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Donnerstag, 19. Juli 2018 27° 1

Haushalt

Geld gibt es nur fürs Nötigste

Tiefenbachs Kasse ist auch ohne Extraförderungen stabil, sagt Bürgermeister Prögler. Jedoch lasse sie wenig Spielraum zu.

Tiefenbach.Der Haushalt der Gemeinde ist in trockenen Tüchern. In seiner jüngsten Sitzung segnete der Gemeinderat das Zahlenwerk ab und bekräftigte dabei seinen Willen, weiterhin äußerst sparsam mit dem Geld der Bürger umzugehen. Erfreulich, dass der Schuldenstand der Kommune erneut reduziert und sogar auf Kreditaufnahmen verzichtet werden kann.

Wie Bürgermeister Ludwig Prögler eingangs erläuterte, stehe der Etat 2018 auf gesunden Beinen, lasse aber wenig Handlungsspielraum zu. Der Haushalt schließt im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit knapp 2,8 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit zwei Millionen Euro ab. „Nach wie vor konzentrieren wir uns darauf, uns das zu leisten, was wirklich erforderlich und finanziell zu schultern ist, was für die Fortentwicklung der Gemeinde vorteilhaft ist“, bekräftigte das Gemeindeoberhaupt.

Im Mittelpunkt der Investitionen stehen im Jahr 2018 die verschiedenen Projekte der Einfachen Dorferneuerung, die insgesamt mit rund 762000 Euro zu Buche schlagen. Diese müssen heuer noch alle abgeschlossen und auch abgerechnet werden. Die Einfache Dorferneuerung stelle aber die einmalige Gelegenheit dar, den Ortsmittelpunkt von Tiefenbach aufzuwerten und ansprechend zu gestalten.

Sparsamkeit – ohne Förderung

Der Weg des sparsamen Wirtschaftens werde auch 2018 konsequent weiterverfolgt. So sei es gelungen, erneut auf Kreditaufnahmen für Investitionen zu verzichten. Auch am Schuldenabbau hält die Gemeinde fest. Bedingt durch den Kindergartenbau betrug die Pro-Kopf-Verschuldung 2013 noch 1093 Euro, seit 2014 reduziert die Gemeinde kontinuierlich ihren Schuldenstand, ohne in den Genuss von Stabilisierungshilfe oder Bedarfszuweisungen zu kommen. So beläuft sich der Schuldenstand zu Beginn des Haushaltsjahres 2018 auf knapp 1,4 Millionen Euro. Durch die planmäßigen Tilgungen verringerte er sich auf knapp 1,2 Mio. Euro. Bei 1928 Einwohnern beträgt die Verschuldung zum Ende des Haushaltsjahres 615,71 Euro je Einwohner (Vorjahr 723,89 Euro). Prögler dankte sowohl dem Gemeinderat, der den Weg des sparsamen Wirtschaftens mitgehe, wie Geschäftsleiter Willi Böhm und Kämmerer Rudi Liegl. Gemeinsam habe man es erreicht, trotz nicht gerade optimaler Rahmenbedingungen einen soliden Haushalt aufzustellen. Kämmerer Liegl erläuterte im Detail das umfangreiche Zahlenwerk. Er wies unter anderem darauf hin, dass man den Höchstbetrag der Kassenkredite von 471450 Euro nicht überschreiten dürfe. Der Haushalt 2018 schließe im Verwaltungshaushalt in Einnahmen und Ausgaben mit 2828700 Euro ab – und ist damit um 107 700 Euro niedriger als im Vorjahr. Der Vermögenshaushalt sieht Einnahmen und Ausgaben von zwei Millionen Euro vor, was gegenüber 2017 eine Erhöhung um 314550 Euro bedeutet. Die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt konnte trotz rückläufiger Steuereinnahmen mit 259550 Euro noch erfüllt werden. Die Hebesätze wurden unverändert festgesetzt. Einnahmen im Verwaltungshaushalt gab es beim Kindergarten durch die Betriebskostenförderung in Höhe von 120000 Euro, beim Straßenunterhaltszuschuss mit 98000 Euro, bei den Kanalbenutzungsgebühren mit 127000 Euro, über die Konzessionsabgabe von E.ON mit 43500 Euro. Die Grundsteuer A brachte 29300 Euro, die Grundsteuer B 137300 Euro und die Gewerbesteuer 300000 Euro für die Kasse. Über die Einkommensteuer flossen 718 000 Euro in die Kommune, dazu Schlüsselzuweisung von 801 200 Euro und über den Einkommensteuerersatz nochmals 52 900 Euro.

Keine Einwände gegen Pläne

Dem standen Ausgaben im Verwaltungshaushalt gegenüber, wie der Aufwand für ehrenamtliche Tätigkeiten für 78500 Euro, die Schülerumlage mit 181000 Euro, die Kindergarten Betriebskostenförderung mit 215000 Euro oder auch der Unterhalt der Gemeindestraßen für 60 000 Euro. Der Winterdienst kostete 65 000 Euro, die Betriebskostenumlage für die Kläranlage 119400 Euro. Für die Gewerbesteuerumlage mussten 75000 Euro und für die Kreisumlage 781250 Euro gezahlt werden. Keine Einwände seitens des Gemeinderats gab es gegen den Finanzplan, das Investitionsprogramm und den Stellenplan für die aktuell 4,05 Beschäftigten. (wbf)

FFW-Kommandanten

FFW: Bestätigt wurden die beiden neu gewählten Kommandanten der FFW Breitenried: Stefan Bemerl und Daniel Stangl.

Straßen: Geplant sind im Gemeindebereich einige Straßenunterhaltsmaßnahmen, die mit geschätzten Kosten in Höhe von 30 000 Euro zu Buche schlagen dürften. Die Kamerabefahrung der Kanäle kostete 9 126 Euro. (wbf)

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