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Aktion

Further Senioren besuchen Domažlice

Beim grenzüberschreitenden Seniorentreffen erleben die Gäste, warum Musik und Tanz verbinden können.
Von Monika Kammermeier

Den Senioren gefiel der Fächertanz der Gruppe des Domažlicer Seniorenheims, die Lieder der Cansonetta Singgruppe und die Tanzvorführungen sehr.
Den Senioren gefiel der Fächertanz der Gruppe des Domažlicer Seniorenheims, die Lieder der Cansonetta Singgruppe und die Tanzvorführungen sehr.

Furth im Wald.Kaffee, Kuchen, Gymnastik und Tänze zu wunderschönen tschechische Liedern. Keine Frage – das grenzüberschreitende Seniorentreffen war auch diesmal wieder ein Event, bei dem sich Deutschland und Tschechien näher gekommen sind.

Zum 14. Seniorentreffen hat das Städtische Seniorenheim in Domažlice mit seiner Direktorin Hana Hrušková am Donnerstagnachmittag eingeladen. Der Further Seniorenbeirat mit Vorsitzender Brigitte Klappenberger, Senioren und die AWO-Damen mit ihrer Leitung Edeltraud Sander reisten mit dem Busunternehmen Josef Wess an.

Schon am Eingang erwartete Petra Suternová, die Leiterin der Demenz- und Alzheimerabteilung und unermüdliche Unterstützerin der Treffen, die Ankunft der Gäste aus Deutschland. Mit einem großen Schirm und viel Herzlichkeit kam sie ihnen entgegen und führte sie ins Haus, denn es regnete und war kalt an diesem Maitag. Suternová spricht deutsch. Sie und die Übersetzerin Eva Rendl-Wypiorová halfen, die Sprachbarrieren zu überwinden.

„dobry den“ bei den Nachbarn

Direktorin Hrušková begrüßte die Gäste und dankte dem Sponsor DentiMed. Bürgermeister Dr. Zdenèk Novák zitierte Professor Tomáš Halík, der gesagt habe: „Solange der Mensch jung ist, sollte er nicht vergessen, mit den Alten in Kontakt zu bleiben, wird er älter, soll er mit den Jungen in Kontakt bleiben.“ Und weiter: „Wir dürfen den Kontakt untereinander nicht vergessen und daher ist jede Zusammenkunft wie diese wichtig!“ Bürgermeister Bauer begrüßte die Gastgebenden mit einem herzlichen „Dobry den“. Er sagte, dass es nach wie vor eine Sprachbarriere gebe, doch die Musik hätten alle gerne und sie kenne keine Grenzen.

Von einem stabilen und reißfesten Band sprach Klappenberger, das vor 14 Jahren zwischen den Senioren in Deutschland und Tschechien geknüpft wurde. Sie dankte Hrušková und Novák, dass sie es nicht haben zerreißen lassen. Hrušková moderierte die Darbietungen. Auftakt war ein gemeinsamer Friedenstanz, zu dem die AWO-Damen und die tschechische Tanzgruppe bei dem deutschen Lied „Ein schöner Tag“ ein Europafähnchen schwangen.

Deutsch-tschechische Verbundenheit

  • Zusammenkünfte:

    Diese Seniorentreffen finden seit 14 Jahren immer abwechselnd mal in Furth im Wald und mal in Domažlice statt. Brigitte Klappenberger, Vorsitzendes des Further Seniorenbeirats freute sich, dass diese gute Tradition auch mit der wechselnde Leitung des Domažlicer Seniorenheims mit seiner Direktorin Hana Hrušková und dem neuen Bürgermeister Dr. Zdenèk Novák weiterhin bestehen bleibt. „Ich danke Ihnen liebe Hana Hrušková und Ihnen Dr. Zdenèk Novák dass Sie das Band nicht haben zerreißen lassen“

  • Programm:

    Ein abwechslungsreiches Programm, durch das die Direktorin Hana Hrušková führte, bestimmte den Nachmittag. Geboten war Musik, Tanzvorführungen tschechischer und deutscher Seniorengruppen, ein lockere Gymnastikeinlage und der herrliche Gesang der Cansonetta Singgruppe.

  • Erinnerung:

    Zwei Senioren aus Tschechien berichteten über die Zeit nach der Grenzöffnung. Neugierig seien sie vor allem auf die Geschäfte im Nachbarland gewesen.

Dann tanzten sie gemeinsam einen tschechisch gesungenen Syrtaki. DJ am Musikpult war Günther Böhm, der sich seit Beginn der Treffen um die Musik kümmert. Es folgten lebhafte Formationstänze der AWO-Damen. Eliška Urbanová lud mit ihrer Gymnastikgruppe die Gäste ein, mitzumachen. Die beiden Bürgermeister und einige AWO-Frauen ließen sich nicht lange bitten. Gemeinsam balancierten sie auf Bällen und streckten die Arme zu einem imaginären Himmel nach oben. Ob der schwierigen Übungen erhielten sie sogar Zwischenapplaus.

Bändertanz zu Karel Gott

Mit der Tanzgruppe „Hanka“ wurde „Moldau“ aufgeführt – ein Bändertanz der die tschechische Seele verkörpere bei einem Lied von Karel Gott, so Hrušková. Ein Herr und Damen aus dem Verein „Falke“ zeigten ihren Tanz. In der ganzen Republik werde diese gleiche Übung gemacht, erklärte sie und die Tanzgruppe des Seniorenbeirats hätten schon 32 Medaillen von 40 möglichen dafür bekommen. Eine Tanzgruppe des Hauses zeigte den temperamentvollen Fächertanz.

Das Seniorentreffen im Domazlicer Seniorenheim mit seiner Direktorin Hana Hrušková (4. v. re.), den Bürgermeistern und den Unterstützern.
Das Seniorentreffen im Domazlicer Seniorenheim mit seiner Direktorin Hana Hrušková (4. v. re.), den Bürgermeistern und den Unterstützern.

Die tschechischen Seniorinnen Zdenka Kilbergerová und Marie Zdanovcová erzählten in der Pause, wie sie die Grenzöffnung empfunden haben. Es habe sich viel verändert seither. Kilbergerová war dort, wo sie vorher noch niemals war, in England, Spanien, Dänemark, Irland, Schweden und Kroatien. Sie war beruflich wie privat unterwegs. Zdanovcová war in Italien. Sie war vor allem neugierig auf das Nachbarland, wollte „bummeln“ gehen und sehen, was da angeboten wird. Nämlich ganz anderes als bei ihnen.

Und sie stellte fest, dass die deutschen Frauen mehr Power hätten und sich viel besser durchsetzen könnten. Beide sprachen etwas Deutsch. Von deutscher Seite ist bei den Senioren die Sprachbarriere größer. In der Tanzgruppe verstehe man sich gestenreich, sagten Sandner und Böhm. Seniorin Hella Weber machte Sprachkurse, doch finde sie kaum Anwendung und so bleibe es bei „Prosim, djkuji, und dobrý den.“ Auf die Treffen freue man sich aber immer.

Die Cansonetta Singgruppe in typischer Tracht mit einem Dudelsackspieler aus Klencí beschloss den Nachmittag mit vielen Liedern. Inbrünstig sangen die tschechischen Senioren mit und kannten jede Strophe.

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