MyMz
Anzeige

Jubiläum

Genüsse für Geist und Körper

Am Sonntag feiert der Seniorenclub sein 30-jähriges Jubiläum. Gründerin und Clubchefin Brigitte Ertl zieht Bilanz.
Von Rainer N. Heinrich

  • Unter Pfarrer Herbert Mader wurde das Jahresprogramm um eine Wallfahrt nach Altötting bereichert. Foto: Rainer N. Heinrich
  • Kontaktpflege: Diakon Daniel Schmid verabschiedete sich nach dem Osterfrühstück 2017 schweren Herzens vom Seniorenclub.. Foto: Rainer N.Heinrich

Bad Kötzting.Wir schreiben das Jahr 1989. Bei Brigitte Ertl klingelt das Telefon. Am anderen Ende der Leitung bittet Pfarrer Max Heitzer sie ins Pfarrhaus. Dort regen Kirchenpfleger Helmut Costa und Heizer an, den Senioren der Pfarrei, so wie sein Vorgänger im Amt, Pfarrer Gerhard Dirscherl es an und ab pflegte, einen Treffpunkt zu geben – aber einen regelmäßigen.

Und weil er dazu eine Person brauche, die sich der Sache mit ganzem Herzen, annehme, habe er an sie gedacht. Brigitte Ertl hatte ihr Organisationstalent durch die Gestaltung humoristischer Einlagen, etwa beim Burschenball, oft bewiesen. Und da die gebürtiger Pösingerin einer sozialen Aufgabe noch nie verweigern konnte, sagte sie zu. Es war die Geburtsstunde des „Seniorenclubs“ – „Club“ klang damals moderner als „Verein“.

Sonntag wird gefeiert

Am Sonntag steht die 30-Jahr-Feier des Clubs vor der Tür. Eine gute Gelegenheit, mit der Gründerin und seither auch einzigen Verantwortlichen die Club-Geschichte Revue passieren zu lassen. Langsam blättert sie zwei dicke Alben auf dem Tisch vor ihr durch und lässt die Zeit seit 1989 Revue passieren.

Die erste Veranstaltung, die wurde in aller Kürze geplant. Am 14. Dezember 1989 trafen sich die Senioren zu einer Adventsfeier. Es folgte das erste Programm. Pfarrer und Clubchefin orientierten sich am Jahresablauf und Ereignissen wie Fasching, Ostern, Muttertag, Pfingsten, Weihnachten.

Das komödiantische talent ist nicht nur Clubchefin Brigitte ertl in die Wiege gelegt, wie zahlreiche Theateraufführungen und Faschingsveranstaltungen belegen
Das komödiantische talent ist nicht nur Clubchefin Brigitte ertl in die Wiege gelegt, wie zahlreiche Theateraufführungen und Faschingsveranstaltungen belegen

Natürlich kamen auch Ausflüge hinzu. Diese waren zweigeteilt: Es wurde zunächst für das seelische Heil und anschließend für das körperliche Wohl gesorgt. Will heißen: Ziel waren immer eine Kirche oder Kapelle und anschließend ein Wirtshaus.

Perfektes Beispiel dafür war gleich der erste Ausflug: Er führte nach Aldersbach mit Asamkirche und Bräustüberl. Auch wurden frühere Seelsorger, Pfarrer und Kapläne, an ihren neuen Wirkungsorten besucht. So war man zu Gast bei Pfarrer Markus Ertl in Wernberg-Köblitz. In Ottering besuchte man Pfarrer Joseph Hausner und in Regensburg schaute man bei Kaplan Christian Blank vorbei, um nur einige zu nennen.

„Ja, ich habe meinen Senioren viel gezeigt, vor allem Orte, die ihnen völlig unbekannt waren“, fasst Brigitte Ertl die unzähligen Ausflugsfahrten zusammen, wobei der Zwei-Tagesausflug nach Ettal bei ihr einen besonders hohen Stellenwert einnimmt: „Das war ein schönes Miteinander“.

Das Programm wurde nach und nach durch Vorträge bereichert. Als erster referierte Diakon Georg Reitinger aus Pemfling über das Thema: „Mit 65 gehört man noch nicht zum alten Eisen“. „Senioren sind aktiv“ hieß es anschließend, was durch Gymnastik und Qigong belegt wurde. Aber damals war die Generation Ü60 noch nicht so mobil wie heutzutage. So organisierte Ertl kurzerhand einen Fahrdienst – den Kirchenbus der evangelischen Pfarrgemeinde.

Die christlichen Feiertage zu würdigen, war und ist für den Seniorenclub eine Selbstverständlichkeit. Das galt auch für den Kontakt mit den jüngeren Generationen.
Die christlichen Feiertage zu würdigen, war und ist für den Seniorenclub eine Selbstverständlichkeit. Das galt auch für den Kontakt mit den jüngeren Generationen.

Legendär wurden die Faschingsveranstaltungen des Seniorenclubs. Diese fanden zunächst im Pfarrheim statt, später verband man auch diesen Termin mit einem Wirtshausbesuch. Natürlich durften Verkleidungen nicht fehlen. Die Leiterin schlüpfte einmal in das Kostüm von Elvis Presley, oder trat als „Schönheitskönigin von Schneizlreuth“ auf. Zweimal organisierte sie Faschingshochzeiten. Bei der ersten brachte sie die „Braut“ Bürgermeister Wolfgang Ludwig und „Bräutigam“ Marianne Schamberger zusammen, bei der zweiten im Jahr 2015 gaben sich „Bräutigam“ Pfarrer Herbert Mader und „Braut“ Markus Hofmann“ das Ja-Wort. Sie fungierte als Progoder.

Der Männer-Mangel

Brigitte Ertls persönlicher Rückblick auf 30 Jahre Seniorenclub fällt positiv aus: „Die Zeit hat mir gut getan. Die Senioren haben mich anerkannt. Sie wissen meine Arbeit zu schätzen und nicht wenige haben bei mir ihr Herz ausgeschüttet. Sie haben mir mehr gegeben als ich ihnen geben konnte. Auch das freundschaftliche Umgang der Senioren miteinander hat mir viel Freude bereitet“.

Was fehlte? Wenn zu dem Seniorenkreis, der auf bis zu 70 Mitglieder anwuchs, mehr Männer gestoßen wären. „Aber die haben sich nur ab und an zu uns verirrt.“ Das gilt nicht für ihre Helferinnen, denn ohne sie wäre das alles nicht möglich gewesen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht