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Prävention

Die Gefahren der digitalen Welt

WhatsApp, YouTube und Co. – Eltern müssen bei Problemen gemeinsam mit den Kindern nach Lösungen zu suchen.

Eine Schülerin hält ein Smartphone in der Hand. Eltern sollten darauf achten, dass damit verantwortungsbewusst umgegangen wird. Foto: Armin Weigel/dpa
Eine Schülerin hält ein Smartphone in der Hand. Eltern sollten darauf achten, dass damit verantwortungsbewusst umgegangen wird. Foto: Armin Weigel/dpa

Roding.WhatsApp, YouTube und Co. – Die digitale Welt fasziniert auch oder besonders Kinder und Jugendliche. Aber Internet-, Handy und Computerspiele haben viele Namen und Gesichter und sind auch problematisch und nicht ungefährlich. Wie Eltern damit umgehen und welche Rolle sie dabei spielen können, um Missbrauch zu verhindern, darüber referierte der Rektor der Franz-Xaver-Witt- Schule Walderbach, Walter Modschiedler, vor zahlreichen Eltern.

Spätestens ab der 3./4. Klasse werden Medien für Kinder immer wichtiger. Man vernetzt sich mit anderen Kindern, schaut Youtube usw. – Mit neun Jahren kommt der sogenannte Kommunikationsknall – der erste große Wunsch nach einem Handy oder Smartphone, der auch meist erfüllt wird. Aber eigentlich hängt es von den Kindern selber ab, wann der richtige Zeitpunkt für eine Anschaffung ist, nämlich wenn das Kind reif genug ist. Die Richtschnur dafür sah Modschiedler ab dem 10. Lebensjahr, aber einschätzen müssen die Eltern das selber.

Wichtig ist auf jeden Fall, die Kinder zu begleiten und Grenzen zu setzen, das heißt, feste Nutzungszeiten festlegen, und regelmäßige Kontrolle, vor allem bei jüngeren Kindern, und dazu die Grundregeln einhalten, also eigene Rechte einfordern und die Rechte des anderen achten. Grundsätzlich gilt die Regel, ohne tiefes Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern kein Smartphone, so der Rektor.

Wie beugt man Cyber-Mobbing vor? – Dazu gilt es, im Gespräch mit den Kindern zu bleiben und sie über neue Probleme zu informieren und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Dazu gehört auch eine gesunde Portion Misstrauen sowie keine Attacken.

Goldene Regel für Netiquette

„Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!“ Das wäre die goldene Regel für Netiquette. Darunter versteht man Regeln, die für den Großteil der Menschen eigentlich selbstverständlich sein sollen. Denn so Modschiedler: „Am anderen Ende sitzt auch ein Mensch mit Gefühlen!“

Privates sollte privat bleiben, es schützt vor Angreifbarkeit. Auch hier gilt die sogenannte Oma-Regel: Natürliches Schamgefühl und Reichweite bedenken! Wichtig sind auch sichere Passwörter, sie sollten mindestens zehn Zeichen haben, für Benutzerkonten und E-Mail-Adresse.

Und wenn es zum Ernstfall kommt? – Walter Modschiedler nannte Merkmale bei Kindern, die auf Cyber-Mobbing schließen lassen. Sie ziehen sich sozial zurück. Bei Anzeichen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Verstörtheit nach Nutzung ihrer Smartphones sollten die Alarmglocken schrillen. Auch das „Verlieren“ von Gegenständen wie neue Schuhe lässt auf klassisches Mobbing schließen. Sein Tipp dazu: Nicht antworten, auch wenn es schwerfällt, weil dadurch die Gefahr des gegenseitigen Hochschaukelns besteht. Und man wird dadurch selbst zum Täter.

Screenshots zur Beweisführung

Besser ist es, Beweise zu sichern, indem man Screenshots macht und ausdruckt, E-Mails sichert , Videos und Bilder, soweit möglich, separat abspeichert. Alle „Beweise“ sollten mit Uhrzeit und Datum versehen sein. Betroffene Kinder sollen in den Eltern Verbündete finden, die sie unterstützen und nach Lösungen suchen. Eltern sollten in so einem Fall auch akzeptieren, wenn das Kind nicht sofort über jedes Detail sprechen möchte. Ist das Cyber-Mobbing im Umfeld der Schule, rät Modschiedler Eltern auch dazu, die Lehrer zu informieren.

Außerhalb der Schule hat diese keine Handhabe. In jedem Fall müssen alle Kontakte gesperrt und WhatsApp-aber Kontakte blockiert werden. Gleichzeitig warnte er vor einem zu schnellen Kontakt zu den Eltern des Täters, da Eltern sich bekanntlich immer vor das eigene Kind stellen. Besser ist es, einen Vermittler einzuschalten. Die Polizei sollte bei sehr heftigen Fällen eingeschaltet werden. (run)

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