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Region Cham
Samstag, 23. Juni 2018 18° 4

Restaurierung

Further Kreuzweg: Bitte um Spenden

Die Reliefs erstrahlen in neuem Glanz, der Stadtbildverein ist aber weiter auf Unterstützung für die Finanzierung angewiesen.

Malermeister Gerhard Decker zeichnete für die Restaurationsarbeiten an den Reliefs verantwortlich. Foto: Archiv/fer
Malermeister Gerhard Decker zeichnete für die Restaurationsarbeiten an den Reliefs verantwortlich. Foto: Archiv/fer

Furth im Wald.Der Zahn der Zeit hat am Kreuzweg genagt, der 1912 in der Kreuzkirchstraße am Aufgang zum Friedhof errichtet worden waren. Die Säulen aus Granit waren verwittert, die Farben auf den auf einer Bleimetallmischung gegossenen Reliefs, die 14 Stationen vom Leiden und Sterben Jesu zeigen, stark verblasst. Durch die bei einer früheren Restaurierung zum Schutz der farbigen Reliefbilder angebrachte Verglasung bildete sich immer wieder Kondenswasser, und das erwies sich dadurch letztlich als kontraproduktiv.

Dem 2016 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Stadtbildverschönerungsvereins, Karl Stauber, war die Restaurierung des Kreuzwegs ein Herzensanliegen. Doch die vom Denkmalschutz auf 1600 Euro je Station veranschlagten Kosten waren für den Verein, der zwischenzeitlich in „Stadtbild Furth im Wald“ umbenannt wurde und von Ruth Fischer und Josef Hastreiter geführt wird, eine Herausforderung. Die 15 Euro Jahresbeitrag von knapp 100 Fördermitgliedern reichten schon in der Vergangenheit nicht aus, um die Kosten für die Blumenanpflanzungen in den Pflanztrögen im Stadtgebiet zu decken. Zum Glück fand man immer wieder Gehör bei diversen Spendern, um über die Runden zu kommen.

Kosten wurden niedriger

Die Experten des Denkmalschutzes gingen seinerzeit davon aus, dass die gegossenen Reliefs nicht aus ihrem Granitsteinhäuschen auf den Sockeln herausgenommen werden können. Die Auftragung von Zwischenfirnis und die anschließende Restauration der Farben hätte deshalb für diese Arbeiten im Freien eine aufwendige Einhausung aller Stationen zum Schutz vor Witterungseinflüssen erfordert. Kirchenmalermeister Andreas Wrba, ein Mitarbeiter von Malermeister Gerhard Decker, wusste jedoch von einer früheren Arbeit an einem ähnlichen Kreuzweg, wie die Reliefbilder aus ihrem Granithäuschen herausgenommen werden können.

Restaurierter Kreuzweg in Furth im Wald

Dadurch wurden der Transport in eine Fachwerkstatt möglich und die veranschlagten Kosten um die Hälfte auf etwa 800 Euro je Station reduziert. Nachdem die Stadt, in deren Besitz der Kreuzweg ist, zugesagt hatte, die für die Standsicherheit der Säulen notwendigen Arbeiten zu übernehmen, wagten es die Verantwortlichen des Stadtbildvereins, die Organisation der Restaurierung zu übernehmen und sich um die zur Finanzierung erforderlichen Spender zu bemühen. Den Auftrag für die Restaurationsarbeiten an den Reliefs erhielt Malermeister Gerhard Decker und den für die Säuberung der Granitsäulen Steinmetzmeister Walter Mühlbauer. Josef Hastreiter kümmerte sich als Holzspezialist um die in die Granitsäulen eingelegten hölzernen Kreuze.

Ruth Fischer und Josef Hastreiter vom Stadtbildverein, Kaplan Daniel Schmid und Malermeister Gerhard Decker (von links) freuten sich über die Spende von OGV-Vorsitzendem Josef Breu (Mitte). Foto: fer
Ruth Fischer und Josef Hastreiter vom Stadtbildverein, Kaplan Daniel Schmid und Malermeister Gerhard Decker (von links) freuten sich über die Spende von OGV-Vorsitzendem Josef Breu (Mitte). Foto: fer

In Anwesenheit von Kaplan Daniel Schmid und Malermeister Gerhard Decker konnten Stadtbildvereinsvorsitzende Ruth Fischer und ihr Stellvertreter Josef Hastreiter am Abend des Fronleichnamstags den Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Sengenbühl, Josef Breu, am Aufgang zum Kreuzweg begrüßen. Die Unterstützung sozialer Zwecke in der Drachenstichstadt habe in seinem Verein ein lange Tradition, sagte Breu und nannte als Beispiele Spenden an Kindergarten, Waldkindergarten, für die Anschaffung Drachen und für die Renovierung der Sakristei. Nachdem er als städtischer Friedhofswärter den Kreuzweg jeden Tag passiere, freue er sich besonders, dass die Verantwortlichen des OGV grünes Licht dafür gegeben haben, dass er einen Scheck über 800 Euro zur Restaurierung des Kreuzwegs mitbringen konnte.

Kreuzwegandachten möglich

Fischer und Hastreiter dankten für die Spende, mit der nun etwa die Hälfte der Restaurierungskosten refinanziert seien. Weil jedoch noch ein einiges an Mitteln benötigt wird, um die Kosten vollständig zu decken und wie bisher die Begrünung in den Pflanztrögen vornehmen zu können, bittet der Verein die Bevölkerung um Spenden. Bei Überweisungen auf das Spendenkonto DE22742510200810607697 wird um Angabe von „Spende an Stadtbild e. V. für Kreuzwegrestaurierung“ als Verwendungszweck gebeten. Man freue sich nicht nur über Großspenden, sondern sei für jeden Betrag dankbar, betonte Fischer.

Kaplan Schmid sagte, soweit es die Witterung zulasse, könnten nun Kreuzwegandachten anstatt in der Stadtpfarrkirche oder der Krypta auch an den Kreuzwegstationen mit den nun wieder beeindruckenden Reliefs stattfinden. Malermeister Decker sprach von der erfüllenden Arbeit, die die Wiederherstellung der ursprünglichen Farbenpracht für ihn gewesen sei. Fast ein halbes Jahr hätten die Reliefs das Erscheinungsbild in seiner Werkstatt gegenüber der Stadtpfarrkirche dominiert. Deshalb komme er immer wieder gerne zu ihrem angestammten Platz, um zu gegebener Zeit erneut den erforderlichen Zwischenfirnis auftragen zu können. (fer)

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