MyMz
Anzeige

Stadtentwicklung

Further Netto-Markt auf Zielgeraden

Nach den Plänen der Investoren sollen die Bagger am Prossl-Gelände im März anrollen. Der Bauausschuss ebnete den Weg.
Von Michael Gruber

Die Visualisierung des neuen Discounters auf dem Gelände des ehemaligen Prosslhofs Annimation: Firma Ratisbona/Planungsabteilung
Die Visualisierung des neuen Discounters auf dem Gelände des ehemaligen Prosslhofs Annimation: Firma Ratisbona/Planungsabteilung

Furth im Wald.Es soll ein Leckerbissen werden, der einen grauen Fleck im Stadtbild beseitigt: Der geplante Bau einer Netto-Filiale am Prossl-Gelände trage dazu bei, einen „Donut zum Krapfen“ zu machen. So hatte es Bürgermeister Sandro Bauer beim Jahresempfang formuliert: „Wo zuerst nichts war, wird es ein Kleckerl Marmelade geben.“

Jetzt stehen die Zeichen gut, dass die Bagger schon bald anrollen. Am Mittwochabend hat der Bauausschuss den aktualisierten Entwurf des Bebauungsplans einstimmig abgesegnet und die erneuten Auslegung für vier Wochen beschlossen. Sofern es keine größeren Hindernisse gebe, könne der Abriss bereits im März beginnen, stellte die Projektleiterin der Ratisbona Handelsimmobilien, Katrin Christoph, in Aussicht.

„Neuer Prototyp“ kommt

Dabei soll Furth im Wald einer der ersten Standorte für einen „neuen Prototyp“ bei der Filial-Gestaltung sein, die nach dem Vorbild von Edeka, Rewe oder Aldi eine offene Deckengestaltung haben und ohne das bisher übliche Satteldach auskommen. „Wir haben bisher nur in Gerolzhofen mit dieser modernen Form der Gestaltung experimentiert und das kam bei den Kunden sehr gut an“, erklärte Christoph.

Die Gestaltung des Daches war neben der Verkehrsplanung einer der Knackpunkte in der Diskussion des Ausschusses, die sich um die Auswertung der ersten Auslegung des Bebauungsplans drehte. Beim Standort am Prossl-Gelände handele es sich aus städtebaulicher Sicht um ein „sensibles Thema“, wie Stadtrat Oskar Mühlbauer anmerkte. Mit Blick auf die Erstellung einer Stadtbild-Sanierungssatzung sollte die Dachlandschaft im Umfeld berücksichtig werden, die hauptsächlich Satteldächer aufweise, weshalb er von einem Flachdach Abstand nehmen würde. „Es handelt sich hier nicht um ein Gewerbegebiet.“

Nach den aktuellen Plänen soll das Gebäude ein Flachdach mit vorgezogener Attika bekommen, erläuterte Lena Beyrich von der Firma Stadtplaner TB Markert. Damit werde eine Zweigeschossigkeit angedeutet, die sich an das Umfeld anpasse. Außerdem weise auch das bestehende Gebäue in Teilen ein Flachdach auf. Der Abstand bis zur Oberkante betrage derzeit acht Meter, bei einem Satteldach würde die Höhe auf zehn Meter ansteigen.

Debatte

Bekommt Ränkam ein Krematorium?

Der Further Bauausschuss hat sich vor Ort über die Pläne von Markus Roßmann informiert. Jetzt soll der Stadtrat entscheiden.

Sandro Bauer verwies darauf, dass man von Beginn an eine lange schlauchige Form vermeiden wollte und sich mit Blick auf den Standort ganz bewusst für die Variante mit der Attika entschieden habe. Außerdem sei der Entwurf mit dem Flachdach Bestandteil des Mietvertrags der Firma Ratisbona mit dem Betreiber der Filiale. „Eine Änderung würde vermutlich auch den Baubeginn verzögern“, wandte Bauer ein. Nach einer Abstimmung des Gremiums, ob eine Variante mit Satteldach in Frage käme, war das Thema vom Tisch: Allein Oskar Mühlbauer stimmte dafür.

