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Kommune

Furth im Wald bekommt Landesgartenschau

Furth hat den Zuschlag für 2025 erhalten. In sieben Jahren wird die Stadt anders aussehen als heute, sagt der Bürgermeister.
Von Evi Paleczek

Am 17. Juli war die Bewertungskommission in Furth im Wald vor Ort – und im Anschluss überzeugt vom Konzept der Grenzstadt. Foto: Archiv/Baumgartner
Am 17. Juli war die Bewertungskommission in Furth im Wald vor Ort – und im Anschluss überzeugt vom Konzept der Grenzstadt. Foto: Archiv/Baumgartner

Furth im Wald.Dieser Dienstag ist ein Freudentag für Furth. Die Telefone im Rathaus stehen nicht mehr still, von allen Seiten darf Bürgermeister Sandro Bauer Glückwünsche entgegennehmen. „Wir sind Gartenschau“, freut er sich. Der Erste, den er angerufen hat, als er die gute Nachricht erhielt, war Stadtrat Michael Mühlbauer, sagt Bauer im Gespräch mit unserem Medienhaus. Denn von ihm stammt die Idee, die Gartenschau in die Grenzstadt zu holen. Seit etwa 15 Jahren hat er sie nicht aus den Augen verloren und immer wieder im Stadtrat darum gekämpft.

Das Jahr 2025 ist ein optimaler Zeitpunkt, sagt der Bürgermeister. Beworben hatte man sich zwar für 2026, aber auch für ein Jahr früher hat die Stadt noch genügend Vorlauf. Das Gute: Bis zu diesem Zeitpunkt muss alles fertig sein. Es wird nichts mehr geschoben, Investitionen werden nicht mehr vertagt. Die angedachten Projekte werden bis dahin alle umgesetzt sein. Und es sind viele: Es wird etwa das Späth-Bräu-Areal hergerichtet, das Gelände um die Pastritz erlebbar gemacht, die Flächen rund um ATT, Regner-Insel und Leonhardi-Kapelle aufgehübscht, und der Drache zieht ins Zentrum.

Glückwünsche von Landrat und MdL

  • Hopp:

    MdL Dr. Gerhard Hopp gratuliere der gesamten Stadt zur Ausrichtung. Die gemeinsamen Bemühungen vieler Beteiligter und eine überzeugende Bewerbung hätten sich ausgezahlt. Er sei davon überzeugt, dass die Ausrichtung für Furth und die gesamte Region eine Aufwertung mit Langzeitwirkung haben wird.

  • Löffler:

    Landrat Franz Löffler freut sich über die Entscheidung, die Landesgartenschau nach Furth zu vergeben: „Das ist eine großartige Chance für Furth mit erheblicher Strahlkraft weit über die Stadt und den Landkreis hinaus. Das Konzept war überzeugend, und auch die Menschen in Furth im Wald stehen dahinter.“

Eine dringend nötige Chance

Nach und nach wird all das und noch viel mehr jetzt umgesetzt. Für die Einzelmaßnahmen wird ein Planerwettbewerb augelobt, erklärt der Bürgermeister die nächsten Schritte, dann folgt die Detailplanung der Objekte. Als erstes aber wird nun eine GmbH gegründet, in der die Gesellschaft zur Durchführung der Landesgartenschauen und Vertreter der Stadt sitzen werden. Wer das sein wird, ist aber noch nicht klar. Stark eingebunden in das Konzept werden von Stadtverwaltungsseite auf jeden Fall Tourismusbüro und Kulturamt, bislang mit am stärksten involviert war zudem Bauamtsleiter Josef Beer, der die Bürger-Workshops organisiert und die Bewerbung federführend betreut hatte.

Viele Bürger hatten am 17. Juli Gießkannen mit Blumen aufgestellt – um ihre Solidarität mit der Bewerbung kundzutun. Foto: Archiv/Bruckner
Viele Bürger hatten am 17. Juli Gießkannen mit Blumen aufgestellt – um ihre Solidarität mit der Bewerbung kundzutun. Foto: Archiv/Bruckner

Der Dank des Rathauschefs gilt dahingehend auch dem Planungsbüro lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner GmbH, das die Bewerbung begleitete, Herwig Decker und Lena Nürnberger, die die Bewerbung textlich und grafisch gestaltet hatten, Katharina Deglmann und Heinz Winklmüller, die bei der Begehung der Bewertungskommission geschauspielert hatten sowie Landrat Franz Löffler und MdL Dr. Gerhard Hopp, die die Bemühungen der Stadt auf politischer Ebene unterstützt hatten. Das Konzept habe den Fachbeirat überzeugt, und die Gartenschau sei nun eine große Chance für Furth, betont der Bürgermeister.

