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Vortrag

Geschenke aus Korea für die Ränkamer

Bei der Jahresversammlung des Frauenbunds erzählt Karl Reitmeier aus dem Leben von Missionar Konrad Fischer.
Johann Dendorfer

Karl Reitmeier beschenkte die Gäste mit liebevoll hergestellten Kleinigkeiten aus Südkorea. Foto: Johann Dendorfer
Karl Reitmeier beschenkte die Gäste mit liebevoll hergestellten Kleinigkeiten aus Südkorea. Foto: Johann Dendorfer

Furth im Wald.Am Freitag fand im Pfarrheim die Jahresversammlung des Frauenbunds statt. Sandra Haimerl vom Leitungsteam blickte auf die Aktivitäten des Jahres zurück. Das Programm des Frauenbunds sei vielfältig angelegt und eine Bereicherung für die Gemeinde.

Der zweite Teil des Abends war ein bebilderter Vortrag von Karl Reitmeier über seinen verstorbenen Onkel, Missionar Konrad Fischer. Zu diesem Vortrag waren viele Interessenten gekommen. Geboren 1934 in Ränkam, gestorben 2018 in Suwon/Südkorea war Fischer bislang der erste Ränkamer Priester. 58 Jahre wirkte er als Priester, davon fast 55 Jahre in der Mission in Südkorea, wo er, seinem Wunsche entsprechend, auch die letzte Ruhestätte fand.

Reitmeier zeichnete mit Bildern den Weg von Fischer nach. Nach der vierten Klasse Volksschule besuchte Fischer das Bischöfliche Knabenseminar in Straubing. Die Begegnung mit Korea-Missionar Pater Michael Fütterer aus Furth im Wald war für Fischer entscheidend. Er werde als Missionar nach Südkorea gehen. „Alles, was sich mein Onkel in den Kopf gesetzt hatte, das zog er durch und so verfolgte er bis zuletzt unabdingbar dieses Ziel.“ So beschrieb ihn Reitmeier. Geprägt wurde Fischer dann auch als Student der Theologischen Hochschule Regensburg und später in der Kaplanszeit durch die Begegnungen mit dem französischen katholischen Priester und Kapuziner Abbé Pierre. Bezeichnet als „Lumpensammler von Emmaus“ war dieser Pater Priester der Armen, Obdachlosen und Verstoßenen in Frankreich und somit das soziale Gewissen Frankreichs, wusste Reitmeier zu berichten. Im November 1963 wurde Fischers Lebenstraum Wirklichkeit. Vom damaligen Diözesanbischof Rudolf Graber wurde er als Priester für die Arbeit in der Mission freigestellt. Nun konnte er, zum Leidwesen seiner Familie, endlich nach Süd-Korea aufbrechen. Reitmeier, der eng mit seinem Onkel verbunden war, wusste viele Begebenheit aus dessen Lebenstraum zu berichten. Bis zu seinem Tod lebte Fischer bei einer koreanischen Familie, die ihm bis zur letzten Stunde treue Begleiter war und ihn auch nach seinem Tod noch in Ehren hält. Nach seiner Ruhestandversetzung 2007 bat er das Regensburger Ordinariat, seinen Lebensabend in Südkorea verbringen zu dürfen mit der Begründung „In dem Land, dem ich mein Leben gewidmet habe, damals als junger Priester, das ich lieben gelernt habe und wo ich von vielen Menschen, besonders Behinderten und Erwachsenen, Liebe erfahren darf“. Und weiter, sagte Reitmeier, hatte er in diesem Schreiben vermerkt: „Der Weg zum Himmel ist von Korea nicht weiter als von Deutschland aus.“

Am 20 Juli 2018 ging der irdische Weg von Fischer in Südkorea zu Ende. Reitmeier zeigte von der Begräbniszeremonie Bilder und einen Film, der von der koreanischen Familie den Ränkamer Hinterbliebenen zur Verfügung gestellt worden ist. Am Ende des Vortrags wurden die Zuhörer mit Kleinigkeiten aus Südkorea beschenkt, die von den Menschen mit Handicap gemacht wurden, denen Fischer durch sein Wirken Lebensmut und Perspektive gegeben hat. (fde)

Gedenken

  • Erinnerung:

    Damit würde der Ränkamer Missionar nicht in Vergessenheit geraten.

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