Gestritten wurde auch über die Ausgestaltung der Verkehrsanbindung: Die Ein- und Ausfahrt soll an zwei Stellen möglich sein, über die Konrad-Utz-Straße und unmittelbar vorne an der Von-Müller-Straße. Auf Anregung des Landratsamts habe man dort den Bau einer Links-Abbiege-Spur in Betracht gezogen, nur sei der Abstand bis zur nächsten Kreuzung zu kurz, erklärte Beyrich. Als Alternative soll die Straße auf drei Meter für eine Aufstellfläche verbreitert werden. Voraussetzung aber sei, dass an dieser Stelle weniger als 400 Autos pro Tag fahren, da eine separate Linksabbieger-Spur ansonsten Pflicht sei.

„Physikalische Grenzen“

Bauamts-Chef Josef Beer schlug vor, die Parkplätze vor dem Kaufhaus Bauer schräg zu stellen und die freiwerden Flächen für die Straßenverbreiterung zu nutzen. Oskar Mühlbauer forderte ein Verkehrskonzept. Die Stadt müsse die Frequenz in einem Verkehrsgutachten prüfen, um zu wissen, ob eine Linksabbieger-Spur erforderlich sei. Auch Michael Mühlbauer plädierte für die Erstellung eines Konzepts.

Notizen aus dem Bauausschuss

  • Stadtplatz:

    Der Bauausschuss hat die Erweiterung des Lokals von Betreiber Giulio Massa um einen Terrassenbetrieb vor dem Liebl-Anwesen einstimmig abgelehnt. Der Laden befinde sich in einem Gebäude, das der Stadtrat für die Nutzung im Einzelhandel bestimmt habe, begründete Josef Beer den Beschluss-Vorschlag.

  • Aufhebung:

    Die Stadt hat den Bebauungsplan „Am Fichtenbacher Weg“ einstimmig aufgehoben. Alle Bauplätze seien vergeben und die Bestimmungen seien nicht mehr auf dem Stand der Zeit.

  • Spielothek:

    Der Bauausschuss hat dem Antrag von Giulio Massa für die Verlegung einer Spielothek von der Eschlkamer Straße 20 in die Bräuhausstraße 36 zugestimmt. Der neue Standort befinde sich in einem Mischgebiet, weshalb Spielstätten allgemein zulässig seien, erläuterte Bauamts-Chef Josef Beer. Die Anzahl der Spielgeräte liege bei acht und die Nutzungsfläche ist kleiner als 100 Quadratmeter, weshalb die Verlegung baurechtlich zulässig sei. Aufgrund der Konzession sei die Errichtung einer weiterer Spielothek im Umkreis von 500 Meter nicht möglich.

Stadtrat Ernst Glaser sprach sich dafür aus, mögliche Verzögerungen des Baubeginns zu vermeiden. Aus Sicht von Franz Former brauche es kein Gutachten, es sei eine Frage des „gesunden Menschenverstands“, die Möglichkeiten vor dem Kaufhaus Bauer zu nutzen. Sandro Bauer verwies auf die „physikalischen Grenzen“ am Standort und stellte die Möglichkeit zur Abstimmung, erneute Beratungen mit dem Bauträger mit Blick auf ein Verkehrsgutachten durchzuführen.

Mit neun Gegenstimmen gab es dafür keine Mehrheit. Stadtrat Michael Mühlbauer plädierte für besondere Rücksicht auf die Grünanlagen mit Blick auf die Landesgartenschau. Das Gremium einigte sich darauf, dass der Gartenbau-Experte eine Liste von zulässigen Pflanzenarten erstellt, die in den Bebauungsplan mitaufgenommen werden. Nach Auskunft von Lena Beyrich entsprechen die Planungen den Anforderungen des ISEK.

Weitere Meldungen aus Furth im Wald finden Sie hier.

Weitere Meldungen aus dem Landkreis Cham finden Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten aus der Region bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht