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Gertrude Steinkirchner ist tot

Die Verstorbene hat sich bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft einen großen Namen gemacht.
Johann Fischer

Ihr Einsatz galt der Sudetendeutschen Landsmannschaft: Gertrude Steinkirchner.  Foto: Johann Fischer
Ihr Einsatz galt der Sudetendeutschen Landsmannschaft: Gertrude Steinkirchner. Foto: Johann Fischer

Bad Kötzting.Wie wir erst jetzt erfuhren, ist bereits am 9. Mai dieses Jahres Gertrude Steinkirchner, geborene Fochler, von Bad Kötzting, im Alter von 98 Jahren gestorben. Sie wurde seit dem Jahr 2013 in der Seniorenresidenz St. Benediktus betreut. Ihr Mann Karl starb bereits am 18. April 2019. Um sie trauern besonders ihre vier Söhne und zwei Töchter mit Familien. Die Urnenbeisetzung fand bereits im engsten Familienkreis statt.

Gertrude Steinkirchner hat sich vor allem bei der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bad Kötzting/Miltach einen großen Namen gemacht. 1949 eingetreten, war sie seit über 70 Jahren ein engagiertes Mitglied in der Landsmannschaft. Länger kann man kaum Mitglied sein, denn die Landsmannschaften durften sich nach dem Krieg erst ab 1949 bilden. Von 1984 bis 1996 stand sie an der Spitze der Ortsgruppe Kötzting/Miltach. Unter der Nachfolge von Erwin Wierer blieb sie noch bis 2011 Stellvertreterin in der Ortsgruppe und die Krönung ihrer Arbeit wurde ihr mit der Übertragung der Ehrenmitgliedschaft zum Ausdruck gebracht.

Gertrude Steinkirchner zählte vor allem zu jenen Frauen der ersten Stunde, die die Erinnerung an die alte Heimat wachhielten und für Frieden, Wahrheit, Gerechtigkeit und Kultur eintraten. Ihr starkes Engagement wird bei den noch verbliebenen Sudetendeutschen und Nachgeborenen unvergessen bleiben.

Von Anfang an engagierte sich die aus Weidenau im Kreis Freiwaldau in den Ostsudeten stammende Gertrude Steinkirchner, die mit dem Polizeibeamten Karl Steinkirchner verheiratet war, für den Aufbau der Gemeinschaft. Lange Jahre übernahm sie Verantwortung als Vize-Vorsitzende. Trotz ihrer sechs Kinder nahm sie 1984 das Amt der Vorsitzenden an. Zwölf Jahre lang führte sie in unermüdlichem Einsatz das Vereinsgeschehen, bevor sie den Stab an Jüngere weiterreichen konnte.

Über die Bad Kötztinger Grenzen hinaus wirkte sie auch im Vorstand der Kreisgruppe mit und weckte Interesse für die Belange der Vertriebenen. „Da blieben Ehrungen nicht aus“, so die jetzige Ortsvorsitzende Elke Pecher mit einem Blick auf das Lebenswerk von Gertrude Steinkirchner.

Für ihr Engagement erhielt Gertrude Steinkirchner 1997 das Große Ehrenzeichen. Mehrmals richtete sie den landkreisweiten Tag der Heimat aus, an dem so prominente Redner wie Otto von Habsburg oder Landtagspräsident Johann Böhm in Kötzting vor großem Publikum teilnahmen. (ksm)

Engagement

  • Bürgerfest:

    Besondere Öffentlichkeitsarbeit leistete die Verstorbene gut zehn Jahre mit der Leitung des „Bürgercafés“ beim Bürgerfest.

  • Initiative:

    Unvergessen bleibt der auf Gertrude Steinkirchners Initiative organisierte „Flüchtlingstreck“ anlässlich des 900. Stadtjubiläums 1985. Nicht unerwähnt bleiben sollte die Paketaktion in die damalige DDR, die sie jahrelang mit Landsleuten durchführte.

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