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Montag, 23. April 2018 21° 8

Gesundheit

Gedächtnislücke oder bereits Demenz?

Prof. Dr. Frank Weber, Chefarzt für Neurologie in Cham, erläutert die Arten von Demenz und zeigt den Weg zur Diagnose auf.

Prof. Dr. Frank Weber Foto: Sana

Cham.Bereits 28 Prozent der Bundesbürger sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes über 60 Jahre alt, sechs Prozent davon über 80 Jahre – Tendenz steigend. Eine der häufigsten Erkrankungen im Alter ist die Demenz. Der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und die fortschreitende Beeinträchtigung der Lebensumstände verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen grundlegend. Prof. Dr. Frank Weber, Chefarzt für Neurologie an den Sana Kliniken des Landkreises Cham, erläutert die verschiedenen Arten von Demenz und zeigt den Weg zur Diagnose auf.

Aktuell sind in Deutschland nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft etwa 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt, bis zum Jahr 2050 werden es etwa 3 Millionen sein. Schätzungen zufolge kommen in Deutschland jährlich rund 300 000 Neuerkrankungen hinzu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Demenz als Folge einer chronischen oder fortschreitenden Krankheit des Gehirns, die zu Störungen im Gedächtnis, der Orientierung, der Sprachfähigkeit sowie im Urteilsvermögen führen kann. Zudem können damit auch Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation einhergehen.

„Grundsätzlich ist festzuhalten, dass es nicht die eine Art von Demenz gibt. Demenz ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von Krankheiten, die höchst unterschiedlich verlaufen, aber alle die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen“, erklärt Prof. Dr. Weber. „Mit bis zu 70 Prozent ist die Alzheimer-Demenz die häufigste Form. Hierbei kommt es zu Eiweißablagerungen an und in den Nervenzellen, die die Kommunikation der Nervenzellen untereinander einschränken und Symptome wie Vergesslichkeit, Sprachstörungen und Orientierungsschwierigkeiten auslösen.“ Davon zu unterscheiden ist die vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungenbedingt ist. Ihr kann als Grunderkrankung ein Schlaganfall vorausgehen. Auch Mischformen von Alzheimer-Demenz und anderen Demenzformen gilt es zu beachten. Sekundäre Demenzen hingegen werden durch nicht-hirnorganische Grunderkrankungen wie Stoffwechselstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen hervorgerufen. „Bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung können sich in einigen Fällen die Gedächtnisstörungen zurückbilden“, sagt der Neurologe.

Treten Demenzsymptome, wie beispielsweise Vergesslichkeit oder Orientierungsstörungen, auf, ist es wichtig, die Ursache abzuklären. „Die Diagnose einer Demenz gehört in die Hand von Spezialisten und bedarf einer umfassenden Untersuchung. Darüber hinaus werden die Angehörigen zur Krankengeschichte befragt“, erläutert Prof. Dr. Weber. Tatsächlich fällt die Diagnose Demenz erst am Ende eines langen Prozesses. Denn die Grundbedingung ist, dass die kognitiven Einschränkungen und Begleitsymptome mindestens sechs Monate bestehen. „Mitunter kann auch eine Krankheit wie Parkinson, Schlaganfall oder ein Hirntumor hinter dem Verlust der kognitiven Fähigkeiten liegen“, so der Experte.

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