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Gerhard Kerscher ist neuer Vize

Der neue Gemeinderat in Zell vergab Posten und Ausschüsse. Zum zweiten Bürgermeister wurde Gerhard Kerscher gewählt.
Sigismund Fuchs

Das Gremium, das die nächsten sechs Jahre in der Gemeinde Zell regieren wird  Foto: Sigismund Fuchs
Das Gremium, das die nächsten sechs Jahre in der Gemeinde Zell regieren wird Foto: Sigismund Fuchs

Zell.Die konstituierende Sitzung des Gemeinderates Zell fand in der Grundschule in Zell statt, wo die Mitglieder gebührenden Abstand halten konnten. Es galt vor allem, die Posten und Ausschüsse neu zu besetzen. Die Tagesordnung war umfangreich.

Bürgermeister Thomas Schwarzfischer hieß die Räte und Geschäftsführer Wolfgang Held zur ersten Sitzung mit vier neuen Mitgliedern willkommen. Während des Eides der Neuzugänge erhoben sich alle von den Plätzen. Dann ging es an die Wahl der Bürgermeister-Stellvertreter. In Zell sei es Sitte, drei Bürgermeister zu haben, sagte Schwarzfischer.

Die Vereidigung der neuen Gemeinderatsmitglieder  Foto: Sigismund Fuchs
Die Vereidigung der neuen Gemeinderatsmitglieder Foto: Sigismund Fuchs

Thomas Pindl stellte sich für das Amt des Stellvertreters nicht mehr zur Verfügung und schlug stattdessen Gerhard Kerscher von der Bürgerliste Beucherling als Kandidaten vor. Die Freien Wähler um Volker Hecht hoben die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der CSU-Fraktion hervor, die in Corona-Zeiten jetzt wichtiger denn je sei. Sie hatten das Augenmerk auf Ulrike Müller gerichtet und den Wunsch geäußert, dass sie neue Vizebürgermeisterin werden sollte. Bei der geheimen Wahl wurde aber dann Gerhard Kerscher zum Zweiten Bürgermeister bestimmt.

Fichtl ist weiterer Stellvertreter

Hecht schickte Müller dann bei der Wahl des dritten Bürgermeistern erneut ins Rennen. Die Gemeinderäte entschieden sich aber mehrheitlich für Eduard Fichtl (CSU) aus Schillertswiesen.

Bürgermeister Thomas Schwarzfischer beglückwünschte die beiden Frauen, die nun im Rat sitzen. Nach der „weiblichen Abstinenz“ haben „Ulrike und Nicole die Frauenquote um 200 Prozent erhöht“, sagte er. Das Amt des Gemeinderates sei sehr begehrt hier in der Gemeinde Zell, fuhr er fort, denn das Interesse an der Gemeindepolitik sei groß.

Die Vereidigung des neuen dritten Bürgermeisters, Edi Fichtl   Foto: Sigismund Fuchs
Die Vereidigung des neuen dritten Bürgermeisters, Edi Fichtl Foto: Sigismund Fuchs

Schwarzfischer sagte, das Spektrum der kommunalen Themen sei sehr breit und die Befindlichkeiten einzelner Bürger nähmen zu. In den letzten sechs Jahren habe es etwa kuriose Beschwerden über einen stinkenden Ziegenbock vom Nachbarn gegeben und die Forderung, dass das Tier gefälligst kastriert werden sollte. Der Bürgermeister erinnerte auch an einen Ortstermin, weil ein Hausbesitzer aufgrund seines miserablen Fernsehempfangs gewünscht hatte, eine alte Eiche der Gemeinde um zuschneiden.

Dabei stünden wichtige Entscheidungen an, zur Windenergie oder auch zum Steinbruch Raning. „Den Rahmen für Entscheidungen unserer Gemeinde geben uns Gesetze und Verordnungen vor. Auch der finanzielle Rahmen wird in Zukunft Grenzen setzen. Trotzdem haben wir als Gemeinde Zell mit Blick auf Stärken wie Kreativität, engagierte Mitbürger sowie die natürlichen Gegebenheiten unserer Heimat, eine riesige Gestaltungsvielfalt, ohne dass es viel kosten muss“ sagte Schwarzfischer.

