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Nachkommen

Gedenken an die Vertreibung

Sudetendeutsche Landsmannschaft will dieses Jahr an 75 Jahre der Vertreibung besonders erinnern.
Johann Fischer

Mehrere Mitglieder der Sudetendeutschen Landsmannschaft des Ortsverbandes Bad Kötzting-Miltach wurden durch Kreisvorsitzenden Alois Hiebl (Dritter von links) und die Ortsverbandesvorsitzende geehrt.  Foto: Johann Fischer
Mehrere Mitglieder der Sudetendeutschen Landsmannschaft des Ortsverbandes Bad Kötzting-Miltach wurden durch Kreisvorsitzenden Alois Hiebl (Dritter von links) und die Ortsverbandesvorsitzende geehrt. Foto: Johann Fischer

Bad Kötzting.Es ist der große Wunsch der Sudetendeutschen, die Vertreibung und die Pflege des kulturellen Erbes bei den nachfolgenden Generationen zu einer Mitgliedschaft bei der Landsmannschaft werden lassen zu können, erklärte Ortsvorsitzende Elke Pecher jüngst bei der Hauptversammlung der Gruppe Kötzting-Miltach. Das kulturelle Erbe und die Erinnerung an die Geschichte zu pflegen, zu erhalten und fortzuführen, müsse gerade im 75. Jahr des Beginns der Vertreibung aus dem Sudetenland fast eine Selbstverständlichkeit sein.

Die Vorsitzende des Ortsverbandes Bad Kötzting-Miltach der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL), Elke Pecher, begrüßte am Samstagnachmittag im Kneippstüberl des Hotels zur Post zur Versammlung. Besonders freute sie sich über die Anwesenheit des Kreisvorsitzenden Alois Hiebl und der Vertreterin der Union der Vertriebenen, UdV-Kreisvorsitzenden Eva Meidinger, deren Vorfahren auch Sudetendeutsche waren. Zum ehrenvollen Gedenken an die verstorbenen Landsleute Margit Schuldner und Eduard Schneider erhob man sich von den Plätzen. Man gedachte dabei aber auch aller, die durch die massenhafte Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und auf der Flucht ihr Leben lassen mussten.

Rückblick auf vergangenes Jahr

Die Vorsitzende ließ das Jahr noch einmal Revue passieren. Pecher erinnerte an den Gedenkgottesdienst der Kreisgruppe am 3. März in der Klosterkirche in Cham, die beiden literarischen Cafés, den Besuch des Café Waffel in Miltach, die Maiandachten in der Vollmauer Kapelle und Langwald (bei Pösing) und an die Fahrt am Pfingstsonntag zum Sudetendeutschen Tag in Regensburg. Außerdem erfolgte die Teilnahme an der Fahrt der Kreisgruppe ins Egerland, an der 70-Jahr-Feier der Kreisgruppe Cham im Kolpingsaal, am Volkstrauertag und die vom Ortsverband abgehaltene adventliche Stunde am 1. Advent im Hotel Amberger Hof. Die Organisatoren freuten sich über die rege Teilnahme.

Der von Max Seiderer vorgetragene Kassenbericht machte deutlich, dass man sparsam gewirtschaftet hatte. Die beiden Kassenprüfer Klaus Heiduk und Erwin Wierer erklärten, dass die Kasse hervorragend geführt werde. Die Entlastung wurde erteilt. Elke Pecher leitete dann zu den Ehrungen über. Zwei der zu ehrenden Landsleute mussten sich entschuldigen lassen. Nicht zugegen waren aus gesundheitlichen Gründen Walburga Bergmüller-Mauerer und Erich Mauerer. Jeweils Urkunde und eine Brosche für ihren Einsatz und die Treue für die Sudetendeutsche Volksgruppe durften Max Seiderer (fünf Jahre, in der Nachfolge für seine Frau Wilma), Erna Schneider (zehn Jahre), Marianne Kirschbauer (30 Jahre), Elke Pecher (35 Jahre Mitgliedschaft und zudem zehn Jahre Ortsvorsitzende) sowie Elfriede Ertl (60 Jahre) entgegennehmen.

Nachgeborene berichtet

Ingrid Röhrl aus Bad Kötzting wurde von Elke Pecher darum gebeten, die Wurzeln ihrer Abstammung darzulegen. Diese führte aus, dass ihre Familie in Trohatin bei Ronsperg im Kreis Bischofteinitz, stammte. Ihr Bruder wurde noch im Sudetenland geboren. Ihre Mutter war mit ihr im siebten Monat schwanger, als diese über die Grenze musste.

Schon auf bayerischem Gebiet, setzten bei ihrer Mutter die Wehen ein. Die wimmernde Frau fand schließlich ein Mann, der schon auf deutscher Seite sein Anwesen hatte. Die Mutter wurde in das Waldlerhaus gebracht, und in einer Besenkammer erblickte sie schließlich das Licht der Welt. Sie sei hier im Bayerischen Wald aufgewachsen und habe kaum mehr einen Bezug zur Heimat ihrer Eltern gehabt. Ihre Ausführungen wurden mit großem Interesse aufgenommen. Die Anwesenden beschäftigten sich weiter mit diesem Thema.

Ausblick

  • 1. März:

    An diesem Tag ist Märzgedenken. Hintergrund: Am 4. März 1919 trat in Wien die erste Nationalversammlung nach dem Krieg zusammen, die Abgeordneten aus Tschechien wurden an der Teilnahme gehindert, was in diesen Gebieten zum Generalstreik und zu friedlichen Demonstrationen

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