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Schulung

Gärtner stehen für ökologische Vielfalt

Die Chefs der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis hörten Vorträge über Artenvielfalt, Streuobst-Projekt und Vereinsarbeit in Friedersried.

Die Vorsitzenden der 67 Obst- und Gartenbauvereine trafen sich am Samstag in Cham.Foto: fsh
Die Vorsitzenden der 67 Obst- und Gartenbauvereine trafen sich am Samstag in Cham.Foto: fsh

CHAM.Am Samstag fand im Hotel am Regenbogen in Cham das Vorständeseminar des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege statt. Eingeladen waren alle Vorsitzenden der 67 Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis. Dieses Seminar ist speziell aufbereitet für Führungskräfte in den Vereinen und findet alle drei Jahre statt.

Die Leitung der Fortbildungsveranstaltung an diesem Tag hatte Alexander Teichgreber vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege in München. Im Mittelpunkt der Verbandsarbeit 2018 steht besonders der Kinder- und Jugendwettbewerb „Streuobst-Vielfalt - Beiß rein!“ „Alle Vereine und Jugendgruppen sind aufgerufen sich an dem Wettbewerb zu beteiligen“, forderte Teichgräber auf.

Präsentiert wurden am Samstag auch die Hilfen und neuen Materialen für die Vereinsarbeit, darunter auch die neuerschienen Fachblätter „Gärtnerwissen“, und Teichgräber wies auch auf die Medien im Internet und die Homepage hin. Breiten Raum am Vormittag nahm auch die Information über das Vereinswesen als solches ein. Was macht den Unterschied zwischen e.V. und nicht e.V. aus? Folgen der Haftung, wie kann man sich dagegen versichern und vieles mehr standen im Blickpunkt.

Die Artenvielfalt fördern

Kreisfachberaterin Renate Mühlbauer übernahm den Fachvortrag zum Thema: „Förderung der Artenvielfalt“. Dabei zeigte sie Möglichkeiten sowohl für den Einzelnen, aber auch für den Ortsverein auf. „Drastische Veränderungen haben in den letzten Jahrzehnten die Entwicklung der Artenvielfalt in Siedlung und Landschaft sehr stark negativ beeinflusst“, beklagte Renate Mühlbauer und verwies dabei auf Zahlen des Bundesamtes für Naturschutz, die von bis zu „80 % Rückgang der Insekten“ in manchen Gegenden verzeichnen.

Als eine wesentliche Aufgabe in diesem Zusammenhang betrachtet die Fachberaterin den Arten- und Biotopschutz. Ebenso bedeutsam ist für sie aber auch der schonende Umgang mit den Elementen Wasser, Boden und Luft. „Der richtige Umgang mit der Natur setzt allerdings ein fundiertes Wissen über die Zusammenhänge ökologischer Kreisläufe voraus“, stellte Mühlbauer klar und wies darauf hin, dass die Gelegenheit zur Naturbeobachtung und die Möglichkeit, ökologisches Bewusstsein in die Tat umzusetzen, für den Einzelnen vor allem im Hausgarten zu finden ist. In jedem privaten Garten kann sein Besitzer mit einfachen Mitteln, z. B. durch die Anlage von freiwachsenden Hecken aus heimischen Sträuchern, Baumpflanzungen, Schaffung von Feuchtbereichen in Form von Gartenteichen oder Sumpfbeeten und durch die Anlage von Trockenbereichen, wie von Trockenmauern oder Steinhaufen, ökologisch bedeutsame Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen schaffen und somit den Arten einen Lebensraum bieten.

„Die Anlage von Blumenwiesen anstelle von Rasenflächen oder sogar öden Schotterflächen wäre eine der sinnvollsten Maßnahmen“, war sich die Referentin sicher. Mensch, Tier und Pflanzen sind in einen Kreislauf eingebunden, der nicht durchbrochen werden kann, ohne unser aller Lebensgrundlage zu verschlechtern. Es gelte, diese Grundlage mit ökologisch orientiertem Wissen und Handeln für die Zukunft zu bewahren.

„Nicht übertrieben große, sondern viele kleine Maßnahmen sind notwendig, um dieses Ziel zu erreichen. Die Strategie für die Zukunft sollte die sein, mit positiven Beispielen nachahmenswerte Anregungen zu geben und damit Zeichen für sinnvolles ökologisches Handeln und somit ein Zeichen zur Förderung der Artenvielfalt zu setzen“, gab sie den Anwesenden mit auf den Weg.

Vorbild in Friedersried

Am Nachmittag berichtete der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Friedersried, Georg Fritsch, über die Arbeit seines Vereins. Der OGV Friedersried hat verschiedene nachahmenswerte Aktionen in kulturellen und ökologischen Bereichen ins Leben gerufen, wie z.B. Schilder mit den Hausnamen der Familien entworfen und an den Häusern angebracht, viermal im Jahr einen Infodienst angeboten und mit der Aktion „Grüner Daumen“ wird alljährlich im Vereinsgebiet ein Ökopreis vergeben. (fsh)

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