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Justiz

Geldstrafe für Discoschläger

Der 24-Jährige bereut seine Tat und versucht, die Folgen finanziell auszugleichen. Das Gericht verzichtet auf eine Vorstrafe.

Der Discoschläger kam mit einer milden Strafe davon. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Der Discoschläger kam mit einer milden Strafe davon. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Cham.Auf der Anklagebank des Chamer Amtsgerichts musste sich ein 24-Jähriger aus dem westlichen Landkreis wegen Körperverletzung und Beleidigung verantworten. In der Nacht zum 7. Januar soll er unter massivem Alkoholeinfluss in einer Chamer Diskothek einen Mann zunächst als „Arschloch“ bezeichnet und ihn wenige Stunden später mit der Faust geschlagen sowie mit Fußtritten überhäuft haben.

Der Angeklagte sagte aus, dass er einen sehr schlechten Tag gehabt habe. Seine Freundin habe mit ihm Schluss gemacht, weshalb er zum Alkohol gegriffen habe. Die Alkoholisierung sei so stark gewesen, dass er sich kaum noch an Details erinnern könne. Lediglich eine Rangelei sei ihm noch präsent. Es tue ihm leid, aber er habe einen richtigen Filmriss gehabt. Schmerzensgeld in Höhe von 2000 Euro sei bereits an das Opfer gezahlt worden, wie der Verteidiger bekräftigte. Die Regulierung weiterer finanzieller Aufwendungen des Opfers sei im Interesse seines Mandanten. Der Anwalt des Opfers sagte, dass Strafverfolgung seitens der Justiz für das Opfer weniger relevant sei, vielmehr ginge es ihm um wirtschaftlichen Ausgleich. Dies hänge mit den hohen Behandlungskosten zusammen. Eine Einstellung des Verfahrens gegen höhere Auflagen, wie vom Verteidiger angeregt, lehnte die Staatsanwaltschaft ab.

Grundlos angegriffen worden

Das Opfer schilderte als Zeuge die Vorfälle der Nacht aus seiner Sicht. Zum ersten Aufeinandertreffen sei es im Raucherbereich der Disco gekommen. Der Angeklagte habe ihm ohne ersichtlichen Grund ins Gesicht gelangt und ihn beleidigt. Zunächst sei ihm alles wie eine Gaudi vorgekommen. Nachdem sich die Wege trennten, schien alles erledigt zu sein. Zur zweiten Begegnung sei es einige Zeit später gekommen, als der Geschädigte die Disco auf der Suche nach seiner Freundin verließ. Draußen habe er den Angeklagten in ein Taxi steigen sehen. Erneut sei es zu einem Wortgefecht gekommen. Plötzlich sei der 24-Jährige aus dem Taxi ausgestiegen und auf ihn zugelaufen. Mehrere Schläge, etwa zwei davon ins Gesicht, seien auf ihn eingeprasselt. Fußtritte kamen hinzu, als er bereits am Boden lag. Die Türsteher eilten herbei, dann sei alles vorbei gewesen. Im Zuge der Tritte habe er sich das Syndesmoseband gerissen. Das Aufstehen sei ihm unmöglich gewesen, er hätte drei Nächte im Chamer Krankenhaus verbringen müssen. Eine Operation sei unumgänglich gewesen, Eisenplatten mit acht Schrauben eingesetzt worden. Er habe für sechs Wochen einen Spezialschuh tragen müssen, Folgeeingriffe seien notwendig gewesen. Selbst jetzt sei er noch bis Mitte Mai krankgeschrieben.

Fast drei Promille im Blut

Ein Sicherheitsmitarbeiter habe den Angeklagten in der Tatnacht an die Polizei übergeben, schilderte der zuständige Polizeibeamte. Ein Bluttest habe die Alkoholkonzentration von 2,94 Promille ergeben, die Trunkenheit sei dem 24-Jährigen anzumerken gewesen.

Dass der Angeklagte keine Vorstrafen hatte und bereits ein Täter-Opfer-Ausgleich erfolgt war, gab die Möglichkeit den Strafrahmen zu verschieben. Laut Staatsanwaltschaft könne auch eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausgeschlossen werden. Eine Geldstrafe in Höhe von 110 Tagessätzen zu je 47 Euro sei zu verhängen. Der Verteidiger der Nebenklage appellierte an Richter Andreas Lecker eine Geldstrafe von höchstens 90 Tagessätzen zu verhängen und damit eine Vorstrafe zu verhindern. 90 Tagessätze zu je 45 Euro, so lautete das Urteil. Der Angeklagte bleibt somit ohne einschlägige Vorstrafe. (cya)

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