Immerhin würde derzeit kaum einer mit einem Stadtbewohner tauschen wollen. Der ländliche Raum, der Hausbesitzer mit Garten oder der Landwirt mit Feldern, Wiesen und Wald sei der, den viele jetzt beneiden. Nicht aus finanziellen Gründen, sondern, weil ein Stück Selbstständigkeit, die Nähe zur Natur und die Oasen der Ruhe einfach vor der Haustür lägen. „Innerhalb unserer Gemeindegrenzen haben wir noch das große Geschenk, Geschäfte für den täglichen Bedarf, Gastronomie und eine intakte Landwirtschaft zu haben. Dieser Präsenz muss sich der Bürger wieder bewusst sein“, appellierte Schwarzfischer. Erste Priorität habe jetzt nicht die Urlaubsplanung irgendwo auf der Welt, sondern Ernährung, Bildung, Arbeit und Kultur hier in unserer Heimat. „Ihr repräsentiert unsere 1820 Einwohner“, sagte der Bürgermeister zu den Gemeinderäten, „ihr seid das Spiegelbild und die Meinungsvertretung unserer Bürger.“ Er freue sich auf die nächsten sechs Jahre, wünschte allen Kraft für weise Entscheidungen und ein gutes Miteinander als Vertreter der Gemeinde Zell.

Die höhere Entlohnung will der Bürgermeister erst im nächsten Jahr entgegennehmen, wie er sagte. Das sind, wie der Gemeinderat festlegte, dann 3890 Euro brutto statt wie bisher 3669 Euro. Grundsätzlich wäre für Gemeinden der Größe Zells eine Entschädigung von bis zu 4022 Euro möglich. Dazu kommt eine Fahrkostenpauschale in Höhe von 200 Euro pro Monat. Bei den Beratungen war Schwarzfischer nicht anwesend.

Das Sitzungsgeld

  • Gesetz:

    Das bayerische Innenministerium hat für Bürger, die ehrenamtlich für eine Kommune tätig sind – also zum Beispiel Gemeinderäte – geregelt, dass sie Anspruch auf eine „angemessene“ Aufwandsentschädigung haben.

  • Spielraum:

    Bei der Frage der Angemessenheit hat die Kommune Spielraum. Das muss sie in einer Satzung näher bestimmen. Meist wird ein Sitzungsgeld festgelegt.

Eine moderate Angleichung ab 1. Januar des kommenden Jahres gibt es auch für die Entschädigungen der weiteren Bürgermeister. Statt 99,90 Euro erhält der zweite Bürgermeister dann 110 Euro. Der dritte Bürgermeister bekommt statt 55,59 Euro künftig 60 Euro. Die ehrenamtlichen Gemeinderäte erhalten weiterhin ein Sitzungsgeld von je 25 Euro.

Der Rat beschloss zudem, einen Ausschuss für Umwelt, erneuerbare Energien und Wirtschaft ins Leben zu rufen. Wolfgang Spierer brach eine Lanze zu diesem Thema. Der Bürgermeister sagte, er sei kein Freund von Ausschüssen. Der Ausschuss solle nur beratend und nicht beschließend sein. Eine große Diskussion über den Stellenwert entstand, es blieb allerdings dabei.

Wolfgang Held erörterte die Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts sowie der Geschäftsordnung für den Gemeinderat Zell. Sollten alle drei Bürgermeister keine Zeit haben, bekommt Thomas Piendl die Befugnis, sie zu vertreten.

Die Besetzung der Ausschüsse




Die CSU verzichtet auf den zweiten Sitz im Rechnungsprüfungsausschuss zugunsten der Schillerswiesener Liste (SUL). Mitglieder sind weiter Thomas Piendl, Edi Fichtl, Gerhard Kerscher, Nicole Kulzer, Volker Hecht und Stefan Daschner. Stellvertreter sind Simon Schwarzfischer, Matthias Krautbauer, Florian Fleischmann, Heinrich Kuck, Wolfgang Spierer und Ulrike Müller. Die Vorsitzende vom Rechnungsprüfungsausschuss ist Nicole Kulzer, ihr Stellvertreter Gerhard Kerscher.

Für die Gemeinschaftsversammlung VG Wald/ Zell, die es seit über 40 Jahren gibt, sind Bürgermeister Thomas Schwarzfischer, Thomas Piendl und Volker Hecht tätig, sie werden von Gerhard Kerscher und Heinrich Kuck vertreten.

Bei der Schulverbandsversammlung ist, aufgrund der Schülerzahlen von unter 100 Schülern aus der Gemeinde Zell, nur Bürgermeister Thomas Schwarzfischer vertreten. Der Rat bestimmte zudem erstmals einen Familienbeauftragten. Dieses Ehrenamt hat Wolfgang Spierer inne, als Stellvertreterin wählte der Rat Ulrike Müller aus. Jugendbeauftragter ist wie bisher Simon Schwarzfischer, sein Stellvertreter ist Florian Fleischmann. Zum Seniorenbeauftragten bestellten die Gemeinderatsmitglieder Matthias Krautbauer, Stellvertreterin wurde Nicole Kulzer.

Thomas Piendl will nun kürzertreten, steht aber dem neuen Gremium weiterhin mit Rat und Tat zu Seite. Es war ihm eine Ehre, sagte er. (rsu)

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