen Freigelände gibt es viel zu entdecken. Beispielsweise sind nun viele der Metall-Skulpturen deutlich zu sehen, die ansonsten von Büschen und hochwachsenden Gräsern verdeckt werden. Und auch manche Skurrilität fällt besser auf, wie etwa das abgebrochene Geäst, das in einer Birke hängt und einer überdimensionalen Totenhand gleicht. Unerschütterlich steht in der Kälte auch das „Mammut“ auf einer Wiese – eine Skulptur aus Holz und Schilf, gut „geschützt“ durch das Hinweisschild „Bitte in Ruhe grasen lassen!“

Neu: Eine Dinosaurier-Skelett

Neues gibt es seit ein paar Wochen im Wildgarten übrigens auch –durchaus noch ungewöhnlicher als die übrige „Einrichtung“! Im hinteren Bereich der Anlage liegt nämlich auf einer Böschung eine gewaltiges Skelett. Nur Fachleute erkennen, dass es sich um ein künstliches Gerippe handelt, aber alle Besucher – vor allem die Kinder! – wissen sofort, dass es sich da um die Reste eines Tyrannosaurus Rex (T-Rex) handeln muss.

„Das ist mein Beitrag zum Thema Drache“, sagt Uli Stöckerl und grinst. Bisher konnten die Gäste im Wildgarten einen hölzernen Drachen bewundern, den Stöckerl selbst gebaut hatte. Wind und Wetter hatten dem „Untier“ so zugesetzt, dass es zerfiel – es war ja ebenso wenig künstlich geschützt oder gar konserviert, wie die übrigen „Einrichtungsgegenstände“. Stöckerl wollte Ersatz in Form eines echten Drachen – also eines Sauriers – und sah sich daher im Internet weltweit um. „In Amerika kosten solche Skelette von 100 000 Euro aufwärts“, so Stöckerl, „aber durch einen Freund in München bekam ich einen Kontakt in China – und die Chinesen haben es ein wenig billiger gemacht.“

Ein Jahr dauerte die Aktion, bis drei sechs Meter lange Kisten aus China in Furth im Wald ankamen. Sie enthielten die (aus Fiberglas gegossenen) Nachbildungen von Saurier-Knochen. Ein Modell im Maßstab 1:10 hatte Stöckerl gebaut und nach China geschickt, immer wieder Bilder über den Baufortschritt erhalten und dann sogar über Satelliten-Bilder den Schiffstransport nach Hamburg und die Anfahrt nach Furth im Wald verfolgt.

„Wir sind die Drachenstadt in Deutschland –der Gedanke treibt mich noch immer an“, meint der Wildgarten-Betreiber, „also brauche ich für meine Anlage auch einen Drachen, eben den T-Rex. Es ist schon interessant, wie überrascht die Besucher sind und wie begeistert!“

Further Wildgarten

Seit 23 Jahren gibt es den Further Wildgarten an der Daberger Straße.

Uli Stöckerl hatte die Idee und errichtete die Anlage.

Anfangs war es eine unterirdische Beobachtungsanlage, die in einen Fischteich eingebaut war; diese besteht noch heute in Form der Unterwasser-Station.

Drei Ziele werden im Wildgarten verfolgt: Umweltbildung, Naturschutz und auch Tourismus.

Verschiedene Objekte, teils aus Holz und anderen Naturmaterialien, aber auch aus Eisen, bereichern die Anlage.

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