mz_logo

Region Cham
Freitag, 20. Juli 2018 27° 1

Schwarzwihrberg

Gefällte Esche vom Pilz befallen

Vertreter des Forstbetriebes informierten über die Hintergründe für eine Baumfällaktion in der Burganlage.
Von Günther Hofmann

  • Forstbetriebsleiter Hubert Meier und Förster Frank Steffens an einem Baumstumpf, der mit dem „Brandkrustenpilz“ befallen ist. Fotos: Hofmann
  • Es fehlt etwas im Burghof am Brunnen
  • Ein unscheinbarer, aber hoch aggressiver Pilz (der schwarze Brandkrustenpilz)

RÖTZ.Es ging in letzter Zeit ein Gerücht um, dass am Schwarzwihrberg der Baum am Brunnen und weitere Bäume gefällt werden sollen. Damit dieses Thema klargestellt wird, gab es einen Pressetermin mit Forstbetriebsleiter Hubert Meier und Förster Frank Steffens auf der Burg. Dabei ging es um die sogenannten Verkehrssicherungsmaßnahmen auf der Schwarzenburg.

Meier stellte zuerst heraus, dass alte Bäume mehr unter Witterungseinflüssen leiden und damit anfälliger für Krankheiten sind. In den Kronen alter Bäume finden sich deshalb oft abgestorbene Äste und Kronenteile. Das Holz wird früher oder später von Pilzen befallen, die Fäule verursachen.

Nicht immer von außen sichtbar

Befallene Bäume haben, was von außen nicht immer zu erkennen ist, Faulstellen im Stamminneren oder sind zum Teil hohl. Eschen werden seit einigen Jahren zunehmend von einem Pilz, das „falsche weiße Stengelbecherchen“, befallen, der in sehr kurzer Zeit Triebe und Äste zum Absterben bringt, weshalb man diese Erkrankung auch als Eschentriebsterben bezeichnet.

Abgestorbene Äste (Totäste) brechen leicht ab und können ohne Vorwarnung zu Boden fallen. Bei Bäumen, die schon mehr befallen und in ihrer Stabilität beeinträchtig sind, können in Folge dessen Stammteile abbrechen oder der ganze Baum umstürzen. Um und innerhalb der Burgruine stehen viele große und alte Bäume, in denen solche Schäden und Erkrankungen aufgrund des hohen Alters zunehmend auftreten.

Da von solchen Bäumen eine nicht unerhebliche Gefahr für Besucher der Burg und der Schwarzenburgfestspiele ausgehen kann, haben sich die Bayerischen Staatsforsten entschlossen, alle Bäume im Bereich der Burganlage von einem Sachverständigen untersuchen zu lassen. Aufgrund der Ergebnisse dieses Gutachtens hat der Forstbetrieb noch vor Beginn der Festspiele die alte Esche im Burghof gefällt und beseitigt, da sie vom Eschentriebsterben befallen war. Eine Beseitigung der Totäste war nicht mehr ausreichend – es blieb im Interesse der Sicherheit nur noch die Fällung des Baumes übrig.

Eigentlich wäre für die Verkehrssicherheit im Bereich der Burgruine laut Vertrag, so Meier, der Schwarzwihrbergverein verantwortlich. Damit verbundene Kosten seien erheblich und werden wegen des hohen Alters vieler Bäume künftig eher noch zunehmen. Die Bayerischen Staatsforsten unterstützen den Verein deshalb personell und finanziell. So haben die Staatsforsten aktuell sowohl die Kosten für das Gutachten (5000 Euro) getragen, als auch die Fällung übernommen.

Zur Sicherheit der Besucher

Es werden aber weitere umfangreiche Sicherungsmaßnahmen erforderlichen werden. Ebenso werden regelmäßige Untersuchungen der Bäume durchzuführen sein. Trotz Unterstützung durch den Forstbetrieb werden, so Meier, in den nächsten Jahren nicht unerheblich Kosten und Verpflichtungen auf den Schwarzwihrbergverein zukommen, da ein Großteil der Sicherungsmaßnahmen ausschließlich zum Schutz der vielen vom Verein im Bereich der Burganlage geschaffenen Einrichtungen (Tribüne, Vereinshütte, Biergarten, Spielplatz usw.) und wegen der jährlich durchgeführten Veranstaltungen (Festspiele und Bergfest) und dem damit verbundenen Besucheraufkommen erforderlich seien. Ansonsten wären die gesetzlichen Anforderung an die Verkehrssicherung und damit auch der damit verbundene personelle und finanzielle Aufwand wesentlich geringer. Es sei aber auch festzustellen, dass ohne diese Einrichtungen und Veranstaltungen ein großes touristisches Ziel wegfallen würde.

Problem: Gerade alte Bäume sind sehr anfällig für Pilze und Krankheiten.

Schädlinge: Zwei Pilze sind besonders zu nennen: Zum einen das „falsche weiße Stengelbecherchen“, das das Eschentriebsterben auslöst und zum zweiten der Brandkrustenpilz, der unscheinbar aber hoch aggressiv ist. Wird ein Baum von diesem befallen, kann er innerhalb kurzer Zeit absterben.

gut zu wissen

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht