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Freizeit

Gemeinde wird über Naturbad entscheiden

Der Gleißenberger Arbeitskreis Freibad hat dem Landratsamt alle Unterlagen vorgelegt, um Fördermöglichkeiten zu prüfen.

Viele Gleißenberger wünschen sich auch weiterhin solche Sommernachtsfeste. Foto: Archiv/fmi
Viele Gleißenberger wünschen sich auch weiterhin solche Sommernachtsfeste. Foto: Archiv/fmi

Gleissenberg.Derzeit gehen die Verhandlungen in Sachen Realisierung einer Bademöglichkeit im bestehenden Freizeitzentrum des Bayerischen Meran in die heiße Phase. Das Landratsamt hat alle notwendigen Unterlagen vorliegen und prüft gerade etwaige Fördermöglichkeiten. Nach einem erneuten Gespräch geht das Ganze dann in den Gemeinderat, der darüber abzustimmen hat, ob man dem Vorschlag des Arbeitskreises folgt und die Planungen offiziell vergeben werden. Will man hier den Zeitplan einhalten sollte so bald wie möglich eine Sitzung stattfinden.

Der Arbeitskreis hat mit einer Firma für Teich- und Pooltechnik sowie einem Tiefbauingenieur einiges erarbeitet, was dem Gemeinderat vorgeschlagen wird. Das bestehende Becken würde dabei instandgesetzt und verwendet. Ebenso das Kinderbecken. Die Gesamtfläche von 310 Quadratmeter teilt sich auf in etwa 120 Quadratmeter Nichtschwimmerbereich und 190 Quadratmeter Schwimmerbereich. Das bestehende Kinderplanschbecken hat etwa 20 Quadratmeter. Es soll in den Wasserkreislauf des großen Beckens mit angeschlossen werden.

Begegnungsstätte erhalten

Die Regenerationszone von etwa 44 Quadratmetern soll aus Kostengründen in den bestehenden Baukörper integriert werden und reduziert die Fläche beziehungsweise das Wasservolumen um etwa 12,5 Prozent. Falls es nicht anders möglich ist, soll die Hochbaumaßnahme für WC, Umkleiden, Kiosk und Gemeinschaftsraum vorerst zurückgestellt werden, und die bestehenden Räume mit Eigenleistung saniert werden. Wichtig erscheint derzeit eine Bademöglichkeit zu schaffen, die nicht nur den vielen jungen Leuten und Familien Platz für Freizeit sein kann, sondern auch der älteren Generation Begegnungsstätte wäre. Gerne denken viele wohl auch zurück an Biergartenbesuche mit bester Bewirtung durch Familie Rothmayer und die Sommernachtsfeste.

Besonderen Wert legte der Arbeitskreis auf den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen wie Wasser und Strom. Aufgrund der geringeren bautechnischen Anforderungen wie bei einer Chlorbadlösung würden sich auch die Sanierungskosten erheblich reduzieren. Kürzeste Wege des Rohrleitungsverbundes mit einem geringen hydraulischen Anforderungsprofil in Leitungs- und Pumpentechnik wurden berücksichtigt. Auf chemische, umweltschädliche Wasserpflegemittel kann verzichtet werden. Dadurch lassen sich die laufenden Kosten erheblich reduzieren.

Förderverein

  • Für die Badeaufsicht

    ist bei einem Naturbad keine Bademeisterausbildung erforderlich.

  • Pflege- und Wartungsarbeiten

    sind ebenfalls geringer einzustufen und können durch Bürgerbeteiligung stark kompensiert werden.

  • Dies will

    man in Gleißenberg auch durch die Gründung eines Fördervereins gewährleisten.

Seitens der Filtertechnikplanung ist vorgesehen, die hydraulischen Anforderungen wesentlich zu optimieren. Es wird mit beinahe drucklosen Filterzonen gearbeitet, die die Kraftanforderung an die Pumpentechnik stark minimieren. In der Anforderung an die Beckenwasserhydraulik sind 80 Prozent hydraulische Einsparungen zu erkennen, die sich elementar auf die Stromkosten auswirken. Die frequenzgesteuerten Pumpen mit einem Wirkungsgrad von 92 Prozent Energieausbeute können individuell auf die Bestandsanforderung eingestellt werden und liefern beste Energiebilanzen. In der Summe kann eine Reduzierung des Stromverbrauchs von etwa 60 Prozent erwartet werden.

Fast kein Wasserbedarf mehr

Bei der Wasseraufbereitung sind gegenüber einem konventionellen Bad keine Rückspülungen der Filtertechnik in einem engen Zeitintervall notwendig. Des Weiteren sind bei einem Naturbad keine Anforderungen vorhanden, Frischwasser als zusätzliche Verdünnung nachzuspeisen. Der Grundsatz eines geschlossenen Systems in einem Naturbad bedeutet, dass nur das Verdunstungswasser nachgespeist wird. Anstehende Rückspülungen der Filter erfolgen in einer regenreichen Zeit im Frühjahr/Herbst. Somit reduziert sich der Wasserbedarf eigentlich um 100 Prozent.

Gegenüber einem konventionellen Bad sind aufgrund einer aktiven Filterbiologie so gut wie keine weiteren „Pflegemittel“ notwendig, um das Wasser vor einem Ausreagieren zu bewahren. Dafür werden für die Säuberung des Bades Papierfilterstationen verwendet. Der Produkteinkauf von Pflegemitteln dürfte sich laut Schätzung ebenfalls um bis zu 70 Prozent reduzieren. (fmi)

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