Er geht davon aus, dass im Rahmen der Durchführung in den kommenden sieben Jahren ein zweistelliger Millionenbeitrag in der Grenzstadt investiert wird – nur im Hinblick auf die verschiedenen Maßnahmen. Straßensanierungen und Begleitbegrünungen würden noch dazukommen. Die ganze Stadt werde aufgehübscht, um sich im besten Licht zu präsentieren, wenn Hunderttausende Besucher nach Furth kommen. In sieben Jahren wird die Stadt anders aussehen als heute, kündigt Bauer an. Diese Chance sei für Furth auch dringend nötig. Nun sei der Startschuss gefallen, um gute Konzepte umzusetzen. Der Rathauschef ist überzeugt davon, dass man 2025 eine gute Visitenkarte abgeben wird.

Diesbezüglich werden sich auch die Bürger umfangreich beteiligen dürfen. Da werde es sicher Domino-Effekte geben, meint Bauer – wenn gesehen wird, dass sich die Stadt positiv entwickelt. Neue Wege zu gehen, werde auch für Privatpersonen kein Muss, sondern eine Chance sein, ihr Eigentum gut zu präsentieren. Und die Stadt werde finanziell unterstützen, außerdem wird es Förderungen geben.

Highlight unter Gartenschauen

Im September wird die Stadt Konkreteres wissen in Bezug auf die nächsten Schritte, dann wird es auch frühzeitig eine weitere Bürgerversammlung geben. Ohne die Bevölkerung und Bürger-Engagement könne eine Gartenschau nicht funktionieren. Alle werden zusammenhalten müssen.

„Sehr happy“ ist er, sagt Michael Mühlbauer. 15 Jahre lang ist er an der Gartenschau-Idee für Furth drangeblieben. Auch wenn es nicht leicht war, jetzt haben sich alle Bemühungen ausgezahlt. Es habe immer wieder Kritiker gegeben, aber die Jury und viele Further hätten erkannt, dass die Stadt Potenzial hat. Jetzt aber gehe die Arbeit erst richtig los. Er selbst habe aber in Aufsichtsräten schon viele andere Gartenschauen begleitet und wisse, worauf man achten muss, betont Mühlbauer. So könnten in Furth Fehler vermieden werden, die andere gemacht haben. Die Further solle ein Highlight unter den Gartenschauen werden. Das werde er mit aller Kraft unterstützen, sagt der Gärtnermeister – und deshalb nun auch nochmals für den Stadtrat kandidieren, was er ohne das Thema Gartenschau vielleicht nicht mehr gemacht hätte. Das Projekt werde ein Turbo für Furth sein, der die Stadt für die nächste Generation fit machen werde. Ein Gemeinschaftsthema, das allen nützt.

Über den Zuschlag für Furth im Wald hatte das bayerische Umweltministerium am Dienstagvormittag in einer Pressemitteilung informiert. Neben Furth bekamen Kirchheim b. München (2024) und Schweinfurt (2026) ebenfalls frohe Kunde von Umweltminister Marcel Huber.

Der gratulierte den erfolgreichen Bewerbern: „Die Bewerber haben qualitativ hochwertige und innovative Ideen für die Entwicklung ihrer Kommunen eingereicht. Sie unterstreichen angepasst an die jeweiligen Bedingungen vor Ort die Bedeutung einer ökologischen Stadtentwicklung. Die Ideen bringen Mensch und Natur noch enger zusammen. Hier wird die Natur zurück in die Städte gebracht. Davon profitieren Menschen und Artenvielfalt. Auch der sanfte Tourismus in den Regionen bekommt durch die Landesgartenschauen einen kräftigen Schub.“

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber betonte: „Gartenschauen sind nicht nur ein tolles Erlebnis für die Besucher, sondern schaffen bleibende Infrastrukturwerte in den Städten. Mit der Vergabe der Bayerischen Landesgartenschauen an Kirchheim, Furth im Wald und Schweinfurt werden die hervorragenden Konzepte dieser drei Bewerber gewürdigt.“

Die ausgewählten Kommunen erhalten durch die Gartenschauen die Möglichkeit, umfangreiche grün- und städteplanerische Veränderungen durchzuführen. In Furth im Wald soll eine ökologische und städtebauliche Sanierung entlang von zwei Bachauen stattfinden, die auch dem Hochwasserschutz dient und altstadtnah die Lebensqualität erhöht.

Ab 2022 beträgt die Fördersumme für Landesgartenschauen durch das Umweltministerium bis zu fünf Millionen Euro. Der Höchstsatz der Fördersumme lag bislang bei 3,6 Millionen. Auch das Landwirtschaftsministerium beteiligt sich an den Durchführungskosten. Grundlage der Entscheidung für die Auswahl der Gartenschauen war das einstimmige Votum des Fachbeirats der Bayerischen Landesschau GmbH. In dem Fachbeirat sind Experten aus den gärtnerischen Berufsverbänden, kommunalen Spitzenverbänden, Architekten, Landschaftsarchitekten und Naturschutzverbänden sowie der beteiligten Ministerien vertreten.

Das Umweltministerium hat seit 1980 Landes- und Regionalschauen mit insgesamt knapp 70 Millionen Euro gefördert. Dadurch wurden bislang etwa 480 Hektar dauerhafte Grün- und Erholungsflächen in Bayern geschaffen.

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