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Glaube

Gemeinsam Gedanken machen

In Gedenken an den Mauerfall vor 30 Jahren feierten die Rodinger Gläubigen einen ökumenischen Gottesdienst.
Von Manfred Thurner

Mit einem „Vater unser“ endete der Gottesdienst. Foto: Thurner
Mit einem „Vater unser“ endete der Gottesdienst. Foto: Thurner

Roding.„Zeitlos“ war eines der Themen des ökumenischen Gottesdienstes, zu dem die evangelische Kirchengemeinde am vergangenen Samstag Christen beider Konfessionen in die Christuskirche Roding einlud. Das zweite war „Mauern“ und dieses passte genau zum Tag der Erinnerung an den Mauerfall vor dreißig Jahren in Berlin.

Umrahmt von einer Lichtinstallation führte unter der Leitung von Pfarrerin Christina Hinderer ein achtköpfiges Team aus beiden Konfessionen die Besucher durch verschiedenen Aspekte, warum Mauern in der Realität aber auch in den Köpfen der Menschen gebaut werden. Mauern der Angst, der Abschottung, des Misstrauens, der Wut und des Hasses. Mauern, die zeitlos das Los einer Zeit prägen, aber auch Mauern die mürbe, weich, durchwachsen werden, um letztendlich zu fallen.

Untermalt von Bildern und unterbrochen von geistlichen Liedern wurde daran erinnert, dass der 9. November wie kein anderes Datum ein Tag der Brüche, Wendungen und Abgründe, aber auch ein Tag der gemischten Gefühle wie der Triumph der Gleichberechtigung am 9. November 1919, der Trauer um die Opfer der Pogromnacht am 9. November 1938 und der Freude über die Überwindung der innerdeutschen Grenze 1989 sei. Wie die Sprecher darlegten, sei es auch ein Tag der Mahnung, dass sich die Negativität des Rechtsradikalismus nicht mehr wiederholen dürfe.

Mit tiefsinnigen, nachdenklich und verständlichen Texten verstand es das Team, die Besucher zu fesseln und sie zum Nachdenken zu bewegen. Auszüge aus der ersten Frauenrede vor einem deutschen Parlament, Worte eines Liedes von Wolf Biermann, ein Gedicht von Dietrich Bonhoeffer, aktuelle Gedanken eines Sohnes, ein Romanausschnitt aus „Die Effingers“ und Gedichtzeilen von Christina Brudereck sind ältere Texte und dennoch zeitgemäß. Eindrucksvoll und besonders wertvoll das Gespräch von Achmet, dem Afghanen und Klara, der Rodingerin, die aufzeigten, wie oft Mauern der Angst beide Seiten beherrschen, aber auch beherrscht werden können.

Details zur Feier

  • Zusammenkommen:

    Nach dem Gottesdienst konnten die Besucher auf Einladung der Pfarrerin im Gemeindesaal bei Getränken und Gebäck den Gottesdienst Revue passieren lassen und miteinander über ihre Gedanken sprechen.

Im Anschluss wurden Antworten gesucht und gefunden. So, im vorgetragenen Evangelium Matthäus und besonders im „Vater unser“. Hier werde der Orientierungslosigkeit Orientierung gegeben und Mauern überflüssig gemacht.

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