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Region Cham
Dienstag, 19. Juni 2018 24° 3

Ablehnung

Gemeinderat sagt Nein und will Rückbau

Dem Neubau eines Nebengebäudes in Tannleiten wurde die Zustimmung verweigert, weil es vom Bebauungsplan abweicht.

Bauangelegenheiten beschäftigen den Gemeinderat in Schorndorf.
Bauangelegenheiten beschäftigen den Gemeinderat in Schorndorf.

Schorndorf. In der vergangenen Sitzung hatte sich der Gemeinderat wieder mit Bauanträgen zu befassen, die Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans vorsehen. Eine wichtige Richtschnur für das Ratsgremium ist in der Regel das Vorliegen der Nachbarunterschriften. Für den Neubau eines Nebengebäudes in Tannleiten im Baugebiet „Sonnenterrasse“ gibt es nun Probleme.

Der eigentliche genehmigungsfreie Bau weist einen Brutto-Rauminhalt von 88 Kubikmetern auf, zulässig sind nur 75. Diese Überschreitung sei nicht der Stein des Anstoßes, so Bürgermeister Max Schmaderer, sondern die Art der Ausführung. Die Dacheindeckung in Trapezwellblech zieht durch die Reflexion eine Blendwirkung mit sich, die insbesondere den Anwohner gegenüber im Wohn- und Arbeitsbereich stark beeinträchtigt.

Kompromiss abgelehnt

Hinzu kommt eine Einfriedung als Wandverkleidung in Wellblechausführung mit einer Höhe von 2,20 Metern (im Bebauungsplan maximal ein Meter, in der Bauordnung maximal zwei Meter) sowie das Überschreiten der Baugrenzen im Südosten. Ein Kompromiss (Dach blendfrei) wurde abgelehnt, ebenso ein Gespräch mit dem Bürgermeister.

Für den Gemeinderat sind die Abweichungen in dieser Summe sowie die mangelnde Gesprächsbereitschaft nicht hinnehmbar. Weil das Vorhaben nicht dem Bebauungsplan entspricht, insbesondere was die Dach- und Wandausführung betrifft, und auch aufgrund des Rücksichtnahme- und Einfügegebots, soll das Landratsamt den Antragsteller zum Rückbau der widerrechtlichen Anlagen auffordern.

Ebenfalls Probleme gibt es mit einem Zaun im Baugebiet „Kreuzacker“. Hier hat das Landratsamt bei einer Baukontrolle festgestellt, dass der Zaun nicht den Vorgaben des Bebauungsplans entspricht, und deshalb müsse hier die Gemeinde einer isolierten Befreiung zustimmen. Anstoß sind auch hier die Höhe des Zaunes (mit Sockel 2,40 Meter) sowie die Art der Ausführung (mit Sichtschutzmatten belegt).

Einvernehmen verweigert

Unmittelbar betroffene Nachbarn verweigern das Einvernehmen. Der Gemeinderat versagte die Erteilung einer isolierten Befreiung, das Landratsamt soll daher den Antragsteller zum Rückbau des widerrechtlich errichteten Zauns auffordern.

Ganz oder bedingt die Zustimmung erhielten die Anträge auf Neubau eines Gartengeräteschuppens in Tannleiten, auf Neubau von überdachten Liegebuchten und einer Liegehalle für Milchvieh in Nanzing sowie auf Neubau eines Nebengebäudes für Gartengeräte und Holzlege in Tannleiten.

Im nichtöffentlichen Teil abgelehnt wurde ein Gastschulantrag aus Obertraubenbach auf Einschulung an der Grundschule Untertraubenbach (statt Schorndorf). Gebilligt hat der Rat die Schlussrechnung der Firma Ruider in Höhe von gut 380 000 Euro für die Errichtung von Parkplätzen und Wegen in Schorndorf. Ursprünglich geplant waren hier nur gut 225 000 Euro, die Erhöhung ist durch zusätzlich beauftragte Mehrleistungen bedingt. (cls)

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