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Kommune

Glasscherben für das Rathaus-Glück

Mit der Hebefeier beim Traitschinger Rathaus ist Halbzeit des Millionenprojekts erreicht. Weihnachten soll alles fertig sein.
Von Christoph Klöckner

  • Christian Daiminger trug in Gedichtform vom Dach aus mit Witz vor, was er im Saal darunter erwartet: Kluge Köpfe, die sich selbige darüber zerbrechen, wie sie die Bürger schröpfen können. Der gelungene Glasbruch nach den guten Wünschen verspricht Glück dabei. Foto: Klöckner
  • Die Balkone hat das Rathaus verloren. Foto: Klöckner
  • Das Dach wird derzeit fertiggestellt.Foto: Klöckner

Traitsching. Der Toast von oben wurde unten mit einem Schmunzeln bedacht: Handwerksmeister Christian Daiminger, Chef des gleichnamigen Zimmereibetriebs aus Obermühle, wünschte den klugen Köpfen des Gemeinderates in Gedichtform ein gutes Gelingen bei ihren Überlegungen, wie man die Bürger schröpfen könne, und untermauerte seine Wünsche zum Schluss mit den Glasscherben seines Sektglases.

Bürgermeister und Baufirmen stießen auf ein gutes Gelingen der Verjüngungskur fürs Rathaus an. Die wird es in den nächsten Jahren auch bei den Mitarbeitern geben, sagte Marchl. Von den sieben gehen drei Kräfte in den Ruhestand. Man werde aber nicht woanders abwerben, sondern den Nachwuchs dafür selbst ausbilden.Foto: Klöckner
Bürgermeister und Baufirmen stießen auf ein gutes Gelingen der Verjüngungskur fürs Rathaus an. Die wird es in den nächsten Jahren auch bei den Mitarbeitern geben, sagte Marchl. Von den sieben gehen drei Kräfte in den Ruhestand. Man werde aber nicht woanders abwerben, sondern den Nachwuchs dafür selbst ausbilden.Foto: Klöckner

Das war natürlich nicht ernst gemeint – und ist auch gar nicht so notwendig, wie Bürgermeister Josef Marchl erläuterte. Denn die Gemeinde stehe mittlerweile auf einer guten, finanziellen Basis, auch dank gewachsener Gewerbesteuer. Die sei von einst 250000 Euro auf gut über eine Million im Jahr angestiegen. Das ist fast die Summe, die die im Frühjahr begonnene Sanierung des 40 Jahre alten Rathauses und des Feuerwehrhauses kosten soll. Energetisch auf neuestem Stand und mit barrierefreiem Zugang dank neuem Aufzug – das sind Hauptziele. Vier Jahrzehnte sei hier nichts gemacht worden, so Marchl. Nun wird alles neu – selbst die Möbel und Schränke. 1,3 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. 640000 Euro trägt davon das Kommunale Investitionsprogramm der Regierung – „ohne das hätten wir nicht saniert“, sagt Marchl. Dann wäre das Rathaus wieder auf der Prioritätenliste ans Ende gerutscht – denn es gibt immer Wichtigeres in der Gemeinde.

Bauüberwacher Franz Eckl und Bürgermeister Josef Marchl lauschen von unten den Worten von oben. Das Dach ist wieder drauf auf dem Rathaus. Im Inneren stehen die neuen Wände, die Installationen folgen. Bis Weihnachten soll alles fertig sein und der Umzug aus dem Ausweichquartier in Sattelbogen laufen. Foto: Klöckner
Bauüberwacher Franz Eckl und Bürgermeister Josef Marchl lauschen von unten den Worten von oben. Das Dach ist wieder drauf auf dem Rathaus. Im Inneren stehen die neuen Wände, die Installationen folgen. Bis Weihnachten soll alles fertig sein und der Umzug aus dem Ausweichquartier in Sattelbogen laufen. Foto: Klöckner

Dabei hat das Rathaus im jetzigen Zustand erst einmal viel verloren, um Neues zu bekommen. Weggesägt worden sind die Balkone, die laut Marchl sowieso überflüssig waren, da ja hier gearbeitet und nicht entspannt werde. Der Dachüberstand ist kleiner geworden und das gesamte Haus wurde entkernt. Dafür gibt es auch Neues, etwa an jeder Kopfseite eine Feuertreppe. In Trockenbauweise sind bereits die neuen Wände eingezogen worden, kilometerlange Elektrokabel schlängeln sich entlang der Decke. Das Prunkstück wird im Dachgeschoss entstehen: ein neuer Rathaussaal mit großen Fenstern und dem Blick auf die Kapelle. Das bedeutet auch, dass Umzüge zu Gemeinderatssitzungen ins Wasserschloss nach Loifling künftig überflüssig werden. Nurmehr für Trauungen rückt der Bürgermeister künftig Richtung Schloss aus.

Unterm Dach wird künftig über die Geschicke der Gemeinde entschieden. Dort, wo der Raum bisher ungenutzt war, entsteht der neue Ratssaal mit großen Fenstern. Sollte das Wachstum Traitschings weitergehen – derzeit wohnen hier gut 4200 Bürger – sind im neuen Rathaus bereits weitere Büros möglich. Foto: Klöckner
Unterm Dach wird künftig über die Geschicke der Gemeinde entschieden. Dort, wo der Raum bisher ungenutzt war, entsteht der neue Ratssaal mit großen Fenstern. Sollte das Wachstum Traitschings weitergehen – derzeit wohnen hier gut 4200 Bürger – sind im neuen Rathaus bereits weitere Büros möglich. Foto: Klöckner

Alles sei im Kosten- und Zeitplan, sagen Bürgermeister und Franz Eckl, der die Bauüberwachung inne hat. Nur zwei „Ausreißer“ habe es gegeben: Bei der Statik habe nachgebessert werden müssen und der Heizungs- und Sanitärbereich werde teurer. Auch wenn die Skeptiker bereits geunkt haben, es sei nicht zu schaffen – Weihnachten soll das Rathaus wieder bezogen sein. Während es bei der Resonanz auf die Ausschreibungen nur wenig Probleme gab, hinkt es bei Materiallieferungen wie Elektronik, sagt Eckl. Der Bauboom zeige Wirkung – und bremse vielerorts die Baustellen, weil die Firmen nicht mehr mit der Produktion nachkämen. Wo möglich, greife man auf Baufirmen aus der Region zurück. Doch mancher Unternehmer, den Marchl für ein Angebot anrief, habe absagen müssen – zu voll sind aktuell die Auftragsbücher.

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