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Gibt es bei uns Gartenschläfer?

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz ruft die Bevölkerung auf, Sichtungen des nachtaktiven Bilchs zu melden.

Gibt es im Landkreis Cham Gartenschläfer? Das Projekt des Bund Naturschutz soll es an den Tag bringen.
Gibt es im Landkreis Cham Gartenschläfer? Das Projekt des Bund Naturschutz soll es an den Tag bringen. Foto: Sven Buechner/Sven Buechner

Cham.Der Landkreis Cham ist bisher noch ein weißer Fleck auf der Landkarte, was das Vorkommen des Gartenschläfers betrifft. Der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Cham, ruft daher alle naturkundlich Interessierten dazu auf, sich am Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ zu beteiligen, um zu erforschen, ob es diese selten gewordene Tierart auch in unserer Region gibt.

Bedeutende Vorkommen des Gartenschläfers in Bayern sind schon länger im Fichtelgebirge und im Frankenwald bekannt. Durch die Einbindung zahlreicher freiwilliger „Spurensucher/innen“ wurden 2019 diese Vorkommen nicht nur bestätigt, es wurden auch neue Gartenschläferfunde im Allgäu und im Landkreis Miltenberg gemeldet. Uwe Friedel vom Artenschutzreferat des BN freut sich über die neuen Fundorte und hofft, dass in der Folge weitere Nachweise gelingen.

Ein Problem beim Nachweis kann sein, dass Gartenschläfer zunächst für Siebenschläfer gehalten werden, solange man sie nicht zu Gesicht bekommt. Gartenschläfer sind jedoch kleiner als ihre Verwandten und haben eine unverwechselbare Zeichnung in Form einer Zorro-Maske im Gesicht.

Gezielte Suche mit Spurtunneln

Erste Hinweise auf das Vorkommen des nachtaktiven Bilchs können beispielsweise Nester oder Haare in Vogelbrutkästen liefern. Eine gezielte Suche kann mit Spurtunneln erfolgen, in denen die Tiere ihre Fußabdrücke hinterlassen, oder mit auf Futterköder ausgerichteten Wildtierkameras. Mit Hilfe von Haar- oder Kotanalysen können weitergehende wissenschaftliche Fragestellungen beantwortet werden.

Auf Basis der Daten werden durch die Senckenberg Gesellschaft und Schlafmaus-Experten der Universität Gießen mögliche Ursachen des Rückgangs analysiert: von einer genetischen Verarmung bis zu Krankheiten und Parasiten oder Einflüssen der Klimaveränderung. Aus den Ergebnissen sollen dann Schutzmaßnahmen entwickelt und mit dem Bund Naturschutz und den Bund Naturschutz-Landesverbänden vor Ort umgesetzt werden.

Sichtungen von Gartenschläfern sollten direkt gemeldet werden per E-Mail an gartenschlaefer@bund-naturschutz.de oder auf der Online-Meldestelle auf www.gartenschlaefer.de. Weitere Informationen erhalten Interessierte auch über den Bund-Kreisvorsitzenden Robert Kurzmann, (0 99 72) 3179, oder die Geschäftsstelle der Kreisgruppe, Ute Schödel-Geiger, Klostermühle Altenmarkt, Telefonnummer (0 99 71) 9 95 24 37, Fax (0 99 71) 9 95 24 38, cham@bund-naturschutz.de, www.cham.bund-naturschutz.de; Information im Internet: https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/gartenschlaefer.html, https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/erarbeitung-eines-bundesweiten-schutzkonzepts-fuer-den-gartenschlaefer.html. Der BN ruft die Bevölkerung in ganz Bayern und insbesondere in den genannten Gebieten auf, Sichtungen von Gartenschläfern direkt per E-Mail an gartenschlaefer@bund-naturschutz.de oder auf der Online-Meldestelle auf www.gartenschlaefer.de zu melden.

Bayerwald Untersuchungsgebiet

Aus Anlass der genannten Funde will der Bund Naturschutz nun mit Hilfe von Freiwilligen die Suche nach Gartenschläfern vor Ort intensivieren. Weitere Untersuchungsgebiete sind in diesem Jahr Frankenwald, Fichtelgebirge, Steinwald, Bayerischer Wald und Ober- und Ostallgäu.

Der Bund Naturschutz ruft die Bevölkerung in ganz Bayern und insbesondere den genannten Gebieten – also auch im Landkreis Cham – auf, Sichtungen von Gartenschläfern direkt per E-Mail an gartenschlaefer@bund-naturschutz.de oder auf der Online-Meldestelle auf www.gartenschlaefer.de zu melden.

Gartenschläfer

  • Seit Jahrzehnten

    werden starke Rückgänge seiner Bestände verzeichnet. In vielen Regionen ist er bereits ausgestorben. Wälder in höheren Mittelgebirgslagen sind seine bevorzugten Lebensräume in Bayern. Der Landkreis Cham wäre also laut Bund Naturschutz ein hervorragend geeigneter Lebensraum.

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