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Heimat

Glashütten und Papierkunst

Das Wallfahrtsmuseum Neukirchen zeigt über Ostern zwei Sonderausstellungen. Am Gründonnerstag ist eine Kinderaktion.

  • Die Glashütten-Ausstellung gibt einen Überblick über die Hütten im Bayer und Böhmerwald. Foto: kbt
  • Ein Freundschaftsbildchen Foto: kbt

Neukirchen b Hl Blut.Im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut wird die Geschichte der bedeutenden Marienwallfahrt dargestellt. Das Museum dokumentiert außerdem verschiedene Aspekte katholischer Volksfrömmigkeit, mittelalterliches Pilgerwesen, Schnitzerei, Wachswaren und Rosenkranzherstellung. Eigene Abteilungen sind der überregional bekannten Neukirchener Hinterglasmalerei und dem Wallfahrtswesen im benachbarten Böhmen gewidmet.

In den Osterferien gibt es für größere Kinder ein Osterrätsel mit verschiedenen Fragen zu Osterbrauchtum und einigen ausgestellten Gegenständen. Für kleinere Kinder liegt ein Ostereiersuch-Rätsel auf. Als Belohnung wartet eine Ostersüßigkeit. Als besondere Attraktion hilft am Gründonnerstag, 29. März, von 15 bis 16 Uhr das Hohenbogenwinkel-Maskottchen Fanny den Kindern beim Ostereiersuchen.

Das Wallfahrtsmuseum präsentiert derzeit zwei zusätzliche Ausstellungen: Unter dem Titel „Nur mit Lieb gedenk ich Dein!“ werden Papier-Kostbarkeiten des 18. und 19. Jahrhunderts gezeigt. In der Ausstellung wird anhand kostbarer Stücke des 18. Jahrhunderts, wie Miniaturen und Spitzenbildern, aufgezeigt, wie die Glückwunschkarte die Funktionen der barocken Andachtsbilder übernimmt. Die breite Palette biedermeierlicher Erzeugnisse reicht von Glückwunschbillets, Liebesbriefen, Freundschaftsbildern, Taufbriefen bis zu den kleinen Stammbuchkassetten, den Vorläufern des Poesiealbums.

Natürlich dürfen auch Wallfahrtsandenken nicht fehlen. Dazu gesellen sich aber auch die industriell geschaffenen Produkte der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts wie Oblaten und Lackbildchen oder aufstellbare Silhouettenkarten. Neben einfachen Bildbillets gab es Klappbilder, Faltbilder und mechanische Billets wie Hebelzug- oder Drehkarten, die durch ein raffiniertes System von Zugstreifen die Verwandlung der abgebildeten Szenerie ermöglichte. Die „Wiener Kunstbillets“ schließlich galten als Erzeugnisse von höchstem Luxus. Die Ausstellung kann noch bis 18. April besichtigt werden.

Die zweite Ausstellung bietet eine Zusammenstellung der verschwundenen Glashütten im Bayerischen Wald und im Böhmerwald. Die Geschichte der Glashütten im bayerisch-böhmischen Waldgebirge reicht zurück bis zu den Siedlungsanfängen. Die Glasmacher waren die ersten Kolonialisten. Anfangs wurden Butzenscheiben, Glasperlen und einfaches Hohlglas hergestellt. Später brachten die Hütten Produkte von höchster Qualität hervor, die dem bayerisch-böhmischen Glas Weltruf verliehen. Ihre größte Blüte erlebte die Glasindustrie im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Allmählich verursachten wirtschaftliche Krisen und internationale Billigkonkurrenz ein Glashüttensterben.

Das Wallfahrtsmuseum ist geöffnet: dienstags bis freitags jeweils 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr (Karfreitag nur 10 bis 12 Uhr). Samstags, sonntags und an den Feiertagen (auch Ostermontag) von 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr. (kbt